Der Wanderpokal bleibt zu Hause Titelverteidiger Frankfurt gewinnt Pfingst-Cup in Harderberg

Von Ina Wemhöner | 16.05.2016, 23:36 Uhr

Die Titelverteidiger erkämpften sich den Sieg – und das mussten sie auch, schließlich hatten sie den Wanderpokal in der Heimat vergessen. Der FSV Frankfurt gewann beim 38. E-Jugend-Pfingst-Cup des SV Auch die Nachwuchs-Kicker des Bundesligisten Darmstadt 98 schafften es auf das Treppchen.

Am Spielfeldrand wedelte eine Gruppe von Müttern mit ihren blau-weiß-roten Fahnen, sie stellten sich auf Bänke und klatschten unentwegt. Sie kamen aus Herne, um ihre Kinder im Turnier anzufeuern. „Auf geht’s, SC Westfalia Herne, auf geht’s. Olé, olé, olé“, riefen sie über den Platz. In der Partie gegen die Stuttgarter Kicker musste Herne jedoch eine 0:1-Niederlage hinnehmen – doch die Chance, unter die Top 5 zu kommen, blieb zu dem Zeitpunkt weiter bestehen.

Fair Play

Einen Platz weiter traf der VfL Osnabrück auf FC Hennef 05. Die Angriffe aufs Tor konnten die Osnabrücker zunächst gut abwehren. „Nein, so ein Mist“, brüllten dann die Besucher. Der Ball war im Tor der Lila-Weißen gelandet. Die Nachwuchskicker gaben zum Schluss der Partie noch mal alles und schafften den Ausgleich. „Wir sind sehr zufrieden mit der Leistung der Spieler. Wir haben in der Zwischenrunde gar kein Tor kassiert“, sagte Trainer Fabian Hebbeler. Sein Trainer-Kollege Andreas Schäfer, der gleichzeitig auch Schirmherr des Turniers ist, will hauptsächlich, dass die Kicker Freude am Turnier haben. „Die Spieler wollen natürlich auch den Sieg, aber im Vordergrund stehen ein faires Spiel und der Spaß“, sagte der ehemalige VfL-Spieler. Besonders stolz waren die Osnabrücker auf das Tor gegen Frankfurt. Am Ende belegte die Mannschaft Platz drei im Turnier.

Strafminuten und Fouls

Dass es fair zuging, dafür sorgten zehn Schiedsrichter auf der Anlage. Einer davon war Tim Possemann, er pfeift unter anderem auch Spiele der 1. Mannschaft des SV Harderberg. Beim Turnier vergab er insgesamt zehn Strafminuten an die Spieler. „Einmal musste ich sogar einen Spieler wegen eines üblen Fouls runterschicken“, so der 15-Jährige.

Eine besonders lautstarke Partie war das Spiel Darmstadt 98 gegen FC Carl Zeiss Jena in der Endrunde. Die Darmstadt-Fans grölten in den entsprechenden Vereinstrikots über das Spielfeld. Die meisten davon spielen selbst aktiv Fußball auf der Anlage – jedoch für den SV Harderberg. „Wir sind bei den meisten Spielen von Darmstadt dabei. Da ist es selbstverständlich, dass wir auch hier die Jugend anfeuern“, erzählte Michael Schlinge aus der 1. Mannschaft. Die Idee dazu war letztes Jahr entstanden, als Darmstadt in die Bundesliga aufgestiegen war. Und Grund zum Jubeln gab es dann auch am Harderberg, denn die Nachwuchs-Kicker aus Darmstadt belegten im Cup Platz zwei. In den Armen lag sich zum Schluss auch eine Gruppe von Vätern, die anschließend jubelnd aufs Spielfeld rannten: Der FC Carl Zeiss Jena freute sich über Platz vier im Pfingstturnier.

Freundschaften und Konkurrenz

Auch wenn seine Mannschaft selbst früh aus dem Turnier geflogen war, feuerte Sören von der JSG Kloster Oesede-Harderberg seinen guten Freund vom TWL Wien weiter an. Am Abend zuvor hatten die beiden Jungs noch zusammen Fußball gespielt und zusammen mit der Konsole gespielt, erzählte der Zehnjährige. „Die auswärtigen Clubs aus Dänemark, den Niederlanden und Österreich sind alle bei Spielerfamilien aus dem Umkreis untergekommen“, erzählte Peter Kompa, Vorsitzender des SV Harderberg. Ein Spieler vom 1. FC Magdeburg wollte gar nicht erst ins Hotel, sondern bei einer Familie zu Hause übernachten. „Auf den letzten Drücker ist der Zehnjährige noch bei der Familie eines Trainers untergekommen“, sagte der Organisator und lobte den Einsatz des Helferteams. „Es ist ein Familienturnier, und der Cup ist auch wegen der vielen Helfer so erfolgreich und beliebt. Auch die Helferinnen in der Cafeteria haben Großartiges geleistet – schließlich gilt es, über 800 Portionen vorzubereiten und auszuteilen.

Zum Glück wieder gewonnen

Trotz des wechselhaften Wetters fanden sich erneut etwa 2000 Besucher auf der Anlage des Vereins ein. Den Nachwuchsspielern machten die widrigen Bedingungen jedoch gar nicht so viel aus. Ein Trockner für die nassen Trikots stand im Vereinsheim bereit. „Am Ende siegt die Mannschaft, die es am meisten will. Unsere Spieler haben aber auch diese Gewinner-Mentalität“, resümierte Fabian Hebbeler.

Den Sieg holte sich jedoch der FSV Frankfurt. „Wir freuen uns über den Sieg und sind sehr zufrieden“, sagte Trainer Cagakan Kiran. Die Mannschaft hatte den Wanderpokal in Frankfurt vergessen, daher war Veranstalter Kompa erleichtert. „Wenn Frankfurt ein drittes Mal das Turnier gewinnt, können sie den Wanderpokal behalten“, versprach der Organisator.

(37. E-Jugend-Pfingst-Cup: Herzschlagfinale in Harderberg)