VIP-Tower mit zwölf Logen soll kommen Vision von SF Lotte: 2020 in der 2. Liga – oder doch nicht?

Von Michael Jonas und Christian Detloff | 13.07.2017, 20:27 Uhr

Der neue Rasen erstrahlt in sattem Grün. „Wie in Wimbledon“, sagt Dieter Prütz. Der Vertriebsleiter der Sportfreunde Lotte hat am Tag der gut besuchten Saisoneröffnungsfeier noch mehr zu bieten.

Die Realisierung eines VIP-Towers steht bevor beim Drittligisten, ein Geschäftsführer Finanzen namens Thomas Mauer wird am 1. August eingestellt, ein Aufsichtsrat soll installiert werden, und Sponsor Frimo Group kündigt die Ausweitung seines Engagements an.

„Ziel 2020. Erfolg!“, lautet die Absicht der Sportfreunde, die per Powerpoint-Präsentation verkündet wird. Nur wie die konkret aussehen soll, da besteht offenbar Uneinigkeit zwischen Prütz und Frimo-Chef Hans-Günter Bayer auf der einen und Obmann Manfred Wilke auf der anderen Seite. Während Vertriebschef und Geldgeber die 2. Liga als Vision nennen („Wir wollen nicht mehr der kleine Dorfverein sein“), grätscht Wilke die beiden mit folgender Formulierung ab: „Es kann die Bundesliga sein, die 2. Liga, die 3. Liga, aber auch die Regionalliga. Welchen Stellenwert eine sportliche Aussage von Herrn Prütz hat, das müssen sie auch selber beurteilen“, sagt Wilke zu den Journalisten und bezieht seinen Einwand offenbar auf die Zeit von Prütz beim VfL Osnabrück. Der öffentliche Seitenhieb saß.

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Wilke lebt, was seine Vorstellung von Öffentlichkeitsarbeit angeht, in einer anderen Welt. Den Hype, den Ex-Trainer Ismail Atalan mit seiner Ankündigung ausgelöst habe, er würde bei Startrainer Pep Guardiola ein Praktikum absolvieren, könne er nicht verstehen. Das sei vom Trainer gekommen. „Wir hätten so etwas nie an die Presse gegeben.“ Die sportlichen Ziele fasst er so zusammen: „Wir wollen uns in der Liga etablieren. Es macht uns Spaß, mittendrin zu sein. Wir wollen eine Marke Sportfreunde Lotte entwickeln. 30 Prozent ist uns abhanden gekommen“, erklärt Wilke und meint wohl den Weggang von Atalan zum VfL Bochum. In der bevorstehenden Saison sei ein einstelliger Tabellenplatz sowie das Erreichen des DFB-Pokals das Ziel.

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Für den multifunktionalen VIP-Tower, der in der Mitte hinter der Haupttribüne entstehen soll, sind von zwölf vorgesehenen Logen bereits acht vermietet. Eine Loge kostet 33 000 Euro. In jedem 32 Quadratmeter großen Raum finden zwölf Personen Platz. Eine 360 Quadratmeter Bewirtungslounge soll auch als Ort der Begegnung dienen. Bevor das Projekt realisiert werden kann, muss der Verein den Grund und Boden, auf dem das Stadion steht, von der Gemeinde kaufen. „Wir wollen zu Beginn der Rückrunde fertig sein. Dafür müssen wir im September anfangen“, sagt Prütz. Die Kosten für den Turm beziffert er auf zwei Millionen Euro. Zudem ist der Bau eines Medical Care Zentrums geplant.

Stadion-Namensgeber Frimo Group unterstützt die Bemühungen der Sportfreunde, professionelle Strukturen zu schaffen, unter anderem in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Finance & Controlling und Adhoc-Sponsorig Der Sponsor erhöhte die Zuwendungen offenbar um mehr als eine Millionen Euro. Durch die enge Zusammenarbeit erhofft sich die FRIMO Group auch einen steigenden Bekanntheitsgrad für das Unternehmen, Image- und Reputationsaufbau sowie die Zuwanderung von Facharbeitern.

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In der Trainerfrage ist Oliver Zapel ein heißer Nachfolgekandidat von Ismail Atalan. „Ja, ich war in Lotte. Ich habe mir die Gegebenheiten vor Ort angeschaut und mich mit Manfred Wilke zusammengesetzt“, sagte der 49-Jährige zu NOZ-Medien. Zu seinem Interesse und dem genauen Gesprächs- oder Verhandlungsstand wollte sich Zapel nicht äußern. „Es gibt dazu eine konkrete Absprache mit Herrn Wilke, an die ich mich halten werde“, betonte er. Zapel ist in Harderberg (Georgsmarienhütte) geboren. Bis zum Ende der vergangenen Saison war er bei der SG Sonnenhof Großaspach angestellt und hatte dort gute Arbeit geleistet.

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