Nikolic hinterlässt eine Lücke Bad Laers Volleyballerinnen sind mal wieder auf Trainersuche

Verlässt Bad Laer und hinterlässt eine Lücke: Trainer Zoran Nikolic (links). Archivfoto: Michael GründelVerlässt Bad Laer und hinterlässt eine Lücke: Trainer Zoran Nikolic (links). Archivfoto: Michael Gründel

Bad Laer. Die Volleyball-Verantwortlichen des SV Bad Laer sind nicht zu beneiden: Der Jubel über den Klassenerhalt ist noch nicht verklungen, da müssen sie für die bevorstehende dritte Saison in der 2. Bundesliga schon den wieder einen Trainer finden. Zoran Nikolic hat am letzten Spieltag seinen Abschied bekannt gegeben – und hinterlässt eine Lücke.

„Wir haben noch niemanden in Aussicht“, sagt Abteilungsleiter Stefan Bertelsmann, der allmählich Kummer gewohnt ist in Sachen Trainersuche. Knut Powilleit ging 2017 nach dem Zweitligaaufstieg aus persönlichen Gründen. Nachfolgerin Danuta Brinkmann hielt es nur eine Saison im Südkreis. Inzwischen trainiert sie den SC Union Lüdinghausen in der Regionalliga und leitet die Jugendarbeit beim RC Borken-Hoxfeld. 

Die Mannschaft technisch und taktisch weitergebracht

Die Zusammenarbeit mit ihrem Nachfolger Nikolic hatte Potenzial für eine längere Dauer. „Wir hätten gerne mit ihm weitergemacht“, betont Bertelsmann. Nikolic habe mit seiner emotionalen Art und seinen Engagement überzeugt. „Er hat die Mannschaft technisch und taktisch weitergebracht und in der Hinrunde zu außergewöhnlichen Leistungen angetrieben“, blickt Bertelsmann zurück. 

Foto: Michael Gründel

Dem Höhenflug folgte eine Rückrunde mit viel Verletzungspech. Mit Sara Szmuk, Alina Hellmich und Kapitänin Franziska Bentrup fielen wichtige Stützen aus. „Sonst hätten wir einen Platz unter den besten fünf Teams der Liga erreichen können“, ist Nikolic sicher. 

Trennung von der Familie keine Dauerlösung

Auch für ihn wäre ein Verbleib in Bad Laer sportlich und menschlich sehr gut denkbar gewesen, wenn nicht ebenfalls persönliche Gründe dazwischen gekommen wären. Nikolic in Bad Laer, seine Familie in Wien – das hätte auf Dauer „nicht weiter funktionieren können“, sagt der Serbe. Die Mannschaftsführung habe noch versucht, Kompromisse zu suchen. Das sei jedoch nicht seine Art. „Die Mannschaft braucht von Beginn der Vorbereitung an ihren Trainer, um maximale Leistung zu bringen“, sagt er. 

Nikolic: Alle sind traurig darüber

Es klingt ganz rational, aber Nikolic weiß um den emotionalen Aspekt seiner Entscheidung: „Alle sind traurig darüber. Wir haben alle sehr gut harmoniert und uns verstanden.“ Das Zusammenspiel von Verein, Spielerinnen, Eltern und Sponsoren sieht der 54-Jährige als wichtigen Erfolgsfaktor. „Alle müssen zusammenhalten. Nur so kann man seine Ziele erreichen.“ Für den Verein lautet das Ziel in den kommenden Wochen: Einen neuen Trainer finden. „Dass es uns was kostet, haben wir akzeptiert. Das macht keiner ehrenamtlich“, hat sich Bertelsmann mit den Rahmenbedingungen abgefunden. Das Geld soll aber gut investiert sein, wie Bertelsmann andeutet:

„Ein guter Trainer ist die Grundlage dafür, dass wir die Klasse halten.“



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