Augustin gewinnt Topprüfung Hermann Burger feiert Festwochenende beim Reitturnier in Gehrde

Von Siegfried Wistuba | 20.08.2019, 10:00 Uhr

Der Reitverein Gehrde hat es in den vergangenen Jahren immer wieder verstanden, das Angebot für interessante Dressurprüfungen in den Fokus zu rücken. Vor zwei Jahren war es eine selten durchgeführte Dressurprüfung für Paare in der Klasse A* Kür mit Musik. Für dieses Jahr wurden die Anforderungen weit nach oben geschraubt. Drei Dressurprüfungen der Klasse S mit einem und zwei Sternen wurden angeboten und sogar mit einer FEI Intermediaire I Aufgabe gekrönt.

Die Atmosphäre: Das Starterergebnis war gut und das Organisationsteam sehr zufrieden. In Gehrde geht es aber nicht nur um eine interessante Ausschreibung, sondern gleichzeitig um die Atmosphäre auf dem Turniergelände am Kaiserort. Und die ist gut. Aktive und Zuschauer kommen deshalb gerne zum Reitturnier. Die Mischung von großem Sport, familiärer Stimmung und dem Breitensport ist ein Konzept, das ankommt. Dafür sorgt das Turniermanagment unter Leitung des Vorsitzenden Jens Wehrkamp zu Höne, aber vor allem auch die vielen engagierten Helfer, die sich über die Jahre zu echten Spezialisten entwickelt haben.

Zu den Dressur- und Springpferdeprüfungen: Gehrde liegt nicht nur geografisch mitten in einem wichtigen niedersächsischen Pferdezuchtgebiet, sondern bietet auch für viele hochkarätige Zucht- und Verkaufsställe der Umgebung eine kurze Turnieranreise, um Nachwuchspferde den Richtern in den verschiedenen Klassen den Richtern vorzustellen. Für diese Möglichkeit sprechen seit Jahren die Zahlen der Starter in den Klassen A, L und M zum Teil mit einem beziehungsweise zwei Sternen. So konnten interessierte Zuschauer, meist selbst Züchter, in diesem Jahr 143 Nachwuchspferde, davon 92 Springpferde und 51 Dressurpferde in Pferdeprüfungen beobachten. In den Ergebnislisten waren nicht nur viele Talente auszumachen, es ging auch international zu. Aus 17 Nationen kamen die Teilnehmer.

Die Dressurhöhepunkte: Eine Dressurprüfung Klasse M*, getrennt nach Ranglistenpunkten, eine Dressurprüfung Klasse M**, zwei Dressurprüfungen Klasse S* und eine weitere Klasse S** sind schon ein ausgefallenes Angebot für ein „ländliches Reitturnier“. Kein Wunder, dass die Prüfungen voll waren.

Für einen Paukenschlag sorgte gleich am ersten Turniertag in der ein-Sterne-S-Prüfung Hermann Burger aus dem Stall Ramsbrock in Menslage. Gleich drei Mal stand er bei der Siegerehrung ganz vorn: mit Fibonacci 27 auf Platz vier, mit Fürst Ferrari auf Platz zwei und mit Lightning C auf Platz eins.

In der Topprüfung des Turniers am Samstag, der Klasse S** FEI Intermediaire I, drehte sich die Rangfolge. Der Fünfte und Sechste des Vortags Johannes Augustin auf Steppo vom RFV Menslage erhielt die goldene Schleife und der Sechste David Leßnig auf Dior vom RFV Löningen-Böen-Bunnen die silberne Schleife. Hermann Burger, der mit drei Pferden an den Start gegangen war, erreichte auf Boney „nur“ den vierten Platz.

In der dritten Dressurprüfung Klasse S* am Sonntagnachmittag konnten Nachwuchspferde im St. Georg Spezial zeigen, über welches Potenzial sie in einer schweren Prüfung bereits verfügen. Die Erfolgsserie von Hermann Burger von ersten Turniertag wurde nicht nur fortgesetzt, sondern grandios übertroffen. Er startete mit drei Pferden und belegte damit den ersten, zweiten und vierten Platz.

Die Springsport-Highlights: Auch im Springparcours standen an den ersten beiden Turniertagen Prüfungen der Klasse M* im Programm, die spannende Wettkämpfe zeigten. Der Sonntag aber brachte eine weitere klassische Steigerung. Am frühen Nachmittag eine Springprüfung der Klasse M**, in der Lisa Kleinuntermeyer auf Calimero vom PSV Hellern ohne Abwürfe und mit zwei Sekunden Vorsprung siegte. Die Top-Springprüfung des Turniers Klasse S* wurde in Änderung der Ausschreibung ohne Siegerrunde ausgeritten. An Spannung fehlte es aber deshalb nicht. Bis zum vorletzten Starter führte Bernd Heye auf seinem Verlasspferd Stacy vom RFV Alfhausen, musste sich aber dann geschlagen geben. Massimo de Boeck auf Corpowei vom RFV Lastrup verwies ihn mit einem superschnellen Ritt auf den zweiten Platz.

Resümee und Perspektive: Wie hochkarätig das Turnier besetzt war, wurde bei einem Blick in die Ergebnislisten deutlich. Die 39 Prüfungen steigerten sich durch diverse Teilungen auf 47 Siegerehrungen. „Nur“ elf Ehrenrunden wurden von Reitern aus Vereinen des Nordkreises angeführt. Sehr stark war die Konkurrenz aus West-Niedersachsen und Westfalen.

Auch wenn zu hören war, dass ein so hervorragendes Turnier doch in jedem Jahr stattfinden könne, argumentiert der Vorsitzenden Jens Wehrkamp zu Höne für das bisherigen Zweijahreskonzept. Seine Begründung: Der schon sein Jahren geplante Reithallenneubau stehe in Kürze an und verlange volle Konzentration.