Hagener Springreiter bei Heimspiel Mick Haunhorst will sich beim Future Champions 2018 für die EM empfehlen

Von Johannes Giewald

Future Champions 2018: Mick Haunhorst will sich beweisen. Foto: Helmut KemmeFuture Champions 2018: Mick Haunhorst will sich beweisen. Foto: Helmut Kemme

Hagen. Für ihn ist es ein Heimspiel: Der Hagener Mick Haunhorst reitet zum zweiten Mal beim Future Champions auf dem Hof Kasselmann. Der Auftakt ist gemacht, richtig wichtig wird es aber erst am Wochenende. Denn Mick hat ein großes Ziel.

Hagen Mick Haunhorst geht es ruhig an. Nach und nach reitet er auf die Hürden zu und nimmt sie ohne Probleme. Nur einige Male ist ein Schlag zu hören, wie die Hufe seiner Pferde die Stangen berühren, im ersten Durchlauf sitzt er auf Conquest, im zweiten auf Sonnenblümchen. Stangen fallen nicht, null Fehlerpunkte: Im Auftaktspringen beim Future Champions am Donnerstag landet der Hagener auf dem 13. Platz von 76 Springreitern – zeigt sich aber zufrieden.

„Der Bundestrainer hat gesagt, dass ich nicht so schnell reiten soll“, sagt der 14-Jährige. Am Samstag reitet er wahrscheinlich beim wichtigen Nationenpreis im Bundeskader in der Altersklasse Children (U 16). Seine Chancen dafür stehen gut, deshalb sollen Kräfte für das Heimspiel auf dem Hof Kasselmann geschont werden. Denn Mick hat Ambitionen: „Das Turnier ist die wichtigste Sichtung für die EM in Frankreich“, sagt der junge Springreiter. Mick will unbedingt zum sechsköpfigen deutschen Kader bei dem Turnier im Juli in Fontainebleau gehören.

Wichtige Ratschläge vom Bundestrainer Eberhard Seemann (links) sollen Mick beim Springen helfen. Foto: Helmut Kemme

Auf dieses Ziel arbeitet der 14-Jährige schon lange hin. Das Reiten ist dem Kind der Hagener Reiterfamilie Haunhorst in die Wiege gelegt worden, mit „drei oder vier Jahren“ saß der Pferdenarr zum ersten Mal im Sattel, Springreiten kam im Alter von sieben Jahren hinzu. Sein Bruder Max reitet eine Altersklasse höher ebenfalls auf einem hohen Niveau – erst Anfang Mai gewann er im EM-Austragungsort Fontainebleau einen großen Preis und ritt schon bei Horses & Dreams. 

Beim Future Champions steht für Max am Freitag um 12.10 Uhr der Nationenpreis an. „Unsere Eltern achten darauf, dass wir uns nicht vergleichen“, sagt Mick. Stattdessen unterstützen sich die Brüder bei ihren Durchläufen. Jeder beobachtet das Springen des anderen, und gibt Tipps, an welchen Stellschrauben noch gedreht werden kann. 

„Irgendwann will ich einmal in Aachen reiten, davon träumt jeder Springreiter in meinem Alter.“Mick Haunhorst, Nachwuchsspringreiter

Vor seinem eigenen Lauf geht Mick mit Nachwuchsbundestrainer Eberhard Seemann und den Teamkollegen den Parcours ab. Er wirkt dabei gleichermaßen konzen-triert wie gelassen. Der Trainer gibt den jungen Reitern Anweisungen. „Als Springreiter muss man ein gutes Auge haben, um die Distanzen einschätzen zu können.“ 

Der Teenager weiß, dass er einen außergewöhnlichen Sport betreibt. Viele seiner Klassenkameraden spielen Fußball, er habe sich das auch mal angeschaut, sagt der 14-Jährige, aber schnell gemerkt, dass er sich auf dem Pferderücken am wohlsten fühle. 

Mick Haunhorst geht beim Abreiten noch einmal mit der Hand den Parcours durch. Foto: Helmut Kemme

Den Wunsch, später sein Geld als professioneller Springreiter zu verdienen, hat er fest im Blick. „Irgendwann will ich einmal in Aachen reiten“, sagt Mick, „davon träumt jeder Springreiter in meinem Alter.“ Am liebsten mit Conquest. Das Pferd, das er seit zwei Jahren reitet, sei eher von ruhigerer Natur, Sonnenblümchen sei leicht schreckhaft. Auf beiden Tieren macht er einen sicheren Eindruck. „Wir geben alles“, sagt Mick. 

Westendarp glänzt in der Dressur

Einen starken Auftritt zeigt auch Alexa Westendarp auf dem Dressurviereck. Mit Four Seasons reitet die Wallenhorsterin in der Klasse der Young Riders (U 21) auf Platz zwei. Nur Semmieke Rothenberger, Schwester des deutschen Meisters Sönke, zeigt eine bessere Vorstellung auf dem Hagener Dressurplatz, ähnlich gut wie ihr Bruder bei Horses & Dreams im April.

Alexa Westendarp zeigte eine gute Leistung im Dressurviereck. Foto: Helmut Kemme



Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN