Größter Triumph in Sopot Stühlmeyer und Lacan: Eine Einheit

Von Michael Jonas, Michael Jonas | 13.06.2016, 18:15 Uhr

Sopot ist das Turnier für ganz große Auftritte von Patrick Stühlmeyer. Nach dem Sieg im Nationenpreis und Platz drei im Großen Preis im letzten Jahr schaffte der Osnabrücker Springreiter am vergangenen Wochenende den ganz großen Triumph. Der 26-Jährige gewann die Fünf-Sterne-Prüfung souverän mit zwei Null-Fehler-Runden.

Stühlmeyers Ziel sind die Olympischen Spiele. Das hat der Nationenpreisreiter in letzter Zeit immer wieder betont. Mit dem Sopot-Erfolg sind die Chancen für Rio gestiegen, glaubt Stühlmeyer nach dem größten Triumph seiner Karriere. „Es passt alles zwischen uns. Wir beiden sind eine Einheit geworden. So ein Prozess dauert drei bis vier Jahre. Wir beide haben in dieser Zeit Erfahrungen gesammelt. Lacan ist absolut zuverlässig. Die großen Plätze liegen ihm“, schildert der junge Springreiter, der bisher ein Top-Jahr geritten ist.

Entscheidung fällt in Aachen

Die Entscheidung, welche Sportler und Pferde für die Olympischen Spiele nominiert werden, fällt in vier Wochen beim CHIO in Aachen. „Wir sind optimistisch und werden unser Bestes geben“, sagt Stühlmeyer, der natürlich auch weiß, dass die Konkurrenz ebenfalls gut in Form ist. „Sie haben meistens zwei Top-Pferde. Das ist natürlich ein Vorteil. Aber ich habe meinen Lacan.“

„A-Kader keine geschlossene Gesellschaft“

Dass er und der 13-jährige Oldenburger das Ticket nach Rio lösen können, schließt Bundestrainer Otto Becker nicht aus. „Wie auch in anderen Disziplinen hat jeder Chancen auf Rio. Im Fokus steht der A-Kader, aber der ist keine geschlossene Gesellschaft. Alle haben eine Chance.“ Das Ziel der Springreiter sei eine Mannschaftsmedaille. „Eine Einzelmedaille wäre das i-Tüpfelchen“, hatte Becker gesagt.

Mit seinem 13-jährigen Lando-Sohn Lacan hatte der Osnabrücker erst Mitte Mai den Großen Preis beim Wiesbadener Pfingstturnier gewonnen. „Das ist mein größter Erfolg“, freute sich Stühlmeyer Mitte Mai. Jetzt hat er das Ergebnis noch getoppt. Für seinen Erfolg kassierte der Bereiter des Ruller Stalls von Bernfried Erdmann umgerechnet rund 55000 Euro. Zweiter wurde mit einem Zeitstrafpunkt der Brasilianer Fabio Leivas da Costa auf dem 16-jährigen Belgier Allegro van de Donkhoeve v. Mr. Blue.