Heirat im Sommer, Zukunft in Deutschland Neuzugang Jovic: Über drei Ecken ins neue Leben in Lotte

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Mit vollem Einsatz dabei: Toni Jovic bei seinem Debüt in Lotte im Trikot des TSV 1860 München. Foto: imago/osnapix


Toni Jovic (Lotte) im Zweikampf gegen Herbert Paul (Muenchen).
Foto: osnapix
DFB regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-videoMit vollem Einsatz dabei: Toni Jovic bei seinem Debüt in Lotte im Trikot des TSV 1860 München. Foto: imago/osnapix Toni Jovic (Lotte) im Zweikampf gegen Herbert Paul (Muenchen). Foto: osnapix DFB regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video

Lotte. Er hatte sein ganzes Leben auf dem Balkan Fußball gespielt. So überraschte es, als Toni Jovic im Januar auf einmal bei den Sportfreunden Lotte landete. Da war er in Deutschland völlig unbekannt. 180 starke Drittligaminuten und das goldene Tor beim 1:0-Sieg in Großaspach später klingt es verheißungsvoll, wenn der 26-jährige Kroate durchblicken lässt: Er ist nicht nur gekommen, um hier Geld zu verdienen. Er ist gekommen, um zu bleiben.

„Ich war einfach durch mit Fußball in Kroatien und Bosnien“, sagt der 1,78 Meter große Stürmer in flüssigem Englisch. Obwohl er lange Jahre 1. Liga spielte und zweimal mit Zrinjski Mostar Meister Bosnien-Herzegowinas wurde, sei er „tired“ gewesen – wörtlich übersetzt: müde. Ein Wort, dass mal gar nicht zur quirligen Art und Weise passt, mit der Jovic auf dem Feld die Gegner umdribbelt.

Mit seinem Spielstil harmoniert aber, wie er die Riesenprobleme des Fußballs in Jugoslawiens Nachfolgestaaten – Korruption und Manipulation – eher umschifft. Er spricht die sichtbaren Dinge an: „Bedingungen und Infrastruktur – sie sind schlecht. Es gibt auf dem Balkan so viele Talente, sie können sich aber nicht entwickeln“, sagt Jovic. So habe er zuletzt das Verlangen gehabt, den Resetknopf zu drücken und einen richtigen Neustart zu wagen.

Spielte schon Champions-League-Qualifikation: Toni Jovic für Zrinjski Mostar hier gegen NK Maribor. Foto: imago/Grubisic


Zwei Dinge gaben Starthilfe: Die Pläne seiner Verlobten, als praktizierende Ärztin beruflich in Deutschland Fuß zu fassen. Und die Tatsache, dass sich tatsächlich jemand meldete auf das Video mit dem Zusammenschnitt seiner besten Szenen, die er bei über drei Ecken bekannten Leuten aus dem Fußballbusiness in Münster platziert hatte. „Ich war vor Weihnachten in München beim Geburtstag des Bruders meiner Verlobten. Da rief Lotte an und fragte, ob ich zwei Tage zum Probetraining kommen kann. Da habe ich mich direkt ins Auto gesetzt – es ging los“, erinnert sich Jovic.

Heirat im Sommer geplant

Vorgestern ist Jovic in seine Wohnung in Lotte eingezogen – 1300 Kilometer entfernt von der Familie und seiner künftigen Frau, aber ganz nah bei seinem neuen Team, in dem er so schnell Fuß gefasst hat. „Alle haben mir toll geholfen: Michael Schulze war meine rechte Hand beim Einrichten von Telefon und Internet – und auf dem Platz übersetzt mir Sturmkollege Gerrit Wegkamp alles taktische“, sagt Jovic. Die wichtigsten Fußball-Begriffe hat er auf Deutsch schon drauf: „Klatsch. Zeit. Hin-ter-man.“

Einen Deutschkurs macht er jetzt trotzdem. Zumindest in den nächsten Monaten hat er dafür viel Zeit. „Meine Verlobte, eine Bosnierin, kommt im April mit einem 90-Tage-Visum – und wenn sie bei der Hochzeit im Sommer ja sagt, darf sie unbegrenzt bleiben“, erklärt der Stürmer die Pläne der beiden. Da trifft es sich, dass sein Vertrag in Lotte bis 2020 läuft. Jovic will vorankommen. „Persönlich möglichst viele Tore und Vorlagen in der Rückrunde – und als Team ein Platz unter den ersten zehn“, lautet das Ziel des Neuen beim Tabellenelften vor dem Heimspiel am Montag gegen Münster (19 Uhr).




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