Mit Kantersieg zum Playoff-Ticket Alle Abwehrpläne der Panthers gehen im Spitzenspiel auf

Kein Abschluss ohne Gegenwehr: Die Panthers-Spielerinnen Tonia Dölle (Mitte) und Brianna Rollerson (links) bedrängen Marquisha Harris beim Wurf. Foto: Helmut KemmeKein Abschluss ohne Gegenwehr: Die Panthers-Spielerinnen Tonia Dölle (Mitte) und Brianna Rollerson (links) bedrängen Marquisha Harris beim Wurf. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Das Playoff-Ticket ist den Girolive-Panthers in der 2. Basketball-Bundesliga nach dem 73:47-Sieg gegen die Bergischen Löwen nur noch theoretisch zu nehmen. Das überdeutliche Ergebnis täuschte aber ein wenig darüber hinweg, wie hart der Spitzenreiter für den Erfolg arbeiten musste.

Die gute Laune war nicht zu übersehen. Es war nicht nur Freude, sondern auch ein gutes Stück weit Erleichterung, die aus den Gesichtern sprach. „Wirklich nervös“ sei das Team vor dem Spiel gewesen, gab Brianna Rollerson zu: „Es war das Duell Erster gegen Zweiter. Das haben wir sehr ernst genommen.“ Genau diese Anspannung verhalf den Panthers vor 800 Zuschauern von Beginn an zum richtigen Fokus. Mit einer Energieleistung hielten die OSC-Frauen die Gäste vom eigenen Korb weg und in der Tabelle auf Distanz.

„Jede hat ihren Beitrag geleistet“

Die verletzte Topscorerin Milica Milosev sah von der Bank aus, wie ihre Teamkameradinnen schon nach knapp fünf Minuten mit 17:4 führten. Fünf verschiedene Spielerinnen trugen mit Punkten dazu bei. „Das war heute wirklich guter Teambasketball. Jede hat ihren Beitrag geleistet“, lobte Trainer Mario Zurkowski.

Zurkowski: Damit hatte keiner gerechnet

In der Abwehr investierte der OSC viel, ging bissig zu Werke und stand besonders Löwen-Topscorerin Kristina Puthoff-King auf den Füßen. Die US-Amerikanerin kam „nur“ auf 22 Punkte. Zehn davon erzielte sie im Schlussviertel, als es die Panthers bereits ruhiger angehen ließen. „Wir haben unseren defensiven Plan hervorragend umgesetzt und ihnen damit den Zahn gezogen“, sagte Zurkowski, der selbst ein wenig vom deutlichen Resultat überrascht war: „Ich glaube, damit hatte keiner gerechnet.“ 

Knopp: Die frühe Führung hat uns gepusht

Schon zur Halbzeit (46:23) war eine Vorentscheidung gefallen. „Wir sind super gestartet. Das hat uns das ganze Spiel über gepusht“, sagte Kapitänin Melina Knopp. Vor allem im zähen dritten Viertel, das von vielen Fehlern geprägt war, hätten die Löwen den Rückstand verkürzen können, aber sie nutzten die Chance nicht. Exemplarisch war, dass keiner der zwölf Distanzwürfe im gesamten Spiel in den Korb fiel. Dagegen waren selbst die drei Dreier der Panthers (bei 22 Versuchen) ein kleines Erfolgserlebnis. „Wir hatten zwar keine exzellenten Wurfquoten, aber haben trotzdem gut gepunktet“, sagte Knopp.

Girolive-Panthers - Bergische Löwen 73:47 (31:14, 15:9, 9:11, 18:13)
Panthers: Borchers, Bühner, Dölle 14 Punkte, Dzeko, Eichmeyer 4, Jongeling 7/1 Dreier, Knopp 9/1, Olson 3/1, Rollerson 19, Strompen, Strozyk 9, Takács 8.
Bergische Löwen: Dulkadiroglu, Gawronska, Ghariani 9, Harris 4, Jäger 6, Kley 1, Krokowski, Puthoff-King 22, Marré 5, Middeler.

Panthers-Trainer: Für heute sehr zufrieden

Im Schlussabschnitt schraubte der OSC das Ergebnis mit einem 12:0-Lauf in die Höhe (70:36/35. Minute). In den letzten Minuten durfte die junge Garde ran, weshalb die Gäste noch einmal verkürzten, aber trotzdem mit einer deutlichen Klatsche nach Hause fuhren. Während Löwen-Coach Jermain D. Barnes eine Benachteiligung seines Teams sah und von einem „lächerlichen“ Freiwurfverhältnis sprach (Panthers: 32; Löwen: 14), befand OSC-Trainer Zurkowski: „Für heute können wir sehr zufrieden sein.“

„Eine gute Übung für die Playoffs“

Im Hinterkopf haben die Panthers bereits, dass die Playoffs näherrücken. Mit dem 14. Sieg im 15. Spiel ist die Teilnahme der Panthers so gut wie sicher. Ein weiterer Sieg aus fünf Spielen reicht, um die letzten Zweifel zu beseitigen. „Wir dachten, dass dieses Spiel eine ganz gute Übung für die Playoffs ist“, sagte Rollerson, die mit 19 Punkten und 16 Rebounds ihr nächstes Double-Double verbuchte.

Rollerson: Löwen sind schwer zu verteidigen

Der Sieg war trotzdem härter erarbeitet, als es von außen aussah: „Die Löwen haben eine gute Mannschaft und sind schwer zu verteidigen“, sagte die Centerin. Womöglich gibt es ein Wiedersehen in den Playoffs. „Vielleicht müssen wir noch ein paar Anpassungen vornehmen“, sah Rollerson trotz Kantersieg Verbesserungsmöglichkeiten.


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