Panthers-Spielmacherin im Interview Für Europameisterin Strozyk stimmt "einfach alles" beim OSC

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Fühlt sich wohl bei den Girolive-Panthers in Osnabrück: Spielmacherin Jenny Strozyk. Foto: Helmut KemmeFühlt sich wohl bei den Girolive-Panthers in Osnabrück: Spielmacherin Jenny Strozyk. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Im Sommer wurde sie Europameisterin mit der deutschen U18, zwei Wochen später stand sie schon wieder beim Training in der Halle: Jenny Strozyk kann nicht ohne Basketball leben. Für sie stand trotz Anfragen anderer Klubs nie infrage, dass sie in der kommenden Saison für die Girolive-Panthers aufläuft.

Frau Strozyk, wie groß ist die Freude über den gelungenen Saisonstart?

Sehr groß. Der Sieg im Pokal in Halle kam unerwartet, weil wir noch nicht so lange in der Vorbereitung sind. Wir sind schon sehr weit und haben uns als Team schon ganz gut gefunden.

Halle gehört zu den Favoriten auf den Aufstieg. War der Sieg im Pokal auch eine Ansage an die Liga, dass mit den Panthers zu rechnen ist?

Das würde ich schon sagen. Allerdings war es auch „nur“ ein Pokalspiel. Beide Teams sind noch in der Saisonvorbereitung und haben einiges ausprobiert. Halle trainiert schon ein bisschen länger als wir, aber es war für beide noch ein Vorbereitungsspiel. Deshalb ist die Aussagekraft für die Saison noch begrenzt.

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Zur Person

Jenny Strozyk, 18, wechselte 2016 zusammen mit Trainer Mario Zurkowski vom Herner TC zum Osnabrücker SC. In diesem Frühjahr legte sie am Heinrich-von-Kleist-Gymnasium in ihrer Heimatstadt Bochum das Abitur ab (Note 1,9). Als Kapitänin und Spielmacherin wurde sie mit der deutschen U18-Auswahl im Sommer in Italien Europameisterin – der erste Titel für eine weibliche Nationalmannschaft des Deutschen Basketball-Bundes. Seit September absolviert Strozyk ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer psychiatrischen Klinik. Sie erwägt, im kommenden Jahr ein Studium aufzunehmen. Ihr Berufsziel ist eine Stelle in der sozialen Arbeit.

Können Sie Basketbälle und Körbe überhaupt schon wieder sehen? Im Sommer hatten Sie wegen der U18-Europameisterschaft nur wenig Urlaub…

Es waren nur knapp zwei Wochen Pause, aber die Zeit hat mir gereicht. Ich habe die Zeit mit Freunden und Familie genossen, aber mich auch schon wieder darauf gefreut, beim Training die alten Mitspielerinnen wiederzusehen und unsere Neuzugänge kennenzulernen.

Als deutsche Kapitänin durfte Jenny Strozyk bei der U18-EM in Italien den Siegerpokal in die Höhe recken. Foto: Fiba

In Italien haben Sie den ersten Titel mit einer weiblichen Mannschaft des Deutschen Basketball-Bundes geholt. Wie sind Sie zuhause und beim OSC empfangen worden?

Meine Familie war nicht bei der EM dabei, aber ich bin von allen sehr herzlich empfangen worden. Wir haben noch viel über die Spiele und die Eindrücke gesprochen, und natürlich hatten alle die deutschen Spiele im Livestream verfolgt. Ich habe viele Nachrichten und Bilder aus der Heimat bekommen, von Familien, Freunden und aus Osnabrück, wie alle gemeinsam die Spiele geschaut haben. Dieses Mitfiebern hat mich sehr gefreut. Unsere neue Spielerin Brianna Rollerson, die ich noch gar nicht kannte, kam beim Training zu mir, hat mich beglückwünscht und gesagt, dass sie alle Spiele geguckt habe und sich nun freue, mit mir zusammenzuspielen.

Die Kapitänin des U18-Europameisters ist sicher nicht nur in Osnabrück in der 2. Bundesliga gern gesehen. Gab es auch Anfragen von anderen Klubs?

Ja, ein paar, aber ein Wechsel stand für mich außer Frage. Es war klar, dass ich in Osnabrück weiterspielen werde. Das Umfeld hier ist super. Ich wusste, dass die Mannschaft im Kern zusammenbleibt. Mario Zurkowski kenne ich seit mittlerweile fünf Jahren als Trainer. Es stimmt also einfach alles in Osnabrück. Für mich war nach der letzten Saison schnell klar, dass ich weiter hier spielen werde.

Bei der EM am Ball für die deutsche U18: Kapitänin Jenny Strozyk. Foto: Fiba/Massimo Ceretti

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In der kommenden Saison spielen Sie als erste Spielmacherin eine größere Rolle bei den Panthers. Was erwarten Sie von der Saison für sich persönlich und für die Mannschaft?

Ich hoffe, dass ich meine Aufgaben als erster Point Guard gut erfüllen werde. Ich habe von Mario mehr Verantwortung bekommen. Ich finde gut, dass er mir diesen Schritt zutraut. Mit der Mannschaft würde ich mir im dritten Anlauf endlich den Aufstieg wünschen – aller guten Dinge sind drei. Wir gucken aber nicht gleich auf das ganz große Ziel, sondern wollen erst mal unsere Zwischenziele erfüllen: Eine gute Hinrunde spielen, nach der Rückrunde die Playoffs erreichen, und dann gucken wir weiter.

Am Sonntag (15 Uhr) geht es erst mal in der zweiten Pokalrunde zu Aufsteiger Alba Berlin. Die Hürde müssten Sie nehmen können?

Ich kenne Alba gar nicht. Ich kenne nur ein paar Jugendspieler, mit denen ich bei der EM zusammengespielt habe, aber sonst habe ich nicht viel von der Mannschaft gehört. Wir dürfen Alba auf jeden Fall nicht unterschätzen, aber wir sollten schon in die nächste Runde kommen. In den vergangenen Jahren sind wir immer in der zweiten Runde gegen Bundesligisten ausgeschieden. Es wäre schön, wenn wir dieses Mal noch eine Runde weiterkommen.


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