Panthers ab Sonntag in Playoffs Cuic und Milosev: Eine Osnabrücker Basketball-Liebe

Ein Küsschen vom Co-Trainer für die verletzte Panthers-Topscorerin: Sasa Cuic und Milica Milosev heiraten im August – als Aufsteiger? Foto: Helmut KemmeEin Küsschen vom Co-Trainer für die verletzte Panthers-Topscorerin: Sasa Cuic und Milica Milosev heiraten im August – als Aufsteiger? Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Ihr Vertrag in Osnabrück gilt auch noch für die nächste Saison – nur ob sie weiter in der 2. Basketball-Bundesliga oder im Oberhaus spielen wird, darauf hat Milica Milosev keinen Einfluss. Seit Januar ist die Topscorerin der Girolive-Panthers außer Gefecht und muss in den Playoffs von außen mitfiebern.

„Ich wäre gerne für die Playoffs bereit, aber das wäre ein Wunder“, sagt die 25-Jährige, die sich in der Partie in Grünberg einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Ende Januar wurde sie operiert, inzwischen laufen Reha und Physiotherapie. Drei Stunden verbringt Milosev damit am Tag. „Ich bin so motiviert“, sagt sie. Ihr nächstes Ziel: „30 Minuten ohne Schmerzen gehen.“ Gehen wohlgemerkt, nicht laufen. Bis sie wieder so athletisch wie vor ihrer Verletzung zum Korb ziehen kann, wird noch einige Zeit vergehen.

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Sie hat mit anderen gesprochen, die sich schon mal das Kreuzband gerissen haben. Mal dauerte es sieben bis acht Monate bis zum Comeback, mal zehn. Trotz dieser Aussichten sagt Milosev: 

„Ich fühle mich richtig gut und bin super positiv.“

Bei den Spielen ihrer Panthers kann die Topscorerin (im Durchschnitt 13,6 Punkte pro Spiel) nur anfeuern. „Ich bin so traurig, dass ich die Saison nicht zu Ende spielen kann.“ Am Sonntag (16 Uhr, Halle A) im ersten Halbfinal-Heimspiel gegen Rotenburg/Scheeßel wird Milosev wieder auf der Bank mitfiebern. „Ich glaube, dass wir dieses Jahr aufsteigen“, sagt sie. Vor allem ist Angstgegner Wolfenbüttel nicht mehr dabei. Nur Halle spiele guten Basketball in der Liga, sieht Milosev den Erstliga-Absteiger als einzigen ernsten Konkurrenten. 

2,08-Meter-Mann weiß, sich unterm Korb durchzusetzen

Beim Aufstieg im dritten Anlauf will Aleksandar „Sasa“ Cuic helfen. Der 35-Jährige, der beim TuS Bramsche spielt, sprang Anfang des Jahres als Co-Trainer bei den OSC-Frauen ein, als Stefan Eggers kurzfristig den Verein verließ. Weil er die Panthers schon länger intensiv verfolgte, brauchte er keine lange Eingewöhnung. „Ich kannte alle Spielerinnen“, sagt Cuic. Als Experte sieht er sich nicht, aber er kann seine eigene Erfahrung einbringen. „Basketball ist Basketball“, sagt er, räumt aber schnell ein: „Meine Dreier sind nicht so gut wie Milicas.“ Früher habe auch er mehr Dreier geworfen, aber im Laufe der Jahre sei er immer näher an den Korb herangerückt, schmunzelt der 2,08-Meter-Mann, der den Panthers vor allem beibringt, sich unter dem Korb durchzusetzen.

Hochzeit im August geplant

Der Aufstieg wäre nicht die letzte Feier: Für August ist die Hochzeit von Milosev und Cuic terminiert. Ein Co-Trainer und eine Spielerin, die eine Beziehung haben – kann das funktionieren, oder sind da auch mal Meinungsverschiedenheiten programmiert, die vom Feld mit nach Hause getragen werden? „Wir sind lange genug im Basketball und wissen, wie man sich professionell verhält. Wir wissen, wann Zeit zu scherzen ist und wann arbeiten angesagt ist“, sagt Cuic. Im Sommer hatte er mit Milosev drei Monate lang ein individuelles Trainingsprogramm absolviert. Im Basketball „sind wir beide Profis, aber nicht Mann und Frau“, sagt Cuic.

Foto: Helmut Kemme

Milosev: Ehemann in spe hat schon länger positiven Einfluss

Wenn ungeliebte Übungen anstehen, dann ärgere sie sich über Cuic wie über jeden anderen Trainer auch, sagt Milosev, betont aber: „Nach dem Training ist alles okay.“ Cuic habe mit seinen schnellen und klaren Anweisungen einen positiven Einfluss auf sie, hat sie festgestellt, als ihr Verlobter noch auf der Tribüne und nicht auf der Trainerbank ein gefragter Ansprechpartner war.

Kontaktaufnahme aus Wiedenbrück

Seit drei Jahren sind die beiden ein Paar, dank Cuic’ allgemeinem Interesse am Sport. Er spielte in Wiedenbrück, studierte aber auch die Statistiken aus der 2. Frauen-Bundesliga. Milosevs Name fiel ihm ins Auge. „Milica ist ein Name aus meiner Heimat, und nach Osnabrück waren es nur knapp 70 Kilometer“, sagt der Kroate, der Kontakt zur Montenegrinerin aufnahm. Sie trafen sich zum Kaffeetrinken, und die Beziehung nahm ihren Lauf. Milosevs Verbundenheit zu den Panthers brachte letztlich Cuic nach Bramsche. „Ich wollte nicht in Spanien spielen und sie nur an Weihnachten treffen. Aber für Milica kam kein anderer Verein infrage. Sie hatte nur Osnabrück in ihren Gedanken“, erinnert sich der 35-Jährige. Für ihn zählte auch: „Milicas Karriere ist noch lange nicht zu Ende.“

Mit dem TuS Bramsche ist Sasa Cuic (am Ball) in dieser Saison in die 1. Regionalliga aufgestiegen. Archivfoto: Rolf Kamper

Cuic ist mit Bramsche schon aufgestiegen

Cuic hat in Sachen Aufstieg schon mal vorgelegt. Vor wenigen Wochen gelang ihm mit dem TuS Bramsche der Sprung in die 1. Regionalliga. „Ich freue mich auf die nächste Saison, auch wenn sie etwas herausfordernder wird“, sagt er. Seine künftige Ehefrau hätte gegen solche Aussichten nichts einzuwenden – ihr Vertrag gilt schließlich auch für die Bundesliga.


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