OTB-Silvesterlauf 2018 Silvesterlauf: Hunderte Liter Tee im Zwei-Mann-Betrieb

Mit Wasserschlauch und großen Thermobehältern produziert Hans Laing Hunderte Liter Zitronentee für die Silvesterläufer. Foto: Swaantje HehmannMit Wasserschlauch und großen Thermobehältern produziert Hans Laing Hunderte Liter Zitronentee für die Silvesterläufer. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Wann er das erste Mal bei der Teeproduktion für den OTB-Silvesterlauf geholfen hat, „weiß ich gar nicht mehr genau“, sagt Hans Laing. Zehn Jahre seien es sicherlich schon, sagt der 82-Jährige, der längst ein Routinier darin ist, 3000 Läufer bei kalten Temperaturen mit Heißgetränken zu versorgen.

Die Zeiten, dass ein 160-Liter-Wasserkocher für die Teeproduktion herhalten musste, sind vorbei. Seit vor einigen Jahren eine neue Heizungsanlage installiert wurde, können die Heißwasserreserven im Keller des OTB angezapft werden. „Das ist aus unserer Sicht perfekt“, freut sich Laing über die vereinfachte Arbeit. 900 bis 1000 Liter Zitronentee rührt er an Silvester an. Horst Gunia hilft ihm in diesem Jahr.

Inzwischen im Zwei-Mann-Betrieb zu schaffen

Die Arbeit ist inzwischen im Zwei-Mann-Team zu schaffen. „Anfangs waren es mehr Leute. Heute ist das alles schon ziemlich ausgefuchst“, sagt der ehemalige Maschinenbauingenieur im Stahlwerk Osnabrück.

400 Liter werden vorproduziert

Gute Planung ist die halbe Miete. Laing hat ein detailliertes Protokoll geschrieben, das immer wieder als Arbeitsgrundlage dienen kann. Vom DRK in Osnabrück wurden Thermobehälter mit 25 und 50 Litern Fassungsvermögen abgeholt. Weil das DRK Oesede seine Behälter nicht mehr verleihen, sondern gerne verkaufen wollte, übernahm der Verein die Bestände. Rund 400 Liter können in den Behältern angerührt werden. Anderthalb Stunden veranschlagt Laing dafür am Silvestermorgen. „Danach können wir auch ein bisschen herumlaufen und haben eigentlich einen ruhigen Job“, sagt er.

Drei Dosen Teepulver auf 25 Liter Wasser

Stressig wird es erst, wenn die ersten Läufer wieder ins Ziel kommen und die Teeausgabe beginnt. „500 bis 600 Liter müssen dann noch im laufenden Betrieb nachproduziert werden“, rechnet Laing vor. Wenn ein Behälter leer ist, wird er von jüngeren Helfern in die „Teeküche“ geschleppt. Dort mischen Laing und Gunia wieder Wasser und Aufguss-Zitronentee. Ein Geheimrezept, das es zu hüten gäbe, hat Laing nicht. Drei Dosen Teepulver auf 25 Liter Wasser lautet die Faustregel. 120 Teedosen stehen für den Silvesterlauf bereit.

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Aus einem geplatzten Schlauch gelernt

Statt ausgeklügelter Kochkenntnisse braucht es anderes Wissen: „Ich passe eher auf, dass der technische Ablauf funktioniert“, sagt Laing. Er und seine Mitstreiter hinter den Kulissen mussten lernen, dass ein einfacher Gartenschlauch für die Teeabfüllung nicht geeignet ist. „Das Wasser war so heiß, dass der Schlauch ganz schnell dicke Backen gemacht hat und geplatzt ist“, erinnert sich Laing. Inzwischen ist ein hitzebeständiger Schlauch im Einsatz.

Wehe, wenn die ersten Läufer duschen

Eine ebenfalls nicht zu unterschätzende Herausforderung: Ausgerechnet dann, wenn die ersten Läufer schon unter der Dusche stehen, wird für die vielen Teilnehmer des Zehn-Kilometer-Hauptlaufes der meiste Tee benötigt. „Die späteren Läufer bekommen dann vielleicht etwas kühleren Tee, aber beschwert hat deshalb sich noch keiner“, sagt Laing und sieht auch dem 39. Silvesterlauf gelassen entgegen. „Wenn kein Warmwasser da ist, dann können wir es auch nicht herzaubern.“ Die Läufer wissen den Service trotzdem zu schätzen: Hunderte Liter Tee im Zwei-Mann-Betrieb – das ist schon eine Leistung, auch wenn Laing sagt: „Wir sind nur ein ganz kleines Rad im Getriebe einer so aufwendigen Veranstaltung.“


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