57:71 in Berlin Nach der Pause „kein Team“: OTB Titans verlieren in Lichterfelde

Von Ansgar Maßbaum | 12.02.2017, 17:01 Uhr

Letztlich verdient durch eine kampfbetonte zweite Halbzeit des Gastgebers unterlagen die Basketballerinnern der OTB Titans in der 2. Bundesliga beim zuvor punktgleichen TuS Lichterfelde mit 57:71 (37:34).

Der sechste Sieg des TuS, es war der dritte in Folge, könnte bereits der entscheidende für den Klassenerhalt bedeuten. Zumindest tauschen die Berlinerinnen (Tabellenrang neun) und die Osnabrückerinnen (nun auf Rang zehn) erst einmal die Plätze in der Tabelle.

„Wir konnten der härteren Gangart des ,Tusli’ und den häufiger ausbleibenden Pfiffen der Schiedsrichter für mein Team in Abschnitt zwei nichts mehr entgegensetzen und haben schlussendlich verdient, aber unglücklich verloren“, resümierte OTB-Trainer Roland Senger mit ein wenig Abstand nach der Partie.

Mit Amencie Mercier, Janina Wellers, Elizabeth Belanger, Birte Seyer und Julia Dzeko in der Startformation starteten die OTB-Frauen ins Spiel. Mit 17:16 ging das erste Viertel an die Titans, die wie erhofft den Gegner unter Druck setzen wollten, wenn auch noch nicht alles gelingen sollte. „Wir haben in der ersten Halbzeit einige leichte Korbleger vergeben und hätten uns etwas deutlicher absetzen dürfen“, ärgerte sich Senger. Ganz stark in Abschnitt eins: Zwölf Punkte von Janina Wellers sowie „Miss 100 Prozent“ Michelle Müller, die alle drei Würfe aus der Nahdistanz im gegnerischen Korb unterbrachte. Auch für Mercier, die selbst fünf Punkte markierte und vier erfolgreiche Zuspiele für ihre Mitspielerinnen lieferte, war es ein Einstand nach Maß.

Nach der Halbzeitpause zeigten die Hauptstädterinnen ein anderes Gesicht – der TuS war giftiger, galliger, aggressiver und zielstrebiger. „Unser Rebound-Verhältnis war schlecht heute. Wir haben uns irgendwann in zu viele Einzelaktionen verstrickt und nicht mehr wie zu Anfang als Team agiert“, fand Senger eine Erklärung für die zweite Niederlage in Folge. Das Freiwurfverhältnis von 28 für den TuS und nur 14 für seine Mannschaft erzeugte bei Senger ein Stirnrunzeln.

Einem 10:0-Lauf der Gastgeberinnen (26. Minute, 50:43) folgte ein 7:0-Lauf des OTB (29./50:50). Die Entscheidung musste also im letzten Abschnitt fallen. Der Anschlusskorb von Wellers zum 54:56 brachte die Titans auf zwei Zähler heran (32.). Die Gastgeber gaben durch drei verwandelte Freiwürfe von Julia Sandow und dem Dreipunktspiel der nie ganz in den Griff zu bekommenen Amerikanerin Heidi Anton (34./62:54) die passende Antwort. Und auch Berlins 16-jährige Nyara Sabally erwies sich als ein sicherer Erfolgsgarant für ihr Team. Ihre 14 Punkte und 15 Rebounds waren mitentscheidend.

„Wir haben es nicht geschafft, Sabally und Anton weitestgehend zu kontrollieren“, erklärte Senger. Den Titans gelang in den verbleibenden Minuten wenig bis nichts mehr. Ein Freiwurf von Seyer (35./55:64) und Müllers Korbleger (40./57:70) stellten das letzte Aufbäumen dar und besiegelten die Niederlage. „Es ist eine vertane Chance, aber nächste Woche daheim gegen die Bergischen Löwen, mit denen wir noch eine Rechnung offen haben, wartet bereits die nächste Chance auf uns, den Klassenerhalt dingfest zu machen“, blickte Senger abschließend schon wieder nach vorne.