„Ein bisschen außergewöhnlich“ Comeback: Helmut Philipp über das Radrennen auf der Hannoverschen Straße

Von Micha Lemme | 16.06.2018, 11:00 Uhr

15 Jahre ist es her, dass die Radrenn-Gemeinschaft (RRG) Osnabrück zuletzt ein Rennen auf der Hannoverschen Straße ausgerichtet hat. Zur Neuauflage am Sonntag (17. Juni) ab 11.30 Uhr gibt es einige Veränderungen. Eine Konstante ist jedoch geblieben: Die Organisation übernimmt heute wie damals Helmut Philipp – diesmal in Zusammenarbeit mit Till Unland.

 Herr Philipp, 15 Jahre Pause sind eine lange Zeit. Fühlte es sich bei den Vorbereitungen dennoch genauso an wie damals? 

Bei der Organisation habe ich immer wieder das Gefühl gehabt, dass es noch gar nicht so lange her ist. Es fühlt sich an, als hätten wir die letzte Veranstaltung erst im vergangenen Jahr gemacht. Die Zeit vergeht, und man merkt es gar nicht so.

 Dieses Jahr treten im Gegensatz zu damals Amateur- statt Profifahrer an. Hat das jetzt einen anderen, ganz eigenen Charme? 

Wir haben damals viel Geld zusammengekratzt, um Profi-Teams zu holen, und haben das Rennen am Samstagabend gemacht – mit Live-Musik und Halligalli. Finanziell war das ein unheimlicher Aufwand, den man heute gar nicht mehr stemmen kann. Jetzt haben wir eben gesagt, wir machen es tagsüber und auf schmalerer Schiene. Zudem wird es familienfreundlicher: Mit Hüpfburg, damit auch die Familien mit Kindern mal Radrennen verfolgen können.

 Wie setzt sich das Fahrerfeld zusammen? 

Wir haben bewusst zehn Teams mit jeweils drei Fahrern eingeladen. Wir gehen nicht auf Menge, um irgendwie möglichst viele Starter für möglichst viel Startgeld dabei zu haben.

 Das bedeutet vermutlich auch eine entspanntere Organisationsarbeit… 

Ja, das war früher natürlich eine ganze Ecke schlimmer. Aber es ist auch so schon gewaltig.

 Auf welches der vier Rennen freuen Sie sich persönlich am meisten? 

Eigentlich auf alle. Es ist alles ein bisschen außergewöhnlich, kein normales Straßenrennen. Es werden ja keine 60 bis 70 Kilometer um die Hausecken gefahren, der Erste ist am Ende der Sieger und zwischendurch ist Nasebohren angesagt. Wir haben alles in Anlehnung an Sechstagerennen organisiert. Es gibt Rundenrekordfahrten und Ausscheidungsfahrten, bei denen in jeder Runde der Letzte ausscheidet. Die Derny-Rennen sind natürlich auch immer interessant.

 Sieht man Sie beim Singlespeed-Rennen für jedermann auch noch einmal selbst auf der Strecke? 

Die dumme Idee hatte ich schon beinah (lacht). Ich habe schon zu Vereinskollegen gesagt: Lass uns doch irgendwie eine Kiste zusammenfummeln mit einem Gang hinten und dann eine richtige Gaudi davon machen. Wir wollen mal gucken, was diese Szene hergibt und wie viele da aus den Löchern kriechen.

 Da spielt am Sonntag dann ja auch das Deutschland-Spiel eine Rolle, oder? 

Wir sind aber mit Sicherheit vorher fertig. Gegen viertel nach vier oder halb fünf, denke ich. Dann kann jeder ganz in Ruhe nach Hause fahren und sich das Fußballspiel angucken. Unser Vorteil ist dabei: Die Fußballfans können sich bei uns an der Bierbude schon vorher „warmdiskutieren“ (lacht).