Steuerbelastungen für Vereine ein Thema Markige Worte bei vorletzter Regionalkonferenz des KSB

Von Sportredaktion | 05.09.2016, 16:53 Uhr

Markige Worte prägten die 19. und damit vorletzte Regionalkonferenz, die der Kreissportbund Osnabrück-Land zusammen mit Kreisrat Matthias Selle durch alle Samtgemeinden bzw. Städte des Landkreises Osnabrück zu Vertretern der Vereine sowie der Politik führt.

Als „Schildbürgertum“ bezeichnete Selle zu Gast in der Gemeinde Wallenhorst im Klubhaus von Eintracht Rulle die Tatsache, dass beim Verkauf von Kuchen, den Eltern gebacken hätten, bei Sportveranstaltungen von einer Steuerzahlung die Rede ist bzw. bereits eine Zahlung erfolgt. „Das Thema, was den Bundesfinanzminister betrifft, haben wir heute bestimmt zum 19. Mal. Das darf man auf keinen Fall so stehen lassen, denn das ist demotivierend und jenseits der Vorstellungskraft“. Das werde man in geeigneter Weise zur Sprache bringen. Deshalb müssten alle Länder und der Deutsche Olympische Sportbund eine Petition abgeben, um so eine Regelung abzuschaffen. „Es kann nicht sein, dass beim Verkauf von selbstgebackenem Kuchen in einem Sportverein ein geldwerter Vorteil gesehen wird. Da muss man einen Riegel vorschieben“, erzürnte sich Wallenhorsts Bürgermeister Otto Steinkamp, der mit Blick nach vorn bei der Diskussion des Abschlussberichts der Tour durch die Gemeinden am 16. November betonte: „Es ist wichtig, dass wir dieses Thema annehmen und da ein einhelliges Statement abgeben“.

Grundidee der Spende taucht nicht auf

Laut Steinkamp „kann man das Thema Steuern mit der Kneifzange fühlen“, weshalb es dringend nötig sei, dass der Gesetzgeber gefordert sei, Rahmenbedingungen aufzustellen, dass man das vor Ort leisten kann. Und zwar gemeinsam miteinander und nicht gegenseitig. Dabei bedauerte Clemens Lammerskitten als Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins Hollage, dass die Grundidee der Spende nicht auftauche, die Tatsache, dass Eltern bezahlen und spenden, dass Menschen Zeit und Materialien als Spende einbrächten, ohne dass es Berücksichtigung fände.

Steuerbereich „ein Graus für den Verein.“

Dem Thema Steuern ausgesetzt sah sich auch Hans-Hermann Schiebe für den TuS Eintracht Rulle zum Beispiel bei einer Fete für Ehrenamtliche bezüglich der Höhe des Aufwands sowie bei einem Handtuch als Geschenk und mahnte zum Thema Würstchen-Verkauf am Sportplatz: „Sie fallen vom Glauben ab, wenn sie was ans Finanzamt abführen müssen“. Was Franz Langkamp als Geschäftsführer von Blau-Weiß Hollage unterstreichen konnte mit dem Hinweis, der Steuerbereich sei „ein Graus für den Verein.“

Wallenhorster Vereine arbeiten miteinander

Die Blau-Weißen hätten darunter gelitten, indem sie „einige Zehntausend gezahlt“ hätten. Ein Gewinn in einer Cafeteria müsse beim Verein bleiben, weil dieser damit ja auch einiges im Sport gerade auch für Kinder finanziere.

Bezüglich Ehrenamt verwies Langkamp auf das „Konzept 2020“ und auf einen „guten Weg“ in Richtung Entlastung, indem mehr Aufgaben von den Abteilungen auf die Geschäftsstelle übertragen würden. Den Bau der Trainingshalle vorwiegend für Judo biete eine erhebliche Entlastung. Steinkamp bescheinigte den Vereinen der vier Ortsteile, miteinander und nicht gegenseitig zu denken und zu handeln, indem man auch aufeinander und auf die Richtlinien achte, „mit denen man leben muss“. Bezüglich der Eltern sei es wichtig, die Erwartungshaltungen ein bisschen zurückzufahren, denn auch die Gemeinde habe Grenzen.

Die verschiedenen Ansprüche sind für Selle „auch ein Thema im November“, wenn die Erkenntnisse der Tour durch 20 Gemeinden diskutiert werden mit entsprechenden Lösungsansätzen. „Wir müssen auch die Eltern wieder neu erziehen. Die müssen auch wissen, wo der Hammer hängt“, wurde Selle recht deutlich am Ende einer munteren Gesprächsrunde.