39. OTB-Silvesterlauf Rekordhalterin Böhm kann in diesem Jahr nur zuschauen

2018 nur Zuschauerin: Tina Böhm gewann 2017 in Rekordzeit, ist aber in diesem Jahr verletzt. Foto: Gert Westdörp2018 nur Zuschauerin: Tina Böhm gewann 2017 in Rekordzeit, ist aber in diesem Jahr verletzt. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Sie ist in diesem Jahr das Gesicht des Silvesterlaufs und ziert alle Plakate und Werbeflyer – aber ihren Sieg über 5,6 Kilometer kann Tina Böhm nicht wiederholen. „Es ist schade“, sagt die 28-Jährige. Die Nachwirkungen einer schweren Verletzung machen ihr noch immer zu schaffen.

Bei der Deutschen Meisterschaft in Nürnberg hatte sie sich am 22. Juli im Finale über 3000 Meter Hindernis einen Mittelfußbruch und knöcherne Bandausrisse zugezogen. Für eine bessere Heilung wurden eine Platte und Schrauben eingesetzt, die den Bewegungsablauf stören. „Es nimmt alles seinen Lauf. Ich mache ganz viel Reha und kann mich auch ein bisschen sportlich betätigen“, ist die Polizistin grundsätzlich positiv eingestellt, aber an das gewohnte Pensum mit täglichem Lauftraining ist noch nicht zu denken. „Ich werde beim Silvesterlauf wohl vor Ort sein, aber wahrscheinlich nur als Zuschauerin“, sagt Böhm. 

2017 in Rekordzeit zum Sieg

Im vergangenen Jahr war die Läuferin vom Osnabrücker Turnerbund bei ihrem Heimspiel nicht zu stoppen gewesen. 5,6 Kilometer legte sie in 19:38,52 Minuten zurück – Platz eins und Streckenrekord. „Ich war recht flott dafür, dass ich mich nicht speziell auf den Lauf vorbereitet hatte, sondern ihn aus dem Training heraus gelaufen bin“, sagt Böhm. Den Sieg beim Silvesterlauf hatte sie als Fingerzeig dafür gewertet, dass der Wechsel auf eine längere Stammstrecke (von 400 Meter Hürden auf 3000 Meter Hindernis) gut geklappt habe – bis im Juli die Verletzung folgte.

13 Vereinswechsel mit regionaler Beteiligung

Die verhindert nun auch, dass Böhm noch einmal für ihren alten Verein startet. „Ich hätte gerne noch einen letzten Lauf im OTB-Trikot gemacht“, sagt sie. Zum 1. Januar wird ihr Wechsel wirksam: Mit ihrem Mann Jan-Niklas Böhm und ihrem Bruder Maik Wollherr kehrt sie zu ihrem Heimatverein Ostercappeln zurück. Insgesamt gibt es zum Jahresstart 13 Vereinswechsel mit regionaler Beteiligung – genauso viele wie im Vorjahr. Landesweit sind es 164 Vereinswechsel (Vorjahr: 212).

Vereinswechsel von Leichtathleten zum 1. Januar 2018. Grafik: NOZ Medien/Hente

Wechsel zum OFV eine Hommage an den Vater

In Ostercappeln gebe es zwar keine aktive Leichtathletik-Abteilung mehr, aber der OFV habe die Familie „lange Zeit geprägt“, sagt Böhm. Der Wechsel hat keine sportlichen Gründe, sondern „das machen wir für uns und in Gedenken an unseren Papa“, erklärt sie. Andreas Wollherr, Leichtathletiktrainer mit Leib und Seele beim OFV und dem OTB, war 2015 verstorben. 

„Schauen, ob es noch für den Leistungssport reicht“

Wann sie das erste Mal im Ostercappelner Trikot startet, ist offen. „Mal gucken, wie schnell ich auf die Beine komme“, sagt Böhm. Der Heilungsverlauf braucht Zeit, und irgendwann müssen Platte und Schrauben wieder entfernt werden. „Ich will wieder ein Level erreichen, dass ich jeden Tag laufen kann“, hat sie sich zum Ziel gesetzt. Dann wolle sie „schauen, ob es noch für den Leistungssport reicht“ – oder zumindest für einen Start beim Silvesterlauf.


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