Überraschungssieger Island nah Dissener Hagemeier bei EM: „Stimmung sehr besonders“

Von Sportredaktion | 23.06.2016, 20:15 Uhr

Das Spiel Island gegen Österreich galt vor dem Beginn der Europameisterschaft in Frankreich nicht unbedingt als Leckerbissen. Der Dissener Jonas Hagemeier hatte sich dennoch erfolgreich um Tickets bemüht und genoss den fast schon sensationellen isländischen 2:1-Sieg im Stade de France.

„Was wurde ich anfangs belächelt und gefragt, was ich bei diesem Spiel wolle“, erinnert sich der 21-Jährige. „Aber ich habe dann immer behauptet, es würde das Spiel um den Gruppensieg werden. Das war als Witz gemeint – aber von Portugal habe ich bei dieser EM tatsächlich nichts erwartet.“ Zudem sei es der erste Besuch eines großen Turniers gewesen.

Zusammen mit einem Studienkollegen reiste Hagemeier nach Paris. Dort übernachteten sie bei einem Freund, den sie während des Auslandssemesters kennengelernt hatten. Sicherheitsbedenken hatte er deswegen auch keine: „Wir haben uns im Vorfeld darüber ausgetauscht. Die bisherigen EM-Berichte aus Paris waren aber durchweg positiv – und die Vorfreude wollte ich mir dadurch sowieso nicht nehmen lassen.“ Die dauerhafte Polizeipräsenz sei auffällig gewesen, habe aber auch für eine „gefühlte Sicherheit“ gesorgt. Im Umfeld und im Stadion wären die Sicherheitskontrollen allerdings nicht besonders streng gewesen: „Ein ganz normales Abtasten, wie man es von Bundesliga-Spielen kennt. Mehr nicht.“

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Das könnte aber auch an der völlig friedlichen Stimmung vor dem Stadion gelegen haben. „Isländer und Österreicher feierten überall gemeinsam. Auch viele Fans anderer Länder waren da. Ich habe Brasilien-Trikots gesehen, Nordiren, Franzosen, Costa Ricaner, sogar Holländer. Und zwei Reihen hinter uns saßen andere Deutsche.“

Die Tickets hatte er sich online besorgt. „Extra nah am Island-Block, damit wir möglichst viel Stimmung mitbekommen. Nach dem späten Siegtreffer war das schon sehr besonders“, berichtet Hagemeier. Auf dem Weg zum Stadion hatte er nur mit Österreichern in der U-Bahn gesessen: „Die haben auch gut Stimmung gemacht, aber den Isländern hat man schon angemerkt, dass die EM für sie ein vielleicht einmaliges Erlebnis ist.“

Nach dem Spiel ging es für die beiden Studenten zur Fanmeile am Eiffelturm, um die beiden letzten Vorrundenspiele zu schauen, bevor es nach etwas Sightseeing am Samstagmorgen zurück nach Deutschland geht. „Wir wären gerne noch länger geblieben – aber die Bachelor-Arbeit schreibt sich halt nicht von alleine.“