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„Er hat nur gesagt: Es war Handspiel“ Sportfreunde Lotte hadern nach 1:2 gegen Köln mit Schiedsrichter

Feierte sein Comeback nach überstandener Verletzung: Lottes Tim Wendel. Foto: MrugallaFeierte sein Comeback nach überstandener Verletzung: Lottes Tim Wendel. Foto: Mrugalla

Lotte. Gegen den Ball arbeiten, kämpfen, die Duelle Mann gegen Mann gewinnen: Hier zeigten die Sportfreunde Lotte zuletzt Qualität, durchaus auch bei der 1:2-Niederlage gegen Fortuna Köln am Samstag. Dort wurde aber auch deutlich: Wenn Lotte selbst das Spiel machen muss, wird es in dieser Saison schwieriger.

Nun ist es alles andere als einfach, gegen ein Team wie Fortuna Köln, das tief im Abstiegskampf steckt und gerade in der Defensive ähnlich wie Lotte über massive Zerstörer-Qualitäten verfügt, spielerisch zu glänzen. Dennoch analysierte Trainer Nils Drube nach der Partie richtig, dass den Sportfreunden „im letzten Drittel der entscheidende Pass und die großen Torchancen gefehlt“ haben.

Gefehlt hat irgendwie der letzte Punch – bezeichnend die Szene gleich zu Beginn, als Lottes Gerrit Wegkamp nicht ausnutzen konnte, dass Kölns Innenverteidiger Bernard Kyere Mensah in Ballbesitz in der letzten Linie ausrutschte und hinfiel, weil er selbst auf dem falschen Fuß stand. In der zweiten Halbzeit ließ der diesmal nicht ganz so präsente 25-Jährige die Chance auf seinen dritten Saisontreffer liegen, als er zu lange zögerte nach einem vom guten Kölner Keeper Nikolai Rehnen per Faustabwehr weggeboxten 25-Meter- Schuss von Maximilian Oesterhelweg.

Viel ausprobiert

Das war eine der wenigen Lotter Chancen neben Toni Jovics Schlenzer (9.) und Scherenschlag (34.) sowie Felix Drinkuths (46.), und Adam Straiths Kopfball (33.), die allesamt Kölns Keeper Nilolai Rehnen herausfischte. „Uns hat einwenig die Bewegung, vor allem die tiefen Läufe und das Nachschieben gefehlt“, sagte Nils Drube, der mit Sven Hozjak taktisch viel versucht hatte: Ihr 4-3-3-System zum Start hatten sie mit der Hereinnahme von Tim Wendel nach der Pause ins 4-4-2 umgestellt, am Ende setzten die Lotter Trainer angesichts der großen Kölner Abwehr eher auf Wendigkeit mit den nicht gerade überragend groß gewachsenen Offensivkräften Oesterhelweg, Drinkuth, Jovic und Sinan Karweina, der für Wegkamp ins Spiel gekommen war.

„Beim 0:1 hat uns die Inbrunst und Intensität gefehlt, mit der wir solche Situationen sonst verteidigen“, sagte Drube zum Treffer von Hamdi Dahmani, der nach einem langen Freistoß eher am Ball war als Lotte-Keeper Steve Kroll. „Da hat die Absprache nicht gepasst. Sowas passiert uns normalerweise nie, passte aber zu diesem ganz komischen Spiel“, sagte Matthias Rahn, bevor er sich auf den Weg ins Krankenhaus machte: Er war nach einem Kopfballduell unglücklich gelandet und hatte sich die Schulter ausgekugelt, die noch auf dem Platz wieder eingerenkt wurde, sodass der Innenverteidiger unter Schmerzen zu Ende spielte.

Schiedsrichter-Kritik

„Nach dem Ausgleich hatte ich mich so gut gefühlt. Jetzt sagt mein Gefühl nur: Scheiße“, sagte Jules Remerink, der bei seinem ersten Einsatz für Lotte das zwischenzeitliche 1:1 per Flanke vorbereitet hatte. Wie Torschütze Wendel und die Mitspieler Rahn und Al-Haizameh kritisierte Reimerink hinterher Referee Guido Winkmann, weil er ihnen die spielentscheidende Elfmeter-Entscheidung für die Fortuna in der fünften Minute der Nachspielzeit nicht erklärt habe. Er sagte nur: Es war ein Handspiel. Konkretisieren wollte er es nicht“, so Wendel.




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