Guglielmo Maddente ist gut drauf Mit Pokaltor für Köln-Spiel empfohlen

Von Carsten Richter | 09.09.2011, 14:36 Uhr

„Ich kann nicht ohne Fußball, denn damit bin ich schon geboren worden.“ Der Mann, der das sagt, ist Guglielmo Maddente. Der 19-jährige Youngster spielt seit Saisonbeginn bei den Sportfreunden Lotte, und vielleicht bekommt er auch heute gegen die Reserve des 1. FC Köln (14 Uhr, ConnectM-Arena) wieder zum Einsatz.

Denkbar wäre das, auch wenn der gebürtige Italiener zunächst nicht zur Stammformation gehörte. Aber in den letzten Spielen hat er sich Schritt für Schritt weiter an die erste Mannschaft herangearbeitet und kam so zu seinen ersten Einsätzen.

So spielte er in den jüngsten beiden Punktspielen gegen Fortuna Düsseldorf II und Fortuna Köln jeweils die letzten zehn Minuten, und im Pokalspiel in Welver kam er sogar für volle 90 Minuten zum Einsatz und traf dabei zum wichtigen 1:0 ins Netz. In allen drei Spielen konnte der nur 1,69 Meter große Maddente zudem durch seine Schnelligkeit und seine Technik überzeugen. Denn der impulsive Italiener ging keinem Zweikampf aus dem Wege und bestach durch seine Spielübersicht.

Dass er nicht bereits eher im SFL-Kader berücksichtigt wurde, lag allerdings kurioserweise an der fehlenden Spielgenehmigung, berichtet sein Trainer Maik Walpurgis. „Guglielmo hatte vor über zwei Monaten seinen deutschen Pass beantragt, doch der ließ länger auf sich warten, als gedacht. Nun aber ist der Pass und auch die Spielgenehmigung da, sodass er für uns auflaufen kann.“

Allemal wusste Maddente bei seinen bisherigen Spielen durchaus zu gefallen. Doch ob er nun häufiger zum Einsatz kommen wird, bleibt freilich abzuwarten. „Ich habe in Italien schon mit vier Jahren mit dem Fußball angefangen, ehe ich mit sieben Jahren nach Deutschland kam. Seitdem habe ich die Leidenschaft für den Fußball entdeckt“, erzählt er lächelnd über seinen Werdegang, den man in Deutschland sicher mit dem eines klassischen Straßenfußballer gleichsetzen würde.

In der vergangenen Saison traf er noch für Preußen Münster II in der Westfalenliga gleich 25-mal ins gegnerische Tor. Dabei bekleidete er zumeist die Position des klassischen Zehners, der aber gelegentlich auch über die Außen für Gefahr in des Gegners Abwehr sorgt.

Für den im italienischen Cariati geborenen Youngster dreht sich übrigens zwar das meiste im Leben um das runde Leder, aber es gibt auch noch anderes. Denn derzeit geht er noch zur Schule und will dort erst mal seinen Abschluss machen. „Meine Eltern legen da großen Wert drauf“, berichtet er. Und dann hilft er schließlich auch noch bei der dritten Schicht des Tages im Familienbetrieb mit. Denn im italienischen Restaurant „La Casa“ steht Guglielmo Maddente bei Bedarf hinter der Theke und hilft so gerne einmal aus.

Dort, im Lokal an der Wilhelmstraße in Münster, genießt er dann die typische, italienische Lebensart. Wenn man also will, hat Maddente derzeit drei Jobs. Doch das kriegt er nach eigenen Angaben zeitlich gut auf die Reihe. „Wenn man was im Leben erreichen will, muss man auch was dafür tun“, lautet seine Maxime. Vielleicht kann er den SFL-Fans heute ja wieder einige seiner Kabinettstückchen zeigen, wenn er auch gegen den Bundesliganachwuchs des 1. FC Köln wieder zum Einsatz kommen sollte.