87:57 gegen Bergische Löwen Girolive-Panthers marschieren in die Basketball-Bundesliga

Von Johannes Kapitza, Andre Pottebaum und Ansgar Maßbaum

Spielmacherin Jenny Strozyk (am Ball gegen Marquisha Harris) spielte im dritten Finale groß auf und führte die Girolive-Panthers zurück in die Bundesliga. Foto: Helmut KemmeSpielmacherin Jenny Strozyk (am Ball gegen Marquisha Harris) spielte im dritten Finale groß auf und führte die Girolive-Panthers zurück in die Bundesliga. Foto: Helmut Kemme 

Osnabrück. Die Girolive-Panthers spielen in der kommenden Saison wieder Basketball auf erstklassigem Niveau. Mit einer Machtdemonstration marschierten die OSC-Frauen im dritten Playoff-Finale gegen die Bergischen Löwen zu einem 87:57-Erfolg und gewannen die Serie um den Aufstieg in die Bundesliga mit 2:1 Spielen. Nach zwei vergeblichen Anläufen war der Jubel nach dem grandiosen Erfolg umso größer.

Im Alles-oder-Nichts-Spiel offenbarte sich den 850 Zuschauern in der ausverkauften OSC-Halle gleich im ersten Angriff die Nervosität: Brianna Rollerson brachte den Ball erst im dritten Anlauf im Korb unter. Die nächsten Offensivaktionen der OSC-Frauen versandeten, aber auch die Löwinnen trafen zunächst schwach. Jenny Strozyk und Sarah Olson setzten mit ihren Dreiern ein Zeichen (12:8/5. Minute) – zur Freude von Panthers-Trainer Mario Zurkowski.

Foto: Helmut Kemme

Emma Eichmeyer von der Freiwurflinie und Strozyk per Fastbreak erhöhten auf 16:8 (7.). Nach einigen Fehlwürfen kamen die Gäste besser ins Spiel: Zwei Dreier ließen das Polster schnell schrumpfen (16:14/8.). Aber die Panthers hatten etwas entgegenzusetzen: Mit großem Einsatz griffen sie sich Bälle unter dem eigenen Korb und machten Tempo. Strozyk ließ einem Dreier zwar nur einen Freiwurftreffer folgen, aber in die erste Pause nahmen die Panthers einen 27:17-Vorsprung.

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Panthers schlagen weiter aus der Distanz zu

Vor den Augen der Fußballer des VfL Osnabrück, die zwei Tage zuvor den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft hatten, traf Olson früh den fünften Panthers-Dreier, bevor auch Löwen-Topscorerin Kristina Puthoff-King ihre ersten Zähler im gesamten Spiel verbuchte. Ein Steal von Kata Takács gegen Puthoff-King ließ die Halle jubeln. Die Vizekapitänin verwandelte im Alleingang, Tonia Dölle und Olson (Dreier) bauten die Führung aus (37:19/14.). Bei den Gästen lief kaum etwas zusammen. 

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Selbst Marquisha Harris traf zweimal nicht von der Freiwurflinie. Bei den Panthers spielte Regisseurin Strozyk weiter groß auf. Dölle traf nun auch aus der Distanz (42:21/17.) – der siebte Dreier des Tages für den OSC, und Olson ließ noch ihren fünften Distanztreffer vor der Pause folgen. Mit 49:24 ging es in die Halbzeit. Oben drauf gab es ein deutliches Rebound-Übergewicht (31:15) und die besseren Trefferquoten aus dem Spiel (47 zu 29 Prozent).

Foto: Helmut Kemme

Panthers ziehen auf 30 Punkte davon

Die erkrankte Kapitänin Melina Knopp (Windpocken), die schon das zweite Finale verpasst hatte und das dritte Endspiel in der Sprecherkabine der OSC-Halle verfolgte, musste mit ansehen, wie ihr Team drei Minuten lang ohne Korb blieb. Die Löwen verkürzten, bevor Takács mit Ablauf der Wurfuhr den Dreier zum 52:29 traf. Genau wie im zweiten Finale tat die hohe Führung dem OSC-Spiel nicht gut. Die Gäste knabberten ein wenig an der Panthers-Führung, die jedoch immer größer als 20 Punkte blieb. Mit einem Dreipunktspiel kam auch Rollerson besser in die Partie, wobei die Centerin zuvor schon wegen ihrer Reboundstärke unglaublich wertvoll gewesen war. Die Löwen vergaben, die Panthers spielten sich zunehmend in einen Rausch: Takács sorgte mit ihrem Korb für satte 30 Punkte Vorsprung (65:35/28.). Rollerson erhöhte auf 67:35 vor dem Schlussabschnitt.

Foto: Helmut Kemme

Längst war die Halle eine große Party. Trainer Mario Zurkowski klatschte seinen Co-Trainer Sasa Cuic nach gelungenen Aktionen so sehr ab, dass man Angst um dessen Hände haben musste. Die Panthers spielten die Partie souverän weiter, so dass auch zwischenzeitliche Löwen-Punkte die Stimmung nur kurzfristig dämpfen konnten. Es war das Viertel, in dem Youngster Emma Eichmeyer aufdrehte und für 37 Zähler Vorsprung sorgte (77:40/35.). Auch danach wurde jede Auswechslung so frenetisch gefeiert wie ein Treffer. 

Die Fans standen, die Spielerinnen lagen sich auf der Bank bereits in den Armen und bejubelten auch Julia Dzeko, die mit zwei Freiwürfen den Schlusspunkt zum 87:55 setzte. Zwei Freiwürfe von Puthoff-King korrigierten das Ergebnis nur marginal. Die letzten Minuten waren längst ein Schaulaufen des Aufsteigers, der 1136 Tage nach dem letzten Erstligaspiel die Rückkehr ins Oberhaus perfekt machte.

Die Statistik zum Spiel

Girolive-Panthers - Bergische Löwen 87:57 (27:17, 22:7, 18:11, 20:22)
Panthers: Borchers, Bühner, Dölle 7 Punkte/1 Dreier, Dzeko 2, Eichmeyer 13, Jongeling 4, Olson 20/6, Potratz 3/1, Rollerson 14, Strozyk 15/2, Takács 9/1.
Löwen: Dulkadiroglu, Gawronska 6/2, Ghariani 6/1, Harris 7, Jäger 8, Kley 11/3, Krokowski, Puthoff-King 19/1, Marré, Tautz.
Trefferquote Nah-/Mitteldistanz: 46 zu 26 %
Dreier: 52 zu 78 %
Rebounds: 52/28
Assists: 17/12
Turnover: 13/12



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