Großer Meilenstein zur EM Osnabrücker Dammermann bei der U-23-DM in Favoritenrolle

Von Christian Detloff | 29.06.2018, 19:08 Uhr

Noch ist nicht sicher, ob der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) eine 4x400-Meter-Staffel zur Heim-Europameisterschaft am 7. bis 12. August in Berlin nominiert. Als derzeit viertschnellster deutscher Langsprinter dürfte Fabian Dammermann (LG Osnabrück) auf eine Nominierung hoffen. Seine Chancen will er am Wochenende bei der U-23-DM in Heilbronn untermauern.

Erstmals geht der 20-Jährige als Favorit in eine Deutsche Meisterschaft. Vor seinem DM-Sieg 2016 in der Halle (U20), der Silbermedaille 2017 (Freiluft, U23), und den Bronzemedaillen 2016 (Freiluft, U20) und 2018 (Halle, Männer) fand der Osnabrücker in den Vorberichten des DLV keine oder keine auffällige Erwähnung – das ist diesmal anders. Als Jahresschnellster seiner Altersklasse habe Dammermann gute Karten auf seine erste Goldmedaille in der U23, ist nun auf der Homepage leichtathletik.de zu lesen.

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„Ich bin ganz guter Dinge. Ich will erneut eine Medaille – und ich schiele auf die goldene. Dazu muss aber alles passen“, sagt Dammermann, der es „eine bisschen andere Situation“ nennt, als Jahresschnellster der U23 gemeldet zu sein. Vor drei Wochen war er in Dessau in 46,70 Sekunden erstmals unter 47 Sekunden geblieben. Nur die älteren Torben Junker (Dortmund, 46,33), Johannes Trefz (München 46,37) und Patrick Schneider (Fürth, 46,43) sind von den deutschen Langsprintern in diesem Jahr bislang schneller gewesen.

In Heilbronn sind Manuel Sanders (Münster, 46,80) und Marvin Schlegel (46,85, Chemnitz) seine vermeintlich härtesten Widersacher. Beide wollen Dammermanns Bestzeit im Kampf um ein EM-Ticket unterbieten. Auch Dammermanns Ziel ist, „an meine Bestzeit ranzukommen oder am besten eine neue zu erzielen“.

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Am Samstag ab 16.20 Uhr werden im Halbfinale die acht Teilnehmer am A-Finale am Sonntag ab 12.50 Uhr ermittelt. Bald nach dem Endlauf wird der 20-Jährige erfahren, ob er zu den deutschen Teilnehmern am Männer-Weltcup in London vor rund 50000 Zuschauern am 14./15. Juli mit Teilnehmern aus acht Nationen zählt. So oder so ist er zudem eingeladen, gemeinsam mit dem deutschen A-Kader eine Woche vor London ins Trainingslager in Süddeutschland zu fahren.

Der dritte Meilenstein auf dem Weg zur Europameisterschaft nach Heilbronn und London wäre die Deutsche Meisterschaft am 21./22. Juli im Nürnberger Frankenstadion. Die ersten EM-Nominierungen erfolgen womöglich bereits vor der Männer-DM, endgültig wird der deutsche Kader aber erst kurz nach Nürnberg feststehen.

Dammermanns Heimtrainer Anton Siemer ist vor den Wochen der Wahrheit nicht bange. „In den letzten beiden Jahren war Fabian immer auf den Punkt topfit“, sagt der Macher der LG Osnabrück.

„Diese Saison läuft bislang super für mich“, ist auch Dammermann zuversichtlich. „Ich bin diesmal ohne große Ausfälle durch die Wintersaison und Vorbereitung auf die nun folgenden Höhepunkte gekommen. Auch meine Weisheitszahnprobleme in der vergangenen Woche scheinen mich nicht zurückgeworfen zu haben.“

Einen Rückschlag in seinen EM-Träumen hofft Dammermann in Heilbronn auf jeden Fall zu vermeiden. „Ich will meine gute Ausgangsposition durch gute Leistungen behaupten – und bestenfalls sogar noch mal verbessern.“