Leo-Awards in Osnabrück "Seit 25 Jahren jeden Tag auf dem Platz" – Peselmann für Lebenswerk geehrt

Marie Busse, Benjamin Kraus und Katharina Preuth

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Showact-Höhepunkt: das Akrobatik-Duo „Wheel Sensation“. Foto: Moritz FrankenbergShowact-Höhepunkt: das Akrobatik-Duo „Wheel Sensation“. Foto: Moritz Frankenberg

Osnabrück. Eine Frau, die boxt und sich noch nie verletzt hat, ein Mann, der im letzten Vierteljahrhundert jeden Tag auf dem Trainingsplatz stand, und ein Team, das nun in Australien seinen nächsten Erfolg einfahren will: Diese kleinen Geschichten machen die Preisträger des Leo-Awards 2018 zu ganz großen Sportlern.

Es war ein würdiges Finale der Gala im Alando Palais – auch wenn Friedhelm Peselmann seiner Auszeichnung in der Kategorie „Lebenswerk“ eher sachlich und aufrichtig-nüchtern begegnete – wie es nun mal seine Art ist. „Ob ich schon mal richtig laut war? Weiß ich nicht. Aber ein klares Wort sage ich schon mal als Trainer. Sonst geht’s ja nicht“, erklärte der Leichtathletik-Trainer des Osnabrücker Turnerbundes (OTB). Dort ist der 66-Jährige seit 1983 aktiv. Erst als Athlet, seit 1993 als Trainer. „Seit 25 Jahren stehe ich jeden Tag auf dem Platz“, sagte Peselmann. Verspürt er mal Eintönigkeit? Nie. „Was gibt es Schöneres, als die Jugend wachsen zu sehen?“

Ehrung für das Lebenswerk: Winfried Beckmann (links) beglückwünscht nicht nur Friedhelm Peselmann, sondern auch dessen Frau Monika. Foto: Moritz Frankenberg


Laudator Winfried Beckmann hatte als Vorsitzender des Kreissportbundes betont, wie meilenweit entfernt der zwei Meter große Trainer von Kategorien wie Sprachrohr oder Selbstdarsteller sei: „Er ist einfach für seine Talente da.“ Auch das Engagement seiner Frau Monika würdigte Beckmann: „Sie hält ihm den Rücken frei.“ Keinesfalls bedeute der Lebenswerk-Preis das Ende seiner Trainerlaufbahn, betont Peselmann: „Solange ich gesund bin, mache ich weiter.“ Am Sonntag war er schon wieder mit der OTB- Jugend bei der Landesmeisterschaft in Hannover.

LG Osnabrück doppelt erfolgreich

Leichtathletik war Trumpf bei den Leo-Awards: Feierte doch auch die LG Osnabrück bei der Nacht des Sports. „Ich habe mit dem Preis geliebäugelt, weil das letzte Jahr sehr gut gelaufen ist. Trotzdem habe ich nicht damit gerechnet“, sagte 400-Meter-Sprinter Fabian Dammermann. Der Dritte der Deutschen Meisterschaft und EM-Teilnehmer verbrachte 30 Tage im vergangenen Jahr auf Wettkämpfen, legte Tausende Flugkilometer zurück und lief jede Woche rund 30 Kilometer. Erstmals unterbot der 21-Jährige die 46-Sekunden-Marke. Im Frühjahr will er sich für Olympia 2020 qualifizieren: „Damit würde ich mir einen Traum erfüllen.“

An dessen Verwirklichung arbeitet Anton Siemer mit. Der 60-Jährige wurde Trainer des Jahres. Rund 25 Leistungssportler und fast 50 Hobbysportler betreut er ehrenamtlich bei der LG Osnabrück. „Der Leo-Award ist eine Anerkennung für die Leichtathletik“, sagte Siemer.

Individuell Leistung bringen, aber sich gemeinsam pushen – das gelang den Mannschaften des Jahres 2018 perfekt. „Ohne das Team würde ich kein Triathlon machen. Wir motivieren uns gegenseitig“, sagte Carmen Otten als Kapitänin der Triathletinnen der TSG Burg Gretesch. „Jede von uns hat ihre Hass-Disziplin“, erklärte Otten – bei ihr sei es das Schwimmen. Sie sei froh, wenn ihre Kollegen ihre Zeiten ausgleichen könnten. Der Leo-Award für die TSG darf nun neben dem Aufstiegspokal 2018 stehen.

Team des Jahres auf dem Weg nach Australien

Jener für „Walkenhorst Motorsport“ ist schon am anderen Ende der Welt: Am frühen Sonntagmorgen hob der Flieger mit drei Fahrern und 16 Teammitgliedern der Motorsportler aus Melle ab – Walkenhorst tritt bei einer internationalen Serie auf legendären Rennstrecken in Melbourne, Suzuka (Japan) und Laguna Seca (USA) an, bevor im Sommer der große Titel beim 24-Stunden-Rennen in Spa (Belgien) verteidigt werden soll. „Bei uns muss jeder in seinem Aufgabengebiet zu 100 Prozent da sein“, erklärte Niclas Königbauer das faszinierende Zusammenwirken verschiedener Expertisen – und wieso er am Freitag allein vor Ort war. „Die anderen basteln bis zum Abflug: Updates für Steuergeräte und Trinksysteme“, so der Teammanager.

Kaum zu glauben, aber wahr: Die Sportlerin des Jahres, Kickboxerin Layla Hassan, hat sich noch nie im Kampf oder Training verletzt. Die Physiotherapeutin weiß aber auch, was sie ihrem Körper zumuten darf und wo die Grenzen liegen. „Auch mein Trainer hat da ein Auge drauf“, sagt die Europameisterin. Ansonsten empfiehlt sie vor allem Frauen das Kickboxen, denn gerade für sie sei es wichtig, sich zu behaupten. „Ich habe mein Selbstbewusstsein durch den Sport bekommen.“

Sportfoto des Jahres: Beachvolleyballer Felix Prummer in Lintorf in Aktion. Foto: Stefan Gelhot


Über das Sportfoto des Jahres staunte das Auditorium: Neben vielen starken Bildern glänzte ein Beachvolleyballer beim Hechtbagger, der direkt in die Kamera zu fliegen scheint. Auch weil Stefan Gelhot als Gewinner der Wahl am Freitagabend nicht vor Ort sein konnte, blieben die Hintergründe zum Foto im Dunkeln – bis jetzt. Der freie NOZ-Fotograf hat das Bild beim Lintorfer Beachvolleyball-Turnier aufgenommen. Es zeigt Beachvolleyballer Felix Prummer.

Am Rande der Nacht des Sports
Das T steht für Coach: Mit der Fußball-TV-Klamaukserie auf Sport 1 erlangte Kenny Krause als in Teilen ernst zu nehmender Assistent von Hans Sarpei überregional Berühmtheit. Auf regionaler Bühne könnte man spotten: T steht für in Teilen treffsicher. Laudator Krause rief als Fußball-Leo-Sieger einen nicht existenten Nachnamen aus. Weil die Meller Ecke direkt nach dem Vornamen Yakup gejubelt hatte, fiel der Fauxpas kaum auf. Zumal Yakup Akbayram direkt den Fokus auf sich zog und höhere Ambitionen des SC Melle erkennen ließ: „Wir wollen zuerst die Landesliga halten. Was dann Ziel ist, sage ich nicht – aber vielleicht spielen wir gegen die da“, sagte er und zeigte auf die Spieler des TuS Bersenbrück (Oberliga).
Deren Vertreter räumten den fiktiven Preis für die lauteste Gruppe der Gala ab – ihr Platz direkt an der Theke war dafür zumindest nicht hinderlich. Laut genug, dass jeder mithören konnte, sprach Kenny Krause nach dem Festakt auf der Raucherterrasse von seiner Karriere als TV-Sternchen. Trotz Eiseskälte interessierte wie amüsierte Zuhörer: die Ex-VfL-Spieler Addy Menga und Andreas Schäfer.
Die Frage, wer bester Squash- Spieler ist, führt bei Fabian (13), Dennis (15) und André (17) Igelbrink zu Uneinigkeit. Jeder der Brüder ist der Meinung, besser als der andere zu spielen. Fest steht, dass alle drei in ihren Altersklassen Deutsche Meister sind – und Leo-Award-Gewinner in der Kategorie Nachwuchs. Man darf gespannt sein, wie stark die brüderinterne Rivalität auch in Zukunft leistungs- wie erfolgsfördernd sein wird.



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