Samstag letzte Wertungsflüge Segelflieger ermitteln in Quakenbrück ihre Bezirksmeister

Von Anita Lennartz und Bernard Middendorf | 11.05.2018, 19:37 Uhr

Reges Treiben herrscht seit Tagen auf dem Flugplatz in der Neustadt: Der Luftsportverein Quakenbrück richtet die Bezirksmeisterschaften 2018 im Streckenflug aus. Ein starkes Teilnehmerfeld geht im Minutentakt an den Start. Die Piloten versuchen, schnell an Höhe zu gewinnen, um die Route optimal zu bewältigen.

„Das Briefing haben wir hinter uns, jetzt geht es auf die Strecke“, sagt Dennis Behnke. „Bis zum 12. Mai starten wir täglich von 11 und 13 Uhr und landen zwischen 16 und 18 Uhr. Wir freuen uns über Zuschauer.“ Der Sportleiter, lange im LSV aktiv, jetzt beruflich in Hamburg, holte bei der Streckenflug-Europameisterschaft 2017 den 10. Platz in der Einzelwertung und im Team sogar die Silbermedaille.

Trotz seiner jungen Jahre hat Behnke viel Erfahrung, und die Teams hören auf seine Kommandos. Er organisiert, berät, hilft beim Anschieben. Per Eigenstart sind die motorgetriebenen Flugzeuge zuerst an der Reihe, müssen oben in den reinen Segelflug übergehen. 350 bis 400 Meter Starthöhe erreichen die mit Seilwinde steil in die Luft gezogenen Maschinen.

„Wir versuchen, sofort eine Thermik zu erwischen und aufwärts zu kreisen. Heute gibt es leider keine Quellwolken. Da braucht man Gespür“, lacht Mike Nierste aus Bückeburg. Im Bezirk ist er seit über zehn Jahren mit Ehefrau Michelle dabei. Im Schnitt müssen 210 Kilometer zurückgelegt werden – möglichst schnell, aber doch nicht unter 2,5 Stunden, schreibt das Reglement vor.

„Wir hoffen, dass alle heil nach Hause kommen“, betont Dennis Behnke und wird ernst: „Die Bevölkerung sollte sich keine Sorgen machen, wenn ein Pilot ungeplant auf einer Wiese oder einem Acker landet. Das passiert bei jedem Wettbewerb.“ Eine sogenannte Außenlandung stellt für die Piloten kein Problem dar und wird auch in der Ausbildung geübt. Die Helfermannschaft holt den gestrandeten Flieger dann mit einem Anhänger ab.

So war der strahlende Sonnenschein an den vergangenen Tagen bei den Segelfliegern nicht unbedingt Grund zur Freude: „Wir haben zu geringe Aufwinde, hängen deshalb bei den Starts etwas hinterher“, bedauerte Henry Bittner, 1. Vorsitzender des Luftsportvereins Quakenbrück. Trotzdem konnten am vergangenen Wochenende die ersten Wertungstage durchgeführt werden.

Den ersten Wertungstag entschied Thomas von der Linde aus Lingen für sich. Die ganze Woche über standen Entscheidungen an, am Samstag, 12. Mai, ist der letzte Wertungstag. Geflogen wurde und wird dabei an allen Tagen, an denen das Wetter es zulässt. An den letzten Tagen stehen dabei auch die Nachwuchspiloten mehr im Fokus, für die vornehmlich Jugendlichen gibt es dann eine Zusatzwertung.

Offiziell hatten die Segelflug-Bezirksmeisterschaften auf dem Segelflugplatz bereits am Freitag vor einer Woche begonnen. Insgesamt konnten die Verantwortlichen 30 Teilnehmer mit vielen Helfern begrüßen. In zwei Wettbewerbsklassen traten und treten die Piloten der Vereine Melle, Achmer, Wildeshausen-Nordhorn, Lingen, Papenburg, Cloppenburg, Bückeburg, Waterkant-Zetel und Hannover gegeneinander an.

Das Mindestalter für den Segelflugschein beträgt 16 Jahre, bereits mit 14 Jahren kann die Ausbildung begonnen werden. Dennis Behnke hat tatsächlich bereits mit 14 Jahren die Segelfliegerei erlernt und ist seitdem infiziert. „Wenn es dich gepackt hat, dann ist das wie ein Virus, das dich nicht mehr loslässt“, lacht Behnke.