NOZ-Serie „Die EM und ich“ Patrick Fernandes: „Nirgendwo gab es Ärger“

Von Christian Detloff | 26.06.2016, 18:39 Uhr

Zur Fußball-EM präsentieren wir Personen der Region, die von ihren Erlebnissen, Eindrücken und Erwartungen berichten. Heute: Der Portugiese Patrick Fernandes (Foto, r.), der am Samstag seinen zweiten EM-Kurztrip antrat.

 Herr Fernandes, wie kamen Sie dazu, mit ihrem Freund Daniel Gomes spontan zu zwei portugiesischen Spielen zu fahren?

Wir sind fußballfanatisch. Wir hatten schon lange vor, bei der EM dabei zu sein, es aber zwischenzeitlich wegen Sicherheitsbedenken verworfen gehabt. Als wir kurzfristig Karten für das Vorrundenspiel gegen Österreich in Paris angeboten kamen, war die Lust auf das EM-Erlebnis aber dann doch viel größer als alle Bedenken.

 Dieses war offenbar trotz des 0:0 eine Reise wert?

Absolut. Faszinierend, für wie viel Stimmung wir Portugiesen, aber auch die Österreicher sorgten. Nirgendwo haben wir Ärger erlebt.

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 Auch zum Kroatien-Spiel sind Sie mit dem Auto angereist und nachts wieder zurückgefahren– beides im besonderen Outfit

Als Folkloretänzer verkleidet, um unsere Kultur nach außen zu tragen. Wir dokumentieren das auch auf Facebook. Unsere Portugal-Trikots sind zwölf Jahre alt. Es ist dabei auch ein Mikro zu sehen. Es stellt das Reporter-Mikro dar, das Ronaldo jüngst in einen See warf.

 Auch gegen Kroaten gab es lange keine portugiesische Torchance – bis zur 117. Spielminute: War das Spiel trotzdem packend?

Die krass stimmungsvolle Kulisse hat die Langatmigkeit des Spiels vergessen lassen. Nach dem 1:0 dachte ich, das Stadion geht unter – so intensiv war der Jubel. Die Feier in Lens war riesig. Schön zu sehen, dass die Kroaten den portugiesischen Trost so herzlich entgegennahmen, wie er gemeint war.

 Wird es noch einen dritten EM-Kurztrip geben?

Das checken wir gerade. Am liebsten schon zum Viertelfinale gegen Polen in Marseille.