Deutlich weniger Sportler als im Vorjahr Stadt Osnabrück ehrt 126 Sportler für besondere Leistungen

Familiensache: Auch die Schwimm-Geschwister Franziska und Jonas Bergmann (Dritte und Vierter von links) wurden von OB Wolfgang Griesert, Stadtsportbund-Chef Ralph Bode und Ratsfrau Petra Knabenschuh (von links) ausgezeichnet. Foto: Swaantje HehmannFamiliensache: Auch die Schwimm-Geschwister Franziska und Jonas Bergmann (Dritte und Vierter von links) wurden von OB Wolfgang Griesert, Stadtsportbund-Chef Ralph Bode und Ratsfrau Petra Knabenschuh (von links) ausgezeichnet. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. 126 Sportler sind am Freitagabend bei der Sportlerehrung der Stadt Osnabrück für ihre herausragenden Erfolge im Jahr 2018 geehrt worden. Das waren deutlich weniger Athleten als im Vorjahr. Der guten Stimmung in der Osnabrück-Halle tat das jedoch keinen Abbruch.

Die Zahl der ausgezeichneten Sportler sank um fast ein Fünftel, die Zahl der geehrten Leistungen blieb annähernd stabil: „Das, was im Osnabrücker Sport auf die Beine gestellt wird, ist beeindruckend“, resümierte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert bei der Sportlerehrung der Stadt. 126 Sportler aus 14 Vereinen und 16 Disziplinen wurden von der Stadt Osnabrück für herausragende Leistungen im Jahr 2018 geehrt – das sind 29 Athleten weniger als im Vorjahr. Ein Trost: Die Zahl der ausgezeichneten Leistungen sank nur minimal von 70 auf 68. Das ist allerdings auch der drittniedrigste Wert in den vergangenen 15 Jahren. 

Quelle: Stadt Osnabrück/Grafik: NOZ/Hente

Griesert: Beweis, dass hier etwas richtig gut läuft

Grund zur Sorge besteht nach den Worten von Oberbürgermeister Griesert nicht. „Wenn ich die beeindruckenden Leistungen sehe, ist das der eindeutige Beweis, dass hier etwas richtig gut läuft“, würdigte er das Engagement von Sportlern, Ehrenamtlichen und Vereinen. Der Stadtsportbund, die Politik und die Verwaltung legten dafür mit einer guten Zusammenarbeit die Basis, befand das Stadtoberhaupt. Ausgezeichnet wurden Leistungen von der Berufung in eine Landesauswahl bis zur Teilnahme an einer Weltmeisterschaft oder an Olympischen Jugendspielen.

Dauergäste bei der Sportlerehrung: Die Orientierungssportler Sergej und Olga Sonnenberg. Foto: Swaantje Hehmann

Nicht alle erfüllen die städtischen Kriterien

Allein eine weitere Tanzformation der Patsy & Michael Hull Foundation hätte die Bilanz der Geehrten auf einen Schlag wieder aufgebessert, aber nicht alle erfolgreichen Gruppen erfüllten die kommunalen Voraussetzungen für eine Ehrung. So holten die Hull-Tänzer einen Titel in einem kommerziellen Verband, der nicht vom Deutschen Olympischen Sportbund und damit auch nicht von der Stadt anerkannt wird. Andere Hull-Gruppen verbuchten Erfolge, die grundsätzlich ehrenwert gewesen wären, aber es mangelte an etwas anderem: Der Konkurrenz.

Kriterien für eine Ehrung durch die Stadt

Gold: Deutsche Meister, Mitglieder einer Nationalmannschaft, gleichwertige oder höher zu bewertende Leistung; Sportler und Förderer, die eine langjährige nationale und internationale Anerkennung errungen und Bezug zu Osnabrück haben. 
Silber: Norddeutsche Meister, Deutsche Seniorenmeister, 2. oder 3. Platz bei Deutscher Meisterschaft.
Bronze: Niedersächsische Meister, Zweit- und Drittplatzierte bei Norddeutscher Meisterschaft oder Deutscher Seniorenmeisterschaft, Mitglieder einer Landesauswahl oder gleichwertige Leistung.
Weitere Voraussetzung für eine Ehrung ist, dass mindestens die dreifache Teilnehmerzahl des erreichten Platzes im Wettkampf vertreten war.

„Total schade, wenn jemand runterfällt“

Für eine Ehrung durch die Stadt braucht es die dreifache Teilnehmerzahl des erreichten Platzes (zum Beispiel zweiter Platz = mindestens sechs Teilnehmer). „Es ist immer total schade, wenn jemand runterfällt“, sagte Susanne Brans vom städtischen Fachdienst Sport. Man dürfe allerdings nicht nur die Perspektive derjenigen sehen, die nicht geehrt werden, mahnte Brans. Aus Sicht derer, die ihre Erfolge nach starken Leistungen in einer großen Konkurrenz verbuchten, seien die städtischen Mindestvoraussetzungen für eine Ehrung nur gerecht.

Traditionelle Disziplinen fehlen

Das gleiche Schicksal wie die Tänzer hatte vor Jahren auch schon mal die Basketballer des Gehörlosen-Sportvereins ereilt. Die waren in diesem Jahr wieder dabei. Dafür tauchten andere Disziplinen nicht in der Statistik auf. In früheren Jahren hatten sich auch schon mal Sumoringer und Schachspieler, Rollsportler, Golfer, Tischtennisspieler, Karatekämpfer, Segler, Fußballer und Kanusportler ihre Ehrennadeln und Urkunden abgeholt, aber sie alle fehlten am Freitagabend.

Alle Geehrten im Überblick

Basketball
Gold: Emma Eichmeyer (Osnabrücker SC).
Silber: Mannschaft mit Samo Dolanc, Jean-Pascal Rinschen, Max Hoischen, Felix Grothmann, Marcel Plogmann, Ingo Grothmann, Friedhelm Wobken, Timo Kruckemeyer, Matthew Harrison, Veli Coskun und Dario Pössel (Gehörlosen-SV); Mannschaft mit Matthew Harrison, Max Hoischen, Ingo Grothmann, Timo Kruckemeyer (Gehörlosen-SV in Spielgemeinschaft mit GTSV Frankfurt).
Bowling
Bronze: Doris Peters (SV Rasensport).
Duathlon
Bronze: Elisabeth Erwig (TSG Burg Gretesch).
Fechten
Bronze: Noë Walter, Femke Bücker (beide Osnabrücker SC); Mannschaft mit Ann Jeanine Braband, Femke Bücker, Charlotte Späth und Tessa Wietheuper; Mannschaft mit Justus Middendorf, Johannes Fip, Hendrik Wiese; Mannschaft mit Johannes Fip, Paul Ollermann, Yannis Müller, Hendrik Wiese (alle OSC).
Judo
Silber: Greta Bolte, Christian Dill (beide Judo Crocodiles).
Bronze: Felix Stöckel, Sarah Hapke, Miriam Garmatter, Christopher Bockholt, Sarah Sachse (alle Crocodiles). 
Ju-Jutsu
Bronze: Philipp Keil, Maike Seifert, Nicole Seifert (alle Crocodiles).
Kegeln
Bronze: Christoph Hösel (Verein Osnabrücker Kegler).
Leichtathletik
Gold: Fabian Dammermann (LG Osnabrück), Malcom Meißner (Osnabrücker Turnerbund).
Silber: Mannschaft mit Adrian Düring, Finn Stuckenberg, Felix Hasselmann und Fabian Dammermann; Mannschaft mit Adrian Düring, Finn Stuckenberg, Andre Rohling und Felix Hasselmann; Mannschaft mit Nils Huhtakangas, Linus Vennemann, Timon Schöning (alle LGO).
Bronze: Stefan Voskuhl, Tina Böhm (beide OTB); Mannschaft mit Adrian Düring, Finn Stuckenberg, Andre Rohling und Marc Nilsson (LGO); Mannschaft mit Stefan Voskuhl, Jan-Niklas Böhm und Matthias Hardt (OTB).
Motorsport
Gold: Mannschaft mit Egon Alles und Said Foltin (Gehörlosen-SV).
Orientierungslauf
Silber: Sergej Sonnenberg (OTB).
Bronze: Andrej Sonnenberg, Olga Sonnenberg (beide OTB).
Rudern
Gold: Paul Leerkamp, Pia Greiten, Elisa Saks (alle Osnabrücker Ruder-Verein); Mannschaft mit Paul Seiters und Marcel Teckemeyer; Mannschaft mit Vincent Sander, Paul Leerkamp, Maximilian Witte, Alexander Schawe, Simon Weitzel, Erik Brinkmann, Jonas Krimpenfort, Linford Meyer und Steuerfrau Theresa Hülsmann; Mannschaft mit Vincent Sander, Simon Weitzel, Jonas Krimpenfort, Erik Brinkmann und Steuerfrau Theresa Hülsmann (alle ORV).
Silber: Johanna Heile, Hans-Günther Tiemann (beide ORV).
Schießen
Bronze: Nils Schlichting, Martina Lingemann, Bruno Schulz, Christoph Storck, Eddy Helmvoigt (alle Schützenverein Lustgarten); Mannschaft mit Nils Schlichting, Bernd Lackmann, Andree Tank; Mannschaft mit Christoph Storck, Norbert Ruschke, Bruno Schulz; Mannschaft mit Martin Mirwald, Norbert Ruschke, Rainer Thamm (alle Schützenverein Lustgarten).
Schwimmen
Silber: Dennis Plaßmeyer (Montessori-Schule), Jonas Bergmann (SG Osnabrück/VfL Osnabrück), Jeremy-Jay Krogull-Hull (VfL Osnabrück), Henning Schliephake (Schwimm-Club Osnabrück 04).
Bronze: Jannis Vornholt (SG Osnabrück), Bianca Lintker, Marina Lintker (beide SC 04); Mannschaft mit Jonas Bergmann, Stefan Pfeiffer, Franziska Bergmann, Janina Braun (SGO); Mannschaft mit Jonas Bergmann, Niclas Mellies, Stefan Pfeiffer, Jeremy-Jay Krogull-Hull (VfL).
Tanzsport
Gold: Paula Heermann (Patsy & Michael Hull Foundation); Mannschaft mit Alica Marie Eckhardt und Anna-Lena Ritter; Mannschaft mit Fabian Hoffmeister und Karoline Dütemeyer; Mannschaft „Stay Phazzed“ mit Tobias Vincent, Rieke Ihlenburg, Sophia Lessmann, Max Ritter, Finja Ostendarp, Melissa-Kathleen Wesseler, Friderike Linkemeyer, Alica Marie Eckhardt, Paula Heermann, Lucas Niemann, Diane Droll, Carina Hiegeist, Manuela Börnhorst, Lena Mauritz, Anna-Lena Ritter, Jona Prause, Laura Niemann, Lara Ann Lichtenberg, Kay Jule Tegeler, Nadja Heidenreich, Nadine Primetshofer, Matthias Pieper, Dennis Pieper und Manuel Urena Gomez; Mannschaft „Diversity“ mit Finja Ostendarp, Nadine Primetshofer, Kay Jule Tegeler, Nadja Heidenreich, Marie Extra, Melissa-Kathleen Wesseler und Lara Ann Lichtenberg (alle Patsy & Michael Hull Foundation).
Silber: Christin Hull; Mannschaft mit Elena Radio-Nov und Luis Ayllon (alle Hull Dance & Events).
Triathlon
Silber: Marc Brinkmann (Osnabrücker Sportclub).
Rope-Skipping
Gold: Mannschaft mit Rebecca Menkhaus, Sophie Dammermann, Victoria Giese, Alina Szypulski und Finja Szypulski (TSG Burg Gretesch).

Weniger Ehrungen, mehr Showacts

Die Reihen in der Osnabrückhalle waren auch deshalb überschaubarer als sonst gefüllt, weil einige Sportler durch Training oder private Gründe verhindert waren. Leerlauf und Langeweile gab es trotzdem nicht: Die Organisatoren aus der Stadtverwaltung hatten eine zusätzliche dritte Showvorführung eingebaut. Die Tanzeinlagen hoben die Stimmung der Sportler. An guter Laune mangelte es grundsätzlich nicht, wie Griesert schon bei seiner Begrüßung der Athleten festgestellt hatte. „Durch Sie bekommt der Sport ein Gesicht“, hatte er gesagt, „und das strahlt heute ganz besonders“.

Mit einem sportlichen Auftritt sorgten unter anderem die Blueberry-Cheerleader des Osnabrücker Turnerbundes für Auflockerung zwischen den Ehrungsblöcken. Foto: Swaantje Hehmann


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