Lotte lässt vier Punkte liegen Sportfreunde-Trainer Drube: Eine beschissene englische Woche

Von Christoph Schillingmann und Christian Hesse

Am Boden: Lottes Tim Wendel, Adam Straith und Steve Kroll (von links) sind nach dem 0:2 enttäuscht. Foto: MrugallaAm Boden: Lottes Tim Wendel, Adam Straith und Steve Kroll (von links) sind nach dem 0:2 enttäuscht. Foto: Mrugalla

Lotte. Nach der 0:2-Niederlage des Fußball-Drittligisten Sportfreunde Lotte gegen den 1. FC Kaiserslautern hat Trainer Nils Drube die vergangenen drei Partien treffend zusammengefasst: „Eine beschissene englische Woche für uns“, sagte der 41-Jährige nach den erneut späten und bitteren Gegentoren.

Schon vor einer Woche gegen Fortuna Köln ließen die Sportfreunde in der Schlussphase einen Punkt liegen. Nachdem Tim Wendel das 1:1 erst in der 92. Minute erzielt hatte, bekam Lotte in der siebten Minute der Nachspielzeit das 1:2 durch einen umstrittenen Handelfmeter. Unter der Woche bei Carl Zeiss Jena kassierte die Drube-Elf in der 88. Minute noch den 1:1-Ausgleich.

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Und nun gegen Kaiserslautern? Die Sportfreunde starteten denkbar schlecht in die Schlussphase, als Innenverteidiger Matthias Rahn nach einem Foul mit Gelb-Rot vom Platz flog (76.). FCK-Trainer Sascha Hildmann wechselte offensiv und brachte Stürmer Elias Huth für Mittelfeldspieler Mads Albaek. Die Gäste erzeugten mächtig Druck, Lotte stand daraufhin tief und schaffte es nicht mehr, für Entlastung nach vorne zu sorgen. Der Abwehrriegel hielt bis zur 86. Spielminute. Der eingewechselte Florian Pick durfte auf dem linken Flügel ungestört flanken und fand in der Mitte den bis dahin unauffälligen Timmy Thiele, der den Ball mit dem Kopf in die lange Ecke beförderte. 

Vier Punkte liegen lassen

Lotte versuchte nach dem Rückstand noch mal alles, fing sich nach einem Konter der Roten Teufel das 0:2. Dabei tauschten die Protagonisten des ersten Tores ihre Rollen. Thiele lief auf SFL-Schlussmann Steve Kroll zu und überlupfte ihn. Der Ball prallte von der Latte zu Pick, der nur noch einschieben musste (90.+3). Nach den Spielen gegen Köln und in Jena war es gegen Kaiserslautern der vierte Punkt, den die Sportfreunde durch die späten Gegentore in der englischen Woche liegen ließen. "Die Spiele davor waren auch immer sehr, sehr knapp“, sagte Drube. „In dieser Woche war das auch wieder so. Dieses Mal sind die Ergebnisse halt gegen uns ausgefallen. Es war klar, dass das auch mal passieren wird. Aber es ist trotzdem sehr bitter. Dementsprechend sitzt die Mannschaft auch sehr niedergeschlagen in der Kabine.“

Dabei erwischten die Lotter Spieler gegen die Pfälzer den besseren Start. Eine gefährliche Hereingabe von Toni Jovic kam nicht zu Gerrit Wegkamp durch (7.). Das zweite Mal wurde es brenzlig, als Maximilian Oesterhelweg einen Freistoß auf den zweiten Pfosten flankte und den Kopf von Adam Straith fand. Der SFL-Kapitän legte quer in die Mitte, aber der Ball hoppelte an Freund und Feind vorbei (15.).

"Momentum nicht auf unserer Seite"

In der 21. Minute schoss Paterson Chato aufs Tor, Dominik Schad klärte in höchster Not auf der Linie, und wenige Sekunden später pfiff Schiedsrichter Wolfgang Haslberger einen berechtigen Elfmeter. Albaek hatte den Ball an die Hand bekommen. Jovic schnappte sich die Kugel, lief an und setzte den Ball an die Oberkante der Latte (22.).

Auch der FCK verbuchte in der ersten Halbzeit einen Lattentreffer. Carlo Sickinger scheiterte mit einem Freistoß am Aluminium (32.). Und nach der Pause rettete Kroll gegen Pick glänzend per Fuß (67.).

„Das Momentum war nicht auf unserer Seite“, zog der SFL-Trainer ein Fazit und richtete den Blick nach vorne: „Wir sollten uns damit aufhalten, wie wir uns verbessern können und entwickeln wollen. Daran werden wir jeden Tag arbeiten. Dann bin ich sehr optimistisch, dass wir unsere Ziele erreichen werden.“


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