„Oldie, but Goldie“ vom OSC Tischtennis: Jansen sorgt sich um seinen Sport

Von Lennart Albers | 08.05.2017, 19:08 Uhr

Große Verdienste um den Tischtennissport in dieser Region hat Klaus Jansen vom Osnabrücker SC. Der 70-Jährige, der als Organisator weiter gefragt ist, gibt heute noch seine Erfahrungen an die Jüngeren weiter. Die aktuelle Entwicklung bereitet ihm allerdings Sorgen.

Osnabrück. Normalerweise spricht Jansen, der als Lehrer in Arbeitsgemeinschaften unzählige Jugendliche an den Sport herangeführt hat, nicht gerne über sich selber. Er verweist viel lieber auf andere Leute: „Ehrenamtliche Jugendtrainer oder zum Beispiel Stefan Fangmeier, der sich viel in der Tischtennisabteilung engagiert, haben es eigentlich mehr verdient, in der Öffentlichkeit zu stehen.“

Dabei sorgt der 70-Jährige mit seinem Einsatz für ein lebendiges Vereinsleben: Seit zehn Jahren hilft er in der Jugendabteilung des OSC, wo er nur kann. Er organisiert Turniere, Freizeiten oder Fahrten zu großen Tischtennisveranstaltungen – wie Ende Mai, wenn es für die Abteilung nach Düsseldorf zur Weltmeisterschaft geht.

Zum Tischtennis kam Jansen während seiner Kindheit. „Früher haben wir auf einem Brett gespielt und aus Büchern ein Netz gemacht. Dann wurde es irgendwann professioneller und mit vier, fünf Jugendlichen aus meinem Heimatdorf ging es immer höher“, erzählt er begeistert. Für den OTB spielte er in der 2. Bundesliga, in den Siebzigern kamen zu Spielen seines damaligen Vereins TuS Aschendorf im Emsland bis zu 300 Zuschauer. Dabei stand er oft nur im Schatten seines Bruder Bernt, der über 30 Spiele mit der Nationalmannschaft absolvierte, Vize-Weltmeister wurde und dreimal Deutscher Meister im Doppel war. Klaus selbst kommt immerhin auf eine Endspiel-Teilnahme bei den Ü-60-Weltmeisterschaften.

Er hat sich auch anderweitig um seinen Sport verdient gemacht. Jahrelang war er Niedersachsens Tischtennis- Schulsportobmann, beim OTB fungierte er ein Jahrzehnt als Abteilungsleiter, und mit Tischtennis-AGs an der Gesamtschule Schinkel und dem Gymnasium an der Wüste führte er unzählige Kinder und Jugendliche an den Sport heran. „Was Trainer und Betreuer früher geleistet haben, wollte ich durch meinen Einsatz mit Jugendlichen zurückzahlen und weitergeben“, sagt er. Dabei war ihm die Vermittlung von bestimmten Werten wichtig: „Die Kinder sollen in der Gemeinschaft etwas machen, immer das Beste geben und lernen, mit Sieg und Niederlage umzugehen.“

Sorgen bereitet ihm die aktuelle Entwicklung in seinem Sport. Zu den Mini-Meisterschaften beim OSC kam Ende März nicht ein Kind. Die Mitgliederzahlen im Tischtennis sind rückläufig, es gibt immer weniger Abteilungen in den Klubs – und auch im OSC könnte es für seinen Geschmack mehr Nachwuchs geben. „Es ist aber heute sehr schwer, Jugendliche zu motivieren, regelmäßig zum Training zu kommen. Das ist bei einer technischen Sportart einfach wichtig“, weiß er. Als Grund sieht er größere schulischen Verpflichtungen. Dennoch wundert er sich: „Mit Timo Boll oder Dimitrij Ovtcharov haben wir Deutschen die Crème de la Crème im Tischtennis. Eigentlich ist das ja gute Werbung.“

Eine Lösung zu finden, wird die Aufgabe jüngerer Generationen sein. Jansen wird zwar weiter in der fünften OSC-Mannschaften, mit der er gerade in die Kreisliga aufstieg, an der Platte stehen, sich aber langsam zurückziehen. „Solange es gesundheitlich geht, spiele ich noch ein bisschen aus Spaß“, sagt er. Sollte dies eines Tages nicht mehr möglich sein, will er dem OSC aber als Begleiter treu bleiben: „Nach dem Training noch ein Bierchen zu trinken, diese Geselligkeit – die lasse ich mir nicht nehmen. Da bleibe ich dabei.“