Maracanã statt Osnatel-Arena VfL-Fans erleben deutschen WM-Sieg live im Stadion

Von Christian Lang | 15.07.2014, 12:03 Uhr

Einmal im Leben live bei einem WM-Finale im Stadion sein und die eigene Mannschaft siegen sehen – davon träumt wohl jeder Fußballfan. Für Martin Menger und seinen Sohn René Menger ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen. Mit einem Freund sind die beiden Osnabrücker am Mittwoch nach Rio de Janeiro gereist. Mit im Gepäck: Tickets für das Endspiel im Maracanã.

Ein besseres Geschenk konnte die deutsche Nationalmannschaft Martin Menger nun wirklich nicht machen: Am Sonntag feierte der passionierte Fan vom VfL Osnabrück seinen 55.Geburtstag. Als ihm sein Bekannter erzählt hat, dass er für das Halbfinale und das Endspiel über den Sponsorenkreis des DFB noch Tickets bekommen könnte, musste er nicht lange überlegen. Das Spiel gegen Brasilien mussten sie absagen , da sie keinen passenden Flug gefunden hatten. Doch die Option aufs Endspiel ließen sich die drei nicht nehmen.Übers Internet fanden sie ein Appartment direkt an der Copacabana.

Mit Stadionbesuchen kennt sich Martin Menger sehr gut aus. Jedes Jahr holt er sich eine Dauerkarte für seinen geliebten VfL; auch seine Kinder hat er schon früh mit in die Osnatel-Arena genommen. „Der VfL ist einfach Kulturgut in Osnabrück“, sagt er. Viele Spiele hat er schon live erlebt, grandiose Siege ebenso wie bittere Niederlagen. Doch so eine Atmosphäre wie am Sonntag in Rio war auch für ihn neu: „Das war einfach nur Gänsehaut-Stimmung und Spannung pur. Das Stadion ist einfach phänomenal“, sagt der 55-Jährige.

Das ganze Maracanã sei auf deutscher Seite gewesen, nach dem Ausscheiden der eigenen Mannschaft hätten die Brasilianer der Löw-Truppe die Daumen gedrückt. An der Copacabana seien sie dagegen die Tage zuvor in der Unterzahl gewesen. „200000 Argentinier waren da. Das war irre. Man hat keine Deutschen gesehen“, so Menger. Geburtstag, WM-Finale und Sieg – nach 120 Minuten Zittern war es ein perfekter Tag für ihn. Fast. Einen kleinen Wermutstropfen gab es noch: Die FIFA hatte den drei Osnabrückern verboten, ihre gigantische Deutschlandfahne – die lila Enden und der Schriftzug darauf verraten, welchem Verein sie anhängen – mit ins Stadion zu nehmen. „Die war den Sicherheitsleuten wohl zu groß“, sagt er.

Der Finalsieg musste hinterher natürlich noch ordentlich gefeiert werden . Während Martin Menger bis 1 Uhr unterwegs war, hielt sein Sohn noch sechs Stunden länger durch. Bei ihm ist durch diesen Trip die Liebe zu Brasilien geweckt worden. „Es war einfach unglaublich. Ich kann das alles immer noch nicht ganz begreifen“, erzählt der Student. Er möchte bald nach Brasilien zurückkehren – das Land hat Eindruck bei ihm hinterlassen. Nicht nur wegen des deutschen WM-Triumphs. Vor allem die Vielfalt in der Riesenstadt Rio de Janeiro habe die drei Osnabrücker tief beeindruckt. Es gebe sehr schöne Stadtteile, so Martin Menger. Auch die berühmte Christus-Statue und der Botanische Garten standen auf dem Programm der drei Fußballreisenden.

Am Dienstag geht es für sie zurück nach Deutschland. Natürlich sei es kein günstiger Trip gewesen, so Martin Menger. Die Karten kosteten jeweils 900 Euro, hinzu kommen noch die 1800 Euro pro Person für die Flüge und die 1300 Euro für die Unterkunft. Dafür sind die Osnabrücker nun an zahlreichen Erfahrungen reicher. „Für kein Geld der Welt hätte ich meine Karte fürs Endspiel verkauft“, so Menger.