66:50-Sieg gegen Avides Hurricanes Panthers gelingt Wendesieg nach mentalem Neustart

Von Johannes Kapitza und Marie Busse

Überragend: Mit 22 Punkten und 13 Rebounds war Brianna Rollerson (am Ball) eine Säule bei den Panthers. Foto:  Helmut KemmeÜberragend: Mit 22 Punkten und 13 Rebounds war Brianna Rollerson (am Ball) eine Säule bei den Panthers. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Erst Opfer der eigenen Nerven, dann mit mentaler Stärke zum Sieg: Die Girolive-Panthers haben das erste Playoff-Halbfinale in der 2. Basketball-Bundesliga für sich entschieden. Das 66:50 gegen die Avides Hurricanes Rotenburg/Scheeßel war ein zähes Ringen.

Der Moment, als der Druck abfiel, ließ sich sekundengenau beziffern. 2:17 Minuten Restspielzeit standen auf der Anzeigetafel, als die OSC-Frauen auf Melina Knopp zustürmten und sie erleichtert in die Arme schlossen. Die Panthers-Kapitänin hatte kurz zuvor den Ball vom Gegner erobert, einen Korbleger verwandelt und war dabei gefoult worden. Auch der Bonus-Freiwurf saß – 61:48. Die Leichtigkeit war wieder da bei den Panthers.

Rollerson glaubt an Comeback-Qualitäten

„Wir wussten, dass wir zurückkommen“, sagte Brianna Rollerson. Sie habe immer an einen Sieg geglaubt, erklärte die Centerin, die mit 22 Punkten und 13 Rebounds konstant ihre Leistung ablieferte. Trotzdem stand der Erfolg vor 800 Zuschauern in der ausverkauften OSC-Halle arg auf der Kippe.

Takács: Rotenburg kann werfen

Eine frühe Zehn-Punkte-Führung der Gastgeberinnen (15:5/5. Minute) hatte nicht lange Bestand. „Wir haben nicht konsequent verteidigt“, stellte Kata Takács fest. „Rotenburg kann gut werfen, und oft stehen dann drei Punkte mehr auf der Anzeige. Wenn sie mal einen Lauf haben, geht es schnell“, sagte die Co-Kapitänin der Panthers, denen im zweiten Viertel fast gar nichts mehr gelang.

Zurkowski: Wir waren wie gelähmt

Nur einmal traf der OSC aus dem Spiel heraus und dreimal von der Freiwurflinie – magere fünf Punkte in zehn Minuten waren eine verheerende Bilanz. Mit 26:33 ging es in die Halbzeit. „Wir waren wie gelähmt“, spürte Trainer Mario Zurkowski den Erwartungsdruck in den Köpfen seiner Spielerinnen. Die Halbzeitpause nutzten die Panthers zum mentalen Neustart.

Befreiter Jubel: Trainer Mario Zurkowski. Foto: Helmut Kemme

„Wir haben abgemacht, dass jede Spielerin für sich noch eine Schippe drauflegt“, gewährte Knopp einen Einblick in die Kabinengespräche. „Wir haben gesagt, wir schalten den Kopf aus und gehen mit maximaler Energie aufs Feld“, sagte Zurkowski, „das haben wir perfekt umgesetzt“. Mit großem Einsatz erarbeiteten sich die Osnabrückerinnen ein Übergewicht bei den Rebounds. „Man konnte auch mal einen Ball danebenwerfen, weil man wusste, dass wir noch eine zweite und dritte Chance bekommen“, sagte Takács, „das hilft viel.“ 

Panthers lassen sich nicht mehr aus der Spur bringen

In diesem Bewusstsein ließen sich die Panthers auch nicht aus der Spur bringen, als die Gäste ihre Führung vorübergehend auf 41:31 ausbauten. Der OSC antwortete wütend, nahm eine kleine Führung (45:43) mit in den Schlussabschnitt, und als dann auch die Dreier von Knopp und Sarah Olson endlich wieder ins Ziel trafen, nahm der Heimsieg Kontur an.

Knopp: Das war wie eine Befreiung

„Ich habe nicht mein bestes Spiel gemacht, aber als ich dann getroffen habe, war das eine Befreiung. Da wusste ich, dass wir das Ding nach Hause fahren“, sagte Knopp. So, wie sich im zweiten Viertel die individuelle Verunsicherung auf das Team übertragen hatte, wuchs nun mit jeder erfolgreichen Aktion das Selbstvertrauen. Der Sieg geriet nicht mehr in Gefahr.

Rollerson: Müssen uns noch mal steigern

Am Freitag (20 Uhr) können die Panthers mit einem weiteren Sieg in die Finalserie einziehen und ein drittes Spiel verhindern. „Wir können es schaffen“, sagt Rollerson, die ahnt: „Jedes Team ist zu Hause ein bisschen stärker. Wir müssen uns noch mal steigern.“


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