In Aalen gewohnte Probleme Sportfreunde Lotte: „Reset-Knopf drücken und neu starten“

Von Christian Detloff | 06.08.2017, 20:51 Uhr

Spätestens nach der dritten Niederlage im vierten sieglosen Spiel muss sich Fußball-Drittligist Sportfreunde Lotte, der vor der Saison einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel ausgerufen hatte, intensiv mit dem Abstiegskampf beschäftigen.

Vereinsvorsitzender Hans-Ulrich Saatkamp brachte am Samstag nach dem 0:3 gegen den VfR Aalen das Dilemma der Sportfreunde, das nicht erst an der dritten Saisonniederlage entscheidenden Anteil hatte, auf den Punkt: „Die Chancen waren doch ab der 25. Minute im ausreichenden Maß da. Doch wer nicht trifft, kann halt auch nicht gewinnen.“

Zweierlei wurde in Aalen deutlich: Das neue Innenverteidiger-Gespann Maximilian Rossmann und Jonas Acquistapace, der bereits zur Pause ausgewechselt wurde, kann bei allem Talent das herausragende Duo aus Gerrit Nauber (zum MSV Duisburg) und Matthias Rahn (fehlt bis Jahresende) noch nicht annähernd ersetzen. Lotte ist gut beraten, sich für diese Position noch einmal auf den Transfermarkt umzutun.

Auch einen Stürmer haben die Lotter noch auf dem Einkaufszettel, denn Neuzugang Hamadi Al Ghaddioui nutzte auch seine vierte Startelfchance nicht und braucht trotz der vorhandenen Anlagen noch Zeit, um sich an die 3. Liga zu gewöhnen. Bernd Rosinger machte es zuletzt nach seinen Einwechslungen besser, doch der Routinier war bislang nach seinem verspäteten Einstieg in die Saisonvorbereitung noch kein Kandidat für die Startelf.

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Probleme hat die Fascher-Elf auch auf den offensiven Außenpositionen. Jaroslaw Lindner und Kevin Freiberger sind noch weit von ihrer Form der vergangenen Spielzeit entfernt. Luka Tankulic und Maximilian Oesterhelweg haben in den nächsten 14 Tagen Gelegenheit, sich im Training als Alternativen nachhaltig aufzudrängen.

Kommendes Wochenende haben die Sportfreunde spielfrei. Der neue Trainer Marc Fascher, der sich in der englischen Woche allein auf die Spielvorbereitungen beschränken musste, kann nun stärker Einfluss nehmen. „Bislang war ja nicht mehr als die alten Abläufe möglich. Jetzt kann uns der Trainer endlich intensiver seine Philosophie vermitteln“, freut sich Mittelfeldspieler André Dej, der von vier verschenkten Partien sprach: „Es hilft ja nichts. Nach vier sieglosen Spielen müssen wir jetzt den Reset-Knopf drücken und alles in die Waagschale werfen, um einen Neustart zu finden.“ So gelte es, an den Standardsituationen zu arbeiten: „Solche Gegentreffer ziehen sich wie ein roter Faden durch unsere vier bisherigen Auftritte. Vielleicht sollten wir Extraschichten am Kopfballpendel einlegen…“

„Jetzt haben wir Zeit, noch enger zusammenrücken“, sagt auch Rossmann: „Es darf nicht als Ausrede gelten: Aber es war nicht so einfach mit den beiden Trainerwechseln in so kurzer Zeit.“

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Ähnlich wie Dej bezeichnet auch Moritz Heyer die erste Halbzeit als „richtig schlecht von uns“. Wer so auftrete, hätte die lange Fahrt eigentlich gar nicht erst antreten sollen. „Zwischen der 30. und 70. Minute hatten wir dann zwar den nötigen Schwung. Richtig durchgezogen haben wir unser Spiel dann aber auch nicht.“

Die dritte Saisonniederlage fühle sich „mega scheiße“ an: „Jammern bringt uns aber jetzt bestimmt nicht voran. Wir müssen die Köpfe rasch wieder hoch- und freibekommen, in der freien Woche Vollgas geben und dafür sorgen, dass wir es dann besser hinbekommen“, appelliert Heyer, der auf seiner Stammposition im defensiven Mittelfeld noch zu den solideren Akteuren der Sportfreunde gehörte.

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