"Aus Überzahl zu wenig gemacht" Sportfreunde Lotte schließen Hinrunde ohne Auswärtspunkt ab

Hatte im zweiten Durchgang die einzige Lotter Chance: Cedric Euschen (rechts).Hatte im zweiten Durchgang die einzige Lotter Chance: Cedric Euschen (rechts).
imago/Otto Krschak

Wuppertal. Auch im letzten Auswärtsspiel der Hinrunde in der Fußball-Regionalliga haben die Sportfreunde Lotte keinen Punkt geholt. Beim Wuppertaler SV verlor die Mannschaft von SFL-Trainer Andy Steinmann trotz langer Überzahl mit 1:2.

„Ich bin enttäuscht, dass wir es in der zweiten Halbzeit mit einem Mann mehr nicht besser gelöst bekommen haben. Wir waren nicht drückend genug, um ein Tor nachzulegen. Aus der Überzahl haben wir viel zu wenig gemacht“, sagte Steinmann nach der zehnten Niederlage aus den vergangenen elf Spielen. Weil sich der Bonner SC beim 2:2 gegen Rot-Weiss Ahlen einen Punkte holte, wuchs der Rückstand aufs rettende Ufer fünf Punkte an.

"Das ist der Unterschied"

Dabei hatten die Sportfreunde, die in dieser Saison noch nicht einmal unentschieden gespielt haben, durchaus die Gelegenheit, einen Punkt aus Wuppertal mitzunehmen. Als Rechtsaußen Emre Aydinel vor dem Seitenwechsel auf den in die Mitte gelaufenen Emir Terzi passte, ließ der linke Mittelfeldspieler die große Möglichkeit aus wenigen Metern zum 2:2 liegen (41.). „Das ist der Unterschied. Wir rutschen in solchen Situationen aus oder treffen den Ball nicht richtig. Und Wuppertal macht davor aus ähnlicher Situation das 2:1“, sagte Steinmann.

Lotte kämpft, aber...

Nachdem Dominic Minz das 0:1 durch den später vom Platz gestellten Semir Saric per Kopf egalisiert hatte, erzielte Wuppertals erfahrener Angreifer Marco Königs den 2:1-Endstand bereits in der 28. Spielminute. Saric, der bis zu seinem Platzverweis Dreh- und Angelpunkt im Wuppertaler Spiel war, änderte liegend mit der Fußspitze noch die Laufrichtung des Balls und legte damit perfekt für Königs auf.

Nach dem erneuten Rückstand war den Sportfreunden fehlender Kampfgeist und die falsche Einstellung nicht vorzuwerfen. Vielmehr ließen die Lotter in der Offensive die nötige Durchschlagskraft vermissen. Bis auf einmal, als Dominique Domröse stark zum abschlussbereiten Cedric Euschen durchsteckte, tauchten die Gäste nicht gefährlich vor dem Kasten der Wuppertaler auf. „Wir haben uns vorgenommen, viel über die Außen zu spielen und Flanken hereinzubringen. Zum einen haben wir es nicht geschafft, uns durchzusetzen. Zum anderen hat der WSV mit seinen drei Innenverteidigern alles wegverteidigt“, suchte Steinmann einen Erklärungsansatz, warum es wieder nicht für einen Punkt in der Fremde reichte. Zwar bewiesen die Sportfreunde zuletzt nach Rückständen Moral, doch am Ende ging Lotte mit Ausnahme des Sieges gegen Ahlen immer leer aus.

Zwei Siege in zwei Monaten

Mit nur jeweils einem Sieg im Oktober und November steckt SFL im Abstiegskeller fest. Nachdem Steinmann bei seinem Trainerdebüt vor knapp einem Jahr im letzten Spiel der Hinrunde den ersten Auswärtspunkt geholt hatte, gelang ihm dieses Vorhaben in dieser Saison bisher nicht.

Drei Spiele hat Steinmann in diesem Kalenderjahr noch Zeit, um den Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen zu verringern, im neuen Jahr in Schlagdistanz zu sein und dann mit einer vielleicht verstärkten Mannschaft eine ähnlich starke Restrunde zu spielen wie in 2021.


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