Im Alter von 89 Jahren verstorben Judoka trauern um Friedhelm Kükelhahn – Mann mit großem Herzen

Judo-Pionier Friedhelm Kükelhahn ist tot. Archivfoto: EbenerJudo-Pionier Friedhelm Kükelhahn ist tot. Archivfoto: Ebener

Osnabrück. Sein Handschlag war kraftvoll-verbindlich, ein Markenzeichen eines Judoka. Friedhelm Kükelhahn lebte seinen Sport und wird deshalb umso mehr fehlen. Er ist im Alter von 89 Jahren verstorben.

„Ich bin mehr ein Mann der Tat als ein Mann der Worte“, sagte er, als er Anfang 2015 bei der „Nacht des Sports“ im Scheinwerferlicht stand und für sein Lebenswerk gewürdigt wurde. Der Satz sagte alles über ihn aus: Auf der großen Bühne stand Kükelhahn nicht gern. Bescheidenheit war für ihn ein wichtiges Prinzip im Judo. Aber wenn es um den Sport ging, dann packte er tatkräftig an. Zunächst als Boxer bei Blau-Weiß und für den PSV Osnabrück im Ring, zog es Kükelhahn früh zum Judo. 

Bis 2017 noch als Trainer aktiv

1969 gründete er den Judo-Club Osnabrück und prägte dort Generationen von Judoka. Bis 2017 stand er noch als Trainer auf der Matte. Ein besonderes Augenmerk galt dem Behindertensport. 1981 rief er in der Sutthauser Werkstatt der Heilpädagogischen Hilfe eine Trainingsgruppe ins Leben, die inzwischen im Judo-Club ihre Heimat gefunden hat. Kükelhahn war für die Gruppe Trainer und Manager. Mit Athleten aus Sutthausen war er Stammgast bei Turnieren in Belgien und den Niederlanden.

Engagiert für den Behindertensport

Auch hinter den Kulissen setzte sich Kükelhahn für Sportler mit Behinderung ein. Er kämpfte darum, dass sie die Prüfungen zum Schwarzgurt ablegen durften. 2017 absolvierten auch zwei seiner Schützlinge die Dan-Prüfung – zur großen Freude von Kükelhahn.

Nicht nur bei diesem Thema engagierte sich der Osnabrücker auf Verbandsebene. Im Niedersächsischen Judo-Verband (NJV) machte er sich jahrelang verdient, unter anderem im Rechtsausschuss. Zudem war er lange als Mattenrichter aktiv und bei vielen Turnieren ein gern gesehener Unparteiischer. Auf Verbandsebene wurde er mit der Goldenen Ehrennadel des NJV und der Silbernen Ehrennadel des Deutschen Judo-Bundes ausgezeichnet. Von der Stadt Osnabrück wurde ihm 2011 die Bürgermedaille verliehen.

"Kleiner Mann mit großem Herzen"

Obwohl das Jahr 2018 gesundheitlich nicht einfach war, nahm Kükelhahn weiter am Vereinsleben des Judo-Clubs teil und besuchte zuletzt die Weihnachtsfeier. Judo blieb bis zum Schluss ein wesentlicher Lebensinhalt für den „kleinen Mann mit großem Herzen“, wie ihn seine Judofreunde aus den Niederlanden nannten. jka


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