Interview mit Turnierorganisatorin SV Wissingen: „Keiner kommt wegen der Preisgelder“

Von Christian Detloff | 05.01.2015, 18:53 Uhr

An jedem Jahresbeginn wird die Waldsporthalle Schledehausen zum Mekka der Tischtennissportler dieser Region. Das dreitägige Turnier des SV 28 Wissingen erfährt von Jahr zu Jahr eine größere Resonanz.

Abteilungsleiterin Sabine Kameier (55) äußert sich im Interview zu den Anstrengungen in der Organisationsarbeit und weiteren Entwicklungschancen des Traditionsturniers .

Frau Kameier, mit den niedrigen Teilnahmegebühren, der preiswerten Verkostung und einer prima Atmosphäre passte auch beim 40. Turnier alles. Was trug noch zum Rekord von 558 Startern bei?

Sicherlich der günstige Termin für die Schüler am Ferienende. Auch weil viele Erwachsene am Freitag einen Brückentag genommen hatten, konnten wir die Beteiligung noch mal um 60 Personen steigern. Zudem sprechen sich unsere großen Bemühungen immer mehr herum.

Und wer einmal dabei war, kommt gerne wieder. Wie viele Teilnehmer sind Stammgäste?

Ich tippe, dass 70 Prozent der Teilnehmer nicht zum ersten Mal dabei sind. Viele waren schon mehrfach dabei. Es wird immer bekannter, dass man bei uns keine langen Wartezeiten zwischen den Spielen hat. Diesmal kamen mehr westfälische Spieler als zuvor. Die Leute kommen nicht wegen der Preisgelder, denn die sind bei uns niedrig. Sie kommen, um zu spielen und auch ansonsten Spaß zu haben und sich auszutauschen.

36 Turnierstunden an drei Tagen und wenig Schlaf für die Verantwortlichen, besonders in der Nacht von Freitag auf Samstag. Dazu kommt die Vorbereitung, der Auf- und Abbau in der Halle. Sind die zehn Hauptorganisatoren nun urlaubsreif?

Einen Tag braucht man erfahrungsgemäß schon zur Erholung. Die meisten von uns haben sich am Montag freigenommen. Zum Glück können wir auf die tolle Unterstützung von 20 Helfern aus dem eigenen Verein bauen. Das Gemeinschaftliche ist das, was so ein Turnier ausmacht – für die Organisatoren und Teilnehmer. Viele Spieler bleiben bis zum Ende des Wettkampftages, auch wenn sie da schon einige Zeit ausgeschieden waren.

Die insgesamt 27 Tische in der großen und kleinen Halle waren ständig besetzt. Ist die Starterzahl noch zu toppen?

Ein bisschen mehr ginge noch. Dann müssten wir noch die kleine Halle in Schledehausen mitnutzen. Aber 600 Teilnehmer dürften die Grenze sein. Ich bin zuversichtlich, dass wir uns da auch bald einpendeln.