NOZ-Serie „Die EM und ich“ Schiedsrichter Frank Willenborg: „Deutsche Spätform“

Von Malte Schlaack | 22.06.2016, 22:10 Uhr

Zur Fußball-EM präsentieren wir Personen der Region, die von ihren Eindrücken und Erwartungen berichten. Heute: Frank Willenborg. Der Schiedsrichter leitet unter anderem Spiele in der 2. Bundesliga.

Herr Willenborg, verfolgen Sie die EM aus Fan- oder doch eher aus Schiedsrichtersicht?

Sowohl als auch. Bei deutschen Spielen sehe ich es aus der Fan-Sicht, bei anderen Spielen achte ich aber schon sehr auf die Spielleitung des Schiedsrichters.

Was halten Sie von den neuen Regeln, die zum Turnier eingeführt wurden?

Seit Turnierbeginn gelten ja 95 neue Regeln, die künftig von der EM bis runter in die Kreisklassen umgesetzt werden. Positiv sehe ich zum Beispiel, dass es künftig keine sogenannte Dreifachbestrafung bei Notbremsen mehr gibt. Insgesamt sind einige Regeln dabei, die das Spiel vereinfachen und auch logischer machen. Auf der anderen Seite gibt es Änderungen, über die noch einmal etwas nachgedacht werden müsste.

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Was ist Ihnen noch im bisherigen EM-Verlauf aufgefallen?

Es sind viele eher kleine Teams dabei, die sehr defensiv spielen und mauern. Ein offener Schlagabtausch ist so fast gar nicht möglich, von daher freue ich mich schon auf die K.O.-Runde, da geht das Turnier dann richtig los.

Dann noch eine reine Fan-Frage. Wie weit kommt die deutsche Mannschaft?

Ich glaube, dass sie Europameister wird. Wenn sie sich kontinuierlich steigert wie bisher, kann sie auf jeden Fall weit kommen. Ich setze da ganz auf die deutsche Spätform.