„Wir machen zu viele Fehler“ Rußwinkel-Rot und Fehler im Angriff: Bissendorf verliert erneut

Ausgehebelt: Julian Jenner (Mitte) und die Bissendorfer fanden nach der Pause zu selten einen Weg durch Mindens Abwehr – und wenn, dann traf der TVB nicht immer.Ausgehebelt: Julian Jenner (Mitte) und die Bissendorfer fanden nach der Pause zu selten einen Weg durch Mindens Abwehr – und wenn, dann traf der TVB nicht immer.
Stefan Gelhot

Bissendorf. Am Samstag schien der zweite Saisonsieg für Bissendorfs Drittliga-Handballer so nah wie wohl noch nie in dieser Saison. Kleinere Unzulänglichkeiten und eine umstrittene Rote Karte summierten sich jedoch zu einem 26:28.

„Es tut schon weh. Es wäre mehr drin gewesen“, musste Trainer Jan Thaler nach der elften Niederlage im zwölften Spiel bilanzieren. Dabei schien das Glück durchaus geneigt, sich gegen GWD Minden II auf die Seite des TVB zu schlagen. „Das hab ich auch gedacht“, gab Fabian Rußwinkel zu, der vom eigenen Kreis über die Mithilfe des Innenpfostens ins Mindener Tor getroffen hatte, das bei einer Zeitstrafe zugunsten des sechsten Feldspielers verwaist war (18:16, 36.). Zwei folgende Überzahl-Angriffe ließen die Bissendorfer aber sträflich liegen, fünfeinhalb Minuten später lagen sie 18:19 (42.) zurück.

Bissendorf zur Pause noch auf einem guten Weg

„Wir verpassen es, uns ein kleines Polster zu schaffen, so dass wir uns vorne auch mal einen Fehler erlauben können“, benannte Kapitän Christian Rußwinkel das Manko, das seinem Team schon oft zum Verhängnis wurde: „Wir machen zu viele Fehler.“ Schon in der ersten Halbzeit hatten die Gastgeber einige Chancen ausgelassen, mit einem 15:14 aber immerhin zum dritten Mal in dieser Saison eine Führung mit in die Pause genommen.

„Das erste Spiel, wo wir richtig gut Abwehr gespielt haben“

„Es ist das erste Spiel, wo ich sage, dass wir richtig gut Abwehr gespielt haben“, erklärte Fabian Rußwinkel später. Torhüter Hendrik Peters hatte einen guten Tag erwischt und Bissendorf ein ums andere Mal schadlos gehalten. Aber „in der zweiten Halbzeit lief vieles gegen uns“, sagte Christian Rußwinkel. Dieses Mal gar nicht so sehr in der eigentlichen Bissendorfer Problemzone, der Defensive. „Wir haben vorne nicht mehr den Zug zum Tor gefunden. Das ist sonst eigentlich unsere Stärke. Heute stand die Abwehr gut, aber wir haben es vorne verspielt“, erklärte der Kapitän. Er konnte dem Aufsteiger da schon nicht mehr helfen, einen Weg durch die offensiver eingestellte Deckung der Mindener Bundesliga-Reserve zu finden.

Für Bissendorf spielten

Peters, Hemken to Krax – F. Rußwinkel 9 Tore, Kluwe 5, Bormann 4, Brack 2, Kastner 2, Zare 2, C. Rußwinkel 1, Schuering 1, L. Brüggemann, S. Brüggemann, Grass, Jenner, Möllering, Seger.

Nach umstrittenem Rot fehlt Bissendorfs „Denker und Lenker“

Keine zehn Minuten nach Wiederanpfiff hatte Rußwinkel die Rote Karte gesehen (40.) für ein Foul in der Abwehr, das auch mit einer Zwei-Minuten-Strafe hinreichend geahndet gewesen wäre – zumal sein zunächst vermeintlich schwer getroffener Gegenspieler kurz darauf schon wieder stand. Auch nach dem Spiel war der Platzverweis noch die am meisten diskutierte Szene. „Das regt mich tierisch auf“, ergriff Bruder Fabian Partei für den Rotsünder, fand aber auch noch eine weitere Erklärung für die Niederlage: „Mit der 3-2-1-Deckung hat Minden uns aus dem Konzept gebracht. Da sind wir dann nicht mehr in die Zweikämpfe gekommen, und wenn, dann auf 15 Metern – und dann kommst du nicht weit.“ Auch für Trainer Thaler waren der aus seiner Sicht zu harte Platzverweis und die Folgen ein Knackpunkt im Spiel: „Christian fehlte uns als Denker und Lenker mit seiner Spielübersicht gegen die 3-2-1-Abwehr.“

Im Endspurt reicht auch die Überzahl-Brechstange nicht

Dass Levin Zare (nach Knie-OP nur für Siebenmeter im Spiel) und am Ende Rußwinkel fehlten, waren zwei schwere Hypotheken, aber „auch so hatten wir die Chance“, sagte der Trainer. Das galt zumindest bis zum 23:23 (50.). Danach setzte sich Minden auf zwei bis drei Tore ab und ließ sich auch nicht mehr beirren, als Bissendorf auf Kosten des Torwarts einen siebten Feldspieler einsetzte. Auch in Überzahl reichte die TVB-Brechstange nicht mehr zur Wende – bezeichnend, dass die Gastgeber mit zwei freien Würfen in den letzten Minuten am Gäste-Torwart scheiterten.


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