558 Starter beim Wissinger Turnier TSV Riemsloh verteidigt den „Goldenen Schläger“

Von Christian Detloff | 05.01.2015, 18:24 Uhr

Der TSV Riemsloh ist der stolze Titelverteidiger des „Goldenen Schlägers“ beim 40. Tischtennisturnier des SV Wissingen, der mit 558 Startern im Alter von acht bis 70 Jahren aus 103 vor allem niedersächsischen und westfälischen Vereinen erneut eine Rekordbeteiligung verzeichnete.

Im spannenden Rennen um die beste Mannschaft behielt Riemsloh gegen den Rekordsieger SV Oldendorf knapp die Oberhand. Bei der Vereinswertung werden Punkte für jeden Teilnehmer, jedes gewonnene Einzel und zusätzlich für die ersten drei Plätze pro Wettbewerb zusammengerechnet. Die meisten Punkte heimste bei den Männern Wasilij Spenst (TTV Mettingen), bei den Damen/Mädchen Leonie Krone und bei den Schülern Philipp Kuhnert (beide SV Wissingen) ein.

Von Freitag bis Sonntag wurden in der Waldsporthalle Schledehausen an 27 Tischen, fünf mehr als im Vorjahr, in 14 Altersklassen die Zelluloidbälle geschmettert. Am Freitag schlugen sich die Teilnehmer sogar die halbe Nacht um die Ohren. Und dennoch setzten die Organisatoren ihr Vorhaben erfolgreich um: Der letzte Wettbewerb endete nicht wie im Vorjahr um 4 Uhr morgens, sondern „bereits“ um 3 Uhr. „Unsere Eltern finden es nicht schlimm, dass wir solange unterwegs sind“, sagte der 15-jährige Sergej Schwebel vom TSV Westfalia Westerkappeln, der das Einzel und Doppel der der männlichen Jugend sowie das Doppel der Herren B gewann. „Im Gegenteil: Sie sind froh, dass wir unsere Ferien so sinnvoll nutzen.“

Der Landesligaherren-Spieler kommt immer wieder gerne zum Wissinger Turnier. „Die Atmosphäre ist einfach cool. Man lernt mal andere Tischtennisspieler kennen – und zudem ist es in Niedersachsen etwas leichter, Ranglistenpunkte zu sammeln als gegen die etwas leistungsstärkeren Westfalen.“ In der Tat war das Miteinander auffällig harmonisch. Dabei herrschte, wo man auf den Tribünen auch hinhörte, nur ein Thema: Tischtennis. Gespräche über das letzte und kommende Spiel, Auf- und Rückschläge, Techniken und Schlägerbeläge: „Der allgemeine Tischtennisspieler ist schon ein kleiner Nerd“, sagt Martin Pilath vom OSC – natürlich im positiven Sinne. Fairness wurde in Schledehausen großgeschrieben: Mit Ausnahme der Finalspiele gab es keine Schiedsrichter, die Spieler mussten selbst mitzählen und sich in strittigen Situationen einigen. „Es gab deswegen relativ selten Stress“, sagte OSC-Spieler Martin Pilath.

Ein Hingucker war das Doppelfinale der Herren E, das Rollstuhlfahrer Tobias Rupprecht mit dem Fußgänge Stephan Heidschoetter vom TuS Hilter im fünften Satz hauchdünn gewann. Den Regeln entsprechend mussten Rupprecht und Heidschoetter im Gegensatz zum gegnerischen Fußgängerdoppel vom TV Ibbenbüren nicht zwingend abwechselnd schlagen. „Die beiden hatten viele Finten drauf. Beispielsweise deutete Heidschoetter den Schlag an, den Rupprecht dann ausführte – das war das reine Fußgängerdoppel natürlich so nicht gewohnt“, beschrieb Wissingens Abteilungsleiterin Sabine Kameier .

Enrico Kirchhoff (42), der für den SV Oldendorf in der 2. Kreisklasse spielt, nimmt seit sieben Jahren am Turnier teil, mittlerweile mit drei seiner vier Kinder. Seine Tochter Lea gewann das Mädchen-Einzel. „Es ist eine super Vorbereitung auf die Rückrunde. Und immer wieder ein tolles Wiedersehen mit vielen Spielern. Dieses Turnier ist einmalig in der Region.“ Wie Enrico Kirchhoff freuten sich auch die 15-jährigen Johannes Brand und Miguel Domingos über die reibungslose Organisation. „Die Wartezeiten zwischen den Spielen ist hier vergleichsweise klein“, sagt Domingos. „So kommt man nicht aus der Konzentration“, ergänzt Brand. Beide sind sich einig: „Wir kommen noch häufig wieder.“

Derweil freute sich Stützpunktspieler Ricardo Klostermann, der als Zwölfjähriger für den BSV Holzhausen bereits in der 2. Bezirksklasse Herren spielt, bei seiner fünften Turnierteilnahme als Sieger der Schüler B „mal wieder gegen Gleichaltrige zu spielen.“ Der nächste große Höhepunkt ist für Klostermann die Teilnahme an der Landesmeisterschaft am 24. und 25. Januar in Dissen.