Linzenzantrag bis zum 31. März HSG Nordhorn-Lingen klopft an die Tür zur Bundesliga

Spielt die HSG Nordhorn-Lingen in der nächsten Saison wieder in der Bundesliga? Foto: Lars SchröerSpielt die HSG Nordhorn-Lingen in der nächsten Saison wieder in der Bundesliga? Foto: Lars Schröer

Lingen. Genau zehn Jahre nach dem Zwangsabstieg aus der Handball-Bundesliga klopft die HSG Nordhorn-Lingen wieder an das Tor zur Elite-Liga. Die Euphorie im Umfeld ist groß. Sollte der Tabellendritte sich noch um den einen entscheidenden Rang verbessern, will der Verein die Chance nutzen.

Diese Aussage ist deutlich, ansonsten hält sich die HSG eher bedeckt. Das Zwei-Städte-Team, das 2009 wegen des eingeleiteten Insolvenzverfahrens die Bundesliga verlassen musste, will nicht durch Reden, sondern durch Taten überzeugen. Das gelingt sportlich und organisatorisch. Der Aufstieg war als Ziel für 2020 oder 2021 anvisiert worden.

Linzenzantrag bis zum 31. März

Bis zum 31. März muss und wird die HSG den Lizenzantrag zur Bundesliga stellen. Die Vereinsführung will ihre Pläne nach dem Spiel daheim gegen Ferndorf erst im April vorstellen. Daran ändert auch die 17:24-Niederlage am Freitagabend beim VfL Lübeck-Schwartau nichts. Um im Fall der Fälle konkurrenzfähig zu sein, müsste Nordhorn-Lingen den Etat von geschätzten zwei auf drei Millionen Euro erhöhen.

„Wir würden gern aufsteigen“, bekennt der hauptamtliche Geschäftsführer Matthias Stroot. Im Tagesgeschäft spielt das Thema keine große Rolle. „Man spricht eher über die aktuelle sportliche Situation.“ Das Interesse steigt dennoch. Zuletzt haben mögliche Sponsoren um Termine gebeten. „Das ist sonst nicht so“, erklärt Stroot, für den die Maxime gilt: „Wir denken von Spiel zu Spiel.“ Zwölf Partien bleiben bis Saisonende.

Bültmann will keine Zeit für Träume verschwenden

„Es macht keinen Sinn, die Zeit für Träume zu verschwenden“, sagt Trainer Heiner Bültmann, der noch in den Zweitligazeiten vor dem Erstligaaufstieg 1999 für die HSG gespielt hat, seit 2006 unter Ola Lindgren Co-Trainer war, und seit einem Jahrzehnt eine klare sportliche Handschrift hinterlässt. Der 47-Jährige, unübersehbare 2,08 Meter lang, ist dienstältester Coach der Liga und Garant der kontinuierlichen Entwicklung. Ein akribischer Arbeiter und Tüftler.

Mit Pavel Mickal und Nicky Verjans zählen noch zwei Akteure aus verblichenen Erstliga-Zeiten zur Mannschaft. Sie verfügt über ein breites Angriffsrepertoire und ist bärenstark in der Abwehr. Erstmals wurden vor dieser Saison Spieler verpflichtet, die eine sofortige Verstärkung waren: Der torgefährliche Georg Pöhle, Julian Possehl und Bart Ravensbergen, einer von fünf niederländischen Nationalspielern. Als in der Hinrunde bis zu vier Leistungsträger gleichzeitig ausfielen, klagte die HSG nicht, sie machte einfach. Nach einem Zwischentief folgten 27:3 Punkte, dabei acht Siege in Serie. Sie kletterte auf Rang drei, fegte den Tabellenzweiten Coburg 29:21 aus der Halle. Nach der Niederlage beim Spitzenreiter Balingen folgte ein 36:25 gegen den Vierten Essen. „Fantastisch“, schwärmte Bültmann, ansonsten ein nüchterner Analyst.

Der Abstand zum zweiten Aufstiegsrang beträgt drei Punkte. Dort rangiert Coburg, das in der Rückrunde 8:6 Zähler holte, die HSG dagegen 12:2. Die Zuschauer puschen das Zwei-Städte-Team. 2487 kamen im Schnitt. 3302, 3541 und 3543 waren es zuletzt in Lingen.

„Die Rahmenbedingungen haben sich erheblich verbessert“, verweist Bültmann auf die wieder besetzte Position des hauptamtlichen Geschäftsführers, eine erstligataugliche neue Geschäftsstelle sowie die Hallen in Lingen (Emslandarena) und Nordhorn (Euregium). Dort müsste nur noch der in der Bundesliga geforderte blaue Hallenboden mit weißen Linien und schwarzem Außenbereich verlegt werden.


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