Wohliges Polster auf die Abstiegsränge SF Lotte: „Wieder unser altes Gesicht gezeigt“

Von Christian Detloff | 05.02.2017, 18:30 Uhr

Die beiden Tore von Jaroslaw Lindner gegen seinen Ex-Club, die überragende Vorstellung von André Dej in einer geschlossen starken Mannschaft und das Punktspiel-Debüt von Matthias Rahn: Das 3:0 der Sportfreunde Lotte beim SV Wehen-Wiesbaden hatte viele Randgeschichten.

Ähnlich wie sein ebenfalls herausragender Mitspieler Lindner wollte auch Dej nicht im Rampenlicht stehen, sondern lenkte den Fokus lieber auf die Mannschaft: „Wir haben heute wieder unser altes Gesicht gezeigt. Unser Auftritt war gut, wenn auch nicht perfekt“, sagte der 24-Jährige, der sich längst zu „Mr. Zuverlässig“ entwickelt hat.

Nur an wenigen Lotter Angriffen war der Mittelfeldspieler nicht beteiligt. Seine Vorlage zum 2:0 nach Solo über mehr als den halben Platz und sein 3:0 waren echte Hingucker. „Bereits unter der Woche ging es im Training heiß her bei uns. Genau diese Aggressivität wollten wir auch im Spiel zeigen“, so Dej. Und das gelang prächtig.

Nachdem in der Vorwoche beim 1:2 gegen die U23 des SV Werder Bremen der Abstand nach unten leicht geschmolzen waren, gingen die Sportfreunde mit dem Auswärtssieg wieder auf Distanz zum ersten Abstiegsrang. Der Abstand beträgt zehn Zähler. Der Rückstand auf den 1. FC Magdeburg auf dem Relegationsrang drei beträgt nur noch drei Zähler. Zu träumen beginnt in Lotte aber niemand.

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„Wir haben uns endlich wieder belohnt“, freute sich auch Tim Wendel, der am Samstag Kapitän war: „Es war ein schönes Gefühl, die Mannschaft aufs Feld zu führen“, so der Abräumer, der am Mittwoch im DFB-Pokal gelbgesperrt ist. Der gegen Wehen gesperrte Gerrit Nauber trägt dann wieder die Kapitänsbinde. „Das darf Gerrit gerne machen – aber nur wenn er dann auch gewinnt“, sagte Wendel augenzwinkernd – und fügte schelmisch hinzu: „Es war ja schon nicht nett von Gerrit gewesen, mir gegen Bayern Leverkusen vor meiner zweiten Gelben Karte den Ball zu kurz zugespielt zu haben.“

Wie ein Honigkuchenpferd strahlte indes Innenverteidiger Matthias Rahn nach seinem Punktspiel-Comeback. Nicht mal dreieinhalb Monate nach seinem Kreuzbandriss stand Rahn gleich wieder in der Startelf und legte ein überzeugendes Comeback hin. „Eigentlich war ja erst das DFB-Pokal-Spiel am Mittwoch mein heimliches, ehrgeiziges Ziel. Vor dem Anpfiff war ich ungewohnt nervös. Ich habe den Respekt, den ich in der Anfangsphase hatte, mit der Zeit abgelegt. Jetzt freue ich mich mega“, sagte der Innenverteidiger, der sich bei seinem starken Nebenmann Moritz Heyer für die starke Unterstützung bedankte.

„Wir sind froh, dass Matze Rahn wieder bei uns in der Kabine ist“, sagte indes Trainer Ismail Atalan. „Nicht nur sportlich, auch wegen seiner Musik“, ergänzte er lächelnd, „denn Matze ist der Einzige bei uns, der Helene Fischer hört.“ Nach dem 3:0 dröhnte noch laute Ballermann-Musik aus der Kabine…