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Glanzvolle Leo-Gala zum 10. Geburtstag Hassan und Dammermann sind Sportler des Jahres in Osnabrück

Benjamin Kraus, Katharina Preuth und Marie Busse

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Sportlerin des Jahres: Layla Hassan. Foto: Moritz FrankenbergSportlerin des Jahres: Layla Hassan. Foto: Moritz Frankenberg 

Osnabrück. Kickboxerin Layla Hassan und Leichtathlet Fabian Dammermann sind Sportlerin und Sportler des Jahres 2018 der Region Osnabrück. Auch bei den Mannschaften des Jahres eroberten Neulinge als Sieger die Bühne der 10. Ausgabe der Leo-Awards am Freitagabend im mit über 600 Besuchern ausverkauften Alando Palais.

Sie genossen eine stilvolle Gala, bei der Selina Dey und René Kemna als Moderatoren angesichts des teils etwas ungeordneten Ablaufplans Improvisationstalent zeigten und auch dank selbstironischer Gelassenheit unterhaltend durch den Abend führten. Bezüglich der Showacts war neben den Auftritten der „Flames“, den Cheerleaderinnen der Artland Dragons, die kraftvolle Akrobatikshow des Duos „Real Sensation“ der Höhepunkt des Abends.

Layla Hassan von der Wallenhorster Kampfsportschule Schawe ging als Sportlerin des Jahres – und war als Europameisterin im Profikampf bis 63 Kilo nach K-1-Regeln gekommen. Ihr Kampf im Mai 2018 gegen die amtierende Titelträgerin hatte Dramatik: Er endete unentschieden – aber die Kampfrichter hatten sich bei den Punkten verrechnet. Hassan bekam den Sieg zugeschrieben. Das Kampfsporttalent ist ihr in die Wiege gelegt worden: Ihr Vater Christian ist Kickboxer, und ihre Mutter Felicia war im Taekwondo aktiv. "Aber mein Trainer musste sich umgewöhnen beim Coachen von Frauen im Vergleich zu Männern: Frauen weinen auch manchmal im Training", verriet Hassan über Oliver Schawe.


Die Nachfolge von Günter Liegmann als Sportler des Jahres tritt Fabian Dammermann an. Es war die knappste Entscheidung des Abends: Der 400-Meter-Sprinter der LG Osnabrück hatte nach Auszählung der Stimmen hauchdünn die Nase vorn vor Thomas Freese (TuS Bramsche), der im Einer-Kajak in der Altersklasse 40 bis 44 den WM-Titel geholt hatte. Dammermann blickt auf ein äußerst erfolgreiches Jahr zurück: Im Finale der deutschen Meisterschaft holte der Osnabrücker Bronze und lief erstmals unter 46 Sekunden. Bei der EM in Berlin zog Dammermann, der in Münster studiert, mit der deutschen Staffel ins Finale ein. "Keine Frage: Wenn man mal bei einer EM war, möchte man zu einer WM. Das ist mein Ziel für das kommende Jahr", sagte Dammermann. "Auf den Erfolg heute gönne ich mir ein Weizenbier", verriet der Athlet.

Erfolge, an denen Anton Siemer seinen Anteil hat. Der LGO-Coach wurde Trainer des Jahres. „Die Begeisterung für die Sportart und meine tollen Athleten“ trieben ihn täglich an, sagte Siemer, der als persönlichen Höhepunkt den EM-Lauf seines Schützlings Dammermann vor 60 000 Fans in Berlin nannte.


Dass die Leichtathletik-Szene in Osnabrück stark ist, zeigte die Verleihung des Lebenswerk-Preises. Friedhelm Peselmann, langjähriger Talente-Förderer beim Osnabrücker Turnerbund, wurde seitens der Leo-Veranstalter Thorsten Pisker und Henning Hacker geehrt – und auch die Organisatoren der Gala wurden auf die Bühne zitiert: Erik Ropken, hielt zum 10. Geburtstag des Events eine Überraschungs-Laudatio. „Ihr haltet die Werte des Sports hoch und erbringt eine herausragende Leistung für die Sportszene der Region“, sagte der Fußballobmann des VfR Voxtrup.

Über den Nachwuchspreis freuten sich die Brüder André, Dennis und Fabian Igelbrink vom Squash-Club Hasbergen, die alle in ihren Altersklassen Deutsche Meister sind. „Der Vater war verantwortlich“, erklärte André Igelbrink entwaffnend ehrlich die Leidenschaft der Familie für die Sportart, die Vater Volker in folgende Worte fasste: „Squash ist einfach der geilste Sport.“

Motorsportler triumphieren

Über 6000 Online-Wähler hatten an den Wahlen teilgenommen. Dazu verteilten neun Fachjuroren 90, 60 und 30 Stimmen– also insgesamt 1620 Stimmen in jeder Kategorie – an je einen Nominierten. So hatte das Voting den klar größeren Anteil an den Gesamtresultaten. Dieses sah in der Kategorie „Mannschaft des Jahres“ das Team „Walkenhorst Motorsport“ vorn: Erstmals nach drei Jahren wurde die 4x400 Meter-Staffel der LG Osnabrück, die bei der Deutschen Meisterschaft in der Altersklasse U 20 Silber geholt hatte, auf Platz zwei verwiesen.

Walkenhorst Motorsport war beim weltgrößten 24-Stunden-Rennen für GT-3-Fahrzeuge im belgischen Spa Francorchamps bei seinem ersten Start im Pro-Cup überhaupt ein sensationeller Sieg gelungen. Nach 511 Runden eines dramatischen Rennens durfte das 30 Mann umfassende Team aus Melle jubeln. Bei der Ehrung war allerdings nur einer da, der den Leo-Award entgegennahm: Weil die Kollegen schon in der Vorbereitung auf das nächste nahende Rennen in Australien sind, vertrat Teammanager Niclas Königbauer die Siegermannschaft allein. "Die laden noch die letzten Updates hoch, bevor wir am Sonntagmorgen zu einem Rennen nach Australien fliegen", so Königbauer.


Auch bei den Frauen gab es neue Titelträgerinnen – und die feierten in Teamstärke: Die Triathletinnen der TSG Burg Gretesch verwiesen die Volleyballerinnen des SV Bad Laer in diesem Jahr auf Platz zwei. Das TSG-Team um Carina Manz, Kimberly Miller, Marlies Peschke, Carmen Otten, Wiebke Krone und Frauke Krone hatte in der Saison den Landesmeistertitel und den Aufstieg in die Oberliga gefeiert. "Wir quälen uns sehr gerne", verriet Mannschaftskapitänin Carmen Otten das Erfolgsrezept des Teams.

Nur beim Fußball-Leo setzte sich eine Serie fort: Zum dritten Mal in Folge jubelte ein Kicker des SC Melle. Nach Jonas Strehl und Lukas Kleine-Kalmer hatte nun Offensivspieler Yakup Akbayram die Nase vorn. Als Event des Jahres wurde der Hüggelcup ausgezeichnet: Das Fußball-Hallenturnier hatte vor kurzem seine 30. Auflage gefeiert. Der Medienpreis ging an Carsten Thye und Matthias Wellbrock, die Stadionsprecher des VfL Osnabrück. 



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