Ein neues Gesicht auf dem Treppchen Ehlen gewinnt Bissendorfer Crosslauf 2015

07.12.2015, 19:44 Uhr

Bei der Siegerehrung des Bissendorfer Crosslaufs gab es einige fragende Blicke in Richtung des Gewinners. Wer bitteschön ist Marc-Pascal Ehlen? Siegerin bei den Frauen über die 6700 Meter Langdistanz wurde das wohlbekannte Langstreckentalent Anna Seemann von der LG Osnabrück.

„Ich wusste nicht, was der drauf hat“, meinte nach dem Rennen Hans-Peter Igelbrink, der sich mit Ehlen, Maschmeyer und Daniel Knoepke (SC Solbad Ravensberg) bereits nach der ersten von drei Runden durch den Achelrieder Berg mit einem knackigen Anstieg auf überwiegend laubbedecktem Waldboden vom Rest abgesetzt hatte. „In der letzten Runde habe ich ihn dann oben auf dem Kammweg abgehängt“, erklärte Ehlen den entscheidenden Augenblick, als er seinem 30 Jahre älteren Konkurrenten davongezogen war. Am Ende gewann der 22-jährige sicher in 25:02,4 min. vor Igelbrink (25:22,3) und Maschmeyer (25:40,2). Der Sieger kommt ursprünglich aus Deidesheim in der Pfalz und gilt dort schon länger als leistungsstarker Triathlet mit einigen Siegen auch bei Crossläufen. Jetzt zog er zu seiner studierenden Freundin nach Osnabrück und wird sich in Kürze vermutlich der Laufgruppe des OTB anschließen. Seine Meinung zum Bissendorfer Crosslauf fiel positiv aus: „Eine richtig schöne Strecke.“

Mitten durch den Matsch beim Crosslauf

Bereits nach der ersten Runde war Anna Seemann dem gesamten Frauenfeld enteilt. Im Ziel hatte die ehrgeizige 15-Jährige aus Hollage (28:03,5, 11. Gesamtrang) knapp 50 Sekunden Vorsprung vor Ellen Knoepke (LC Solbad Ravensberg, 28:51,6) und Anja Bitter (SC Melle 03, 29:37,9). Seemanns Geheimrezept in Sachen Cross ist ganz einfach: „Durch den Matsch? Auf jeden Fall mitten durch!“ Die Siege auf der 2300 m-Mittelstrecke sicherten sich Thorben Flatemersch (7:22,7 min.) vor Nils Huhtakangas (7:30,2) sowie Cecilia Schowwe (8:52,0) vor Johanna Rasche (9:25,3), alle von der LG Osnabrück, die mit dem SC Melle und der Gesamtschule Schinkel die meisten Teilnehmer stellte.

Ein paar nette Randgeschichten gab es, wie die Hündin Debby, die die Langstrecke gemeinsam mit der Laufgruppe um Susanne Mosel und Klaus Gerdes vom SV Schwagstorf absolvierte. Günter Schröder (71 Jahre) erzählte, warum er teilgenommen hatte und was viele am Laufen begeistert. „Das Wetter ist top, schöne frische Luft und ein bisschen Sport.“ Etwas ambitionierter ging der 11-jährige Paul Langkopf (SC Melle) zu Werke, der am Ende des 1300 m-Rennens sehenswert dem Ziel entgegen sprintete und so wie schon öfter Erster in seiner Altersklasse wurde (diesmal U12).

Kommt Ossen Cross zurück?

Ein zufriedenes Fazit zog Organisator Hannes Mannig, der bei der 20. Auflage des Croslaufes mit seiner eingespielten 30-köpfigen Laufgruppe des TV Bissendorf-Holte um Karin Bludau (Cafeteria) und Jürgen Weith (Moderation) wie immer alles im Griff hatte. Die Jugendlichen erhielten sogar beim Einlauf am Nikolaustag einen kleinen Schoko-Nikolaus. Zudem begrüßter ein wärmender Tee jeden Läufer im Zielraum. „Von 197 Nennungen hatten wir 161 Teilnehmer“, so Mannig. „Leider sind die Zahlen dieses Jahr wie auch in Melle zurückgegangen. Das liegt wohl am Aus der Ossen Cross-Serie.

Der trauern viele Läuferinnen und Läufer noch mächtig hinterher. Nach dem Tod von Andreas Wollherr fehlen die Macher in vielen Klubs. Positive Nachricht: Hinter den Kulissen gibt es Bestrebungen einiger interessierter Vereine, schon im kommenden Jahr neue Läufe ins Leben zu rufen.