Die letzte DM-Chance genutzt Erlösung im Gretescher Sportpark

23.07.2014, 19:21 Uhr

Die allerletzte Gelegenheit, noch bis Mitternacht auf den Zug zu den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften aufzuspringen, bot sich beim Qualifikations-Sportfest der TSG Burg Gretesch. Diese ließen sich Lukas Fenske (TV Mettingen), Robin Becker (LG Osnabrück), Tim Struckmann (SV Quitt Ankum) und die 4 x 100-Meter-Staffel der LG Osnabrück (LGO) unter großem Druck nicht nehmen.

Den Auftakt machte Lukas Fenske. Nach dem Vorlauf über 100 Meter in 11,24 Sekunden fehlten dem 18-Jährigen noch vier Hundertstel zur DM-Norm, im Endlauf zeigte die Uhr genau 11,20 Sekunden – Riesenjubel, das Ticket nach Wattenscheid war gelöst. Der 15-jährige Robin Becker qualifizierte sich über diese Strecke sogar in der niedersächsischen Jahresbestzeit von 11,62 Sekunden für die deutschen Schülermeisterschaften in Köln.

Dem nicht nachstehen wollte Tim Struckmann über 200 Meter. In Hamburg hatte er die DM-Norm von 23,00 Sekunden in Vor- und Endlauf um gerade einmal eine hundertstel, in Wilhelmshaven bei über drei Metern Gegenwind pro Sekunde um vier hundertstel Sekunden verpasst. Auch Trainer Alois Harmeling konnte das Pech kaum fassen. Doch dann die Erlösung in Gretesch: 22,93 Sekunden – der Landesvizemeister der U20 darf doch nach Wattenscheid.

Ihre ganze Wut packten Dennis Aisch, Fabian Dammermann, Kimon Kassis und Jan Raßfeld in ihre Läufe am Dienstag. Der Grund ihres Unmuts: Lange hatten das U20-Quartett der LG Osnabrück und ihr Trainer Anton Siemer zuvor in Wilhelmshaven enttäuscht auf dem Rasen gesessen. Zwar hatten sie das Finale der Landesmeisterschaften trotz mittelmäßiger Wechsel über 4 x 100 Metern souverän als Erste beendet. Doch ein Wechselfehler sorgte dann noch für die Disqualifikation.

Die Fahrkarte zu den Deutschen Meisterschaft war auch noch nach dem Vorlauf in Gretesch in weiter Ferne. 44,26 Sekunden bedeuteten zwar die niedersächsische Jahresbestzeit, waren aber für das Event in Wattenscheid 44 hundertstel zu langsam. Nach dem furiosen Finale hieß es Daumen hoch: 43,792 Sekunden und somit acht hundertstel unterhalb der Norm – eine punktgenaue Landung wie bereits im Winter. Dort hatten die Staffel mit Dominic Lienekampf für Fabian Dammermann bei den Norddeutschen Meisterschaften über 4 x 200 m die Fahrkarte zu den Hallenmeisterschaften spät gelöst. „Damit haben wir uns vor dem Lauf motiviert und angefeuert“, sagte Staffelkapitän Kimon Kassis in Vorfreude auf die Deutschlandtournee mit der DM (4 x 400 m) in Ulm, den Norddeutschen Meisterschaften (4 x 100 m) in Berlin und der DM (4 x 100 m) in Wattenscheid.

In den weiteren Wettbewerben gefiel über 1000 Meter der Männer Jan-Niklas Böhm (OTB) als Sieger in 2:31,54 Sekunden. Über 200 Meter der U18 deutete Anna Schürmann in 27,63 Sekunden einmal mehr ihr Sprinttalent an.