Vereine hoffen auf Booster-Impfungen Wie 2G und 2Gplus den Sportbetrieb in der Region beeinflussen

Von Johannes Kapitza, Christian Hesse | 08.12.2021, 15:06 Uhr

Ein fehlender – weil ungeimpfter – Spieler, dazu Duschen, die öfter mal ausbleiben, und eine lange Schlange am Testzentrum auch am Sonntag: Drei Momentaufnahmen zeigen, wie 2G und 2Gplus den Sport beeinflussen.

Schauplatz Bersenbrück: Es war für die Oberliga-Fußballer des TuS Bersenbrück eine besondere Situation im letzten Heimspiel des Jahres. Durch die 2G-Regelung durften nur Geimpfte und Genesene auf die Sportanlage. Das galt nicht nur für Zuschauer, sondern auch für die Aktiven. So mussten die Bersenbrücker auf Rechtsverteidiger David Leinweber und Co-Trainer Hugues Mbossa verzichten. Beide sind laut Vereinsangaben nicht geimpft. „Es ist natürlich was Besonderes, dass David und Hughes nicht dabei sein können, weil sie nicht geimpft sind. Sie dürfen nicht mal mehr auf den Trainingsplatz. Das ist schon eine komische Situation“, erklärte Kapitän Marc Flottemesch.

Umgezogen zum Training, ungeduscht nach Hause

In den Duschen und Umkleiden kommt indes die 2Gplus-Regelung zur Anwendung, das heißt: Für die Nutzung braucht es zusätzlich einen aktuellen Negativ-Test. Viele Spieler kommen deshalb umgezogen zum Training und fahren ungeduscht wieder nach Hause. „Weil es sonst einfach zu umständlich ist. Man braucht immer einen, der das dann auch dokumentiert. Das ist für einen Amateurverein nicht immer so einfach“, so Flottemesch.

Die Überwachung und Dokumentation der Corona-Tests vor dem Spiel hatte Physiotherapeut Luca Kalvelage übernommen. Die Gastmannschaft reichte eine Liste ein. „Es war eigentlich ganz entspannt. Wir haben eine Übersicht von der gegnerischen Mannschaft bekommen, wo ganz klar drin stand, wer die Tests überprüft hat und auf wen wir uns berufen können“, erläuterte Bersenbrücks Sportlicher Leiter Thorben Geerken.

Nicht der Grund sein, dass sich das Virus weiter verbreitet

Für das letzte Spiel des Jahres am Samstag in Emden wird der komplette TuS-Tross am Freitagabend in der offiziellen Teststation des DRK in Bersenbrück getestet. „Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, dass wir nicht der Grund sein wollen, dass sich das Virus noch weiter verbreitet. Wir akzeptieren jede Vorgabe und setzen die dann auch konsequent um. Die Gesundheit geht vor, und wir müssen alles dafür tun, um die Pandemie zu bekämpfen“, sagte Geerken. Er zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf beim letzten Heimspiel gegen Hagen/Uthlede. „Die Zuschauer haben die Abstände am Platz ganz gut eingehalten und es gab beim Einlass auch keine größeren Staus. Es hat ganz gut geklappt, und alle haben sich an die Vorschriften gehalten. So kann Fußball auch in dieser Zeit funktionieren.“

„Wenn wir nicht so viele Helfer hätten, wären wir nicht so gut dabei“

Schauplatz Bissendorf: Im strömenden Regen musste am Samstagabend keiner der rund 100 Zuschauer vor dem Drittliga-Heimspiel von Bissendorfs Handballern stehen. Zum schützenden Gartenpavillon kam die Routine am Einlass: Sowohl Kontrolleure als auch Fans waren auf die Bedingungen eingestellt. Drinnen herrschte Maskenpflicht auch am Sitzplatz.

Hygienekonzepte seien für die zweite Warnstufe vorbereitet gewesen, sagte Jürgen Brüggemann, Handball-Abteilungsleiter beim TV Bissendorf-Holte: „Insofern waren wir nicht überrascht, als es so weit gekommen ist.“ Die 2Gplus-Regel bringe mehr Kontroll-Aufwand mit sich. „Wenn wir nicht so viele Helfer hätten, wären wir nicht so gut dabei“, sagte Brüggemann, der auf die Drittimpfung setzt: „Dann müssen wir bei den Geboosterten nicht auch noch Tests kontrollieren.“

Ab Samstag neue Hallensport-Regeln angekündigt

Eine Vereinfachung für die Mannschaft ist in Sicht, wenn ab Samstag mit der neuen Landesverordnung im Hallensport die Testpflicht entfallen könnte, sofern pro Sportler zehn Quadratmeter Platz zur Verfügung stehen. Bis dahin ist das Prozedere noch komplizierter. Für Christian Rußwinkel führt der Weg vom Arbeitsplatz zum Training über die Teststation, „und da stehen im Moment Schlangen und man steht 30 Minuten im Regen“, beschrieb er seine Eindrücke vor Inkrafttreten der Booster-Erleichterungen am vergangenen Samstag.

50 Minuten vom Parkplatz in die Sporthalle

Schauplatz OSC: 50 Minuten vom Parkplatz bis in die Halle – das war keine Seltenheit beim Panthers-Heimspiel. Lang war am Sonntagnachmittag die Schlange im Innenhof, und dort reihten sich – weil es ein öffentliches Testzentrum ist – nicht nur Basketball-Fans ein, von denen 160 gegen Halle in die Halle fanden. „Manche planen nur fünf Minuten zum Testen ein. Das ist dann gefährlich“, sagte OSC-Geschäftsführer Hendrik Witte. Testzahlen vom Wochenende will er nicht öffentlich nennen, aber „es war gut was los“, gerade zu Stoßzeiten wie vor dem Heimspiel. Hinzu kamen der letzte Öffnungstag des Osnabrücker Weihnachtsmarktes – und die grundsätzliche Notwendigkeit, bei einem Restaurantbesuch oder anderen Unternehmungen einen Test vorzulegen.

Geduld gefragt – und der Geschäftsführer hilft mit

Bei den Panthers-Fans war Geduld gefragt. Dass 2Gplus gilt, hatten noch nicht alle mitbekommen. Geschäftsführer Sascha Bartsch verschaffte einigen wenigen Karteninhabern noch einen letzten Test, als die Station ihre – bereits ausgedehnte – Öffnungszeit beenden wollte. Immerhin: Weil die Partie im Vergleich zur regelmäßigen Startzeit um 30 Minuten nach hinten verlegt worden war, kamen die meisten Fans pünktlich in die Halle. Zu Wochenbeginn habe sich der Testbetrieb eingependelt, sagt Witte und hofft, dass das Boostern „eine gewisse Erleichterung“ bringt.