Jugend-DM in Sindelfingen Wittmann verpasst Dreisprung-Medaille um einen Zentimeter

Von Johannes Kapitza | 27.02.2017, 17:02 Uhr

Plätze auf dem Siegertreppchen blieben den jugendlichen Leichtathleten aus Stadt und Landkreis Osnabrück bei der Deutschen Hallen-Meisterschaft in Sindelfingen versagt – teilweise nur hauchdünn. Dreispringerin Kira Wittmann aus Ankum verpasste eine Medaille nur um Zentimeter. Trainer und Athleten waren trotzdem mit den Resultaten zufrieden.

„Wir haben nicht die Trainingsmöglichkeiten wie die großen Vereine“, sagt Alois Harmeling, Leichtathletik-Trainer beim SV Quitt Ankum. Im Nordkreis wird auch im Winter unter freiem Himmel trainiert statt in der Halle, und wenn die Sprunggrube gefroren ist, dann beeinträchtigt das eben die Übungsstunden.

Kira Wittmann konnte das nicht aufhalten: Bei der Deutschen Jugend-Meisterschaft im Sindelfinger „Glaspalast“ machte die junge Athletin, die noch in der U18 startberechtigt ist, einen gehörigen Satz. Erstmals landete sie im Dreisprung jenseits der Zwölf-Meter-Marke, und das gleich viermal. 12,13 Meter bedeuteten gleich im ersten Versuch den Bestwert, und dabei hatte sie Harmeling zufolge noch Pech: „Sie hat das Brett nicht richtig getroffen. Sonst wäre das schon der Siegsprung gewesen.“ Zu Bronze fehlte ihr ein Zentimeter, zu Silber waren es zwei. Zum Sieg hätte es allerdings 37 Zentimeter mehr gebraucht.

Trainingslager auf Teneriffa

Über die Sprintstrecken 60 und 200 Meter verpasste Wittmann die Zwischen- und Endläufe, aber das konnte den Stolz des Trainers nicht schmälern. „Sehr zufrieden“ sei er mit den Ergebnissen der kleinen Ankumer Trainingsgruppe, sagte Harmeling. Über Ostern sind Wittmann und ihr Vereinskamerad Tim Struckmann vom niedersächsischen Leichtathletik-Verband zum 14-tägigen Trainingslager auf Teneriffa eingeladen. „Das haben sie sich verdient“, findet Harmeling. Struckmann, der seinen Fokus seit noch nicht allzu langer Zeit auf die 400-Meter-Strecke legt, lieferte mit 49,84 Sekunden eine persönliche Bestzeit ab und wurde Zehnter. Über 200 Meter landete er im hinteren Mittelfeld. „Im Sommer werden wir öfter überraschen“, ist Harmeling sicher, dass seine Schützlinge noch nicht am Limit sind.

Für die 4x 200-Meter-Staffel der Startgemeinschaft aus Ankum, Bersenbrück und Osnabrücker TB war Platz 13 unter 34 Teams das Höchste der Gefühle. Die Startgemeinschaft landete in 1:33,07 Minuten drei Plätze vor der LG Osnabrück (1:33,79). LGO-Trainer Anton Siemer, der zum sage und schreibe 50. Mal eine Jugendstaffel bei einer DM betreute, war angesichts von Ausfällen mit der kämpferischen Leistung des Teams zufrieden.

Rundum zufrieden mit den U-20-Frauen

Die Startgemeinschaft trauerte indes dem Ausfall von Daniel Wieczorek nach. Mit dem OTB-Athleten wäre eine deutlich bessere Platzierung möglich gewesen, war sich Trainer Friedhelm Peselmann sicher. Im Vorlauf über 60 Meter zog er sich eine Oberschenkelverletzung zu. Platz 41 sorgte ebenso für Enttäuschung wie die Tatsache, dass Wieczorek den 200-Meter-Start und die Staffel nach einem medizinischen Check sausen lassen musste. „Er hatte so gut trainiert und einiges vor“, konnte Peselmann die Enttäuschung auf dem Höhepunkt der Hallensaison nachvollziehen. „Das wird ihn aber nicht umschmeißen“, ist sich der Trainer sicher, „wir hoffen, dass es im Sommer besser klappt.“ Rundum zufrieden war Peselmann mit der weiblichen U-20-Staffel des OTB. Auch wenn das 4x200-Meter-Quartett auf einem hinteren Rang landete, war schon die Teilnahme ein Erfolg.

An ihre Bestzeit kam Ann-Christin Opitz über 1500 Meter nicht heran, aber „mit der Qualifikation für den Endlauf habe ich mein Ziel erreicht“. Als einzige Niedersächsin im Finale lief die Sportlerin des SC Melle in 4:49,0 Minuten auf Platz elf. „Für mein erstes U-20-Jahr kann ich ganz zufrieden sein“, befand Opitz.

Paulina Frankenberg fand im Wettkampf nicht zu ihrer Form. Mit 14,98 Metern hatte sich die Kugelstoßerin des TV GMHütte für die DM qualifiziert. In Sindelfingen stieß sie 12,26 Meter, die Rang 13 und das Ausscheiden im Vorkampf bedeuteten.