Vierspännerfahrer Zweiter Lähdener Sandmann lehrt Weltmeister das Fürchten

Von Helmut Diers | 24.04.2015, 14:00 Uhr

Da rieben sich am vergangenen Wochenende beim internationalen Fahrturnier im niederländischen Horst einige Vierspännerfahrer mächtig die Augen. Der Lähdener Christoph Sandmann ließ in der Vierspänner-Einzelwertung am Ende alle niederländischen Mannschaftsweltmeister hinter sich und kam dem australischen Weltmeister Boyd Exell auf Rang eins sehr dicht auf die Fersen.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem ersten Freiluftauftritt“, knüpfte Sandmann nahtlos an die Weltmeisterschaft mit der Mannschaftssilbermedaille 2014 und Silber im Hallenweltcup 2014/2015 an. „In Horst Zweiter zu werden ist schon was“, war er schon mächtig stolz. Wie schon bei der Weltmeisterschaft gewann Sandmann in Horst den Geländemarathon. „Ich fahre das gleiche Gespann wie im letzten Jahr“, zahlt sich jetzt die Kontinuität aus, warnt aber vor allzu großen Erwartungen. „Ich bin schon schlechter als in Horst in die Saison gestartet“, sieht sich Sandmann nach Rang vier im Kegelfahren mit einem abgeworfenen Ball und schnellster Zeit sowie Platz fünf in der Dressur auf einem guten Weg in die Saison mit Deutscher Meisterschaft und Europameisterschaft. „Im Gelände kann ich mich kaum verbessern, da bin ich weltweit schon ganz vorn, aber ich weiß, dass ich in der Dressur noch ein paar Punkte mehr holen muss, will ich ein internationales Championat oder Turnier gewinnen.“ Da stehen momentan Exell und der Niederländer Ijsbrand Chardon noch weit vor Sandmann. „Ich muss mindestens eine 40er-Dressur fahren, wenn ich nach oben will.“ In Horst war es eine 44er-Dressur. „Ich weiß, was ich tun muss“, wird Sandmann die Dressurarbeit verstärken und, um nach oben zu kommen, nur noch ganz gezielt bei Turnieren starten, um „mein Gespann fit zu halten“.

Die Vierspännerklasse gewann in Horst Exell vor Sandmann und den Niederländern Chardon und Koos de Ronde. Rang fünf belegte der ehemalige Thüler Rainer Duen (Minden), Rang acht Georg von Stein (Modautal).

Einen rabenschwarzen Dressurtag erwischte Sandmanns Tochter Anna in der internationalen Zweispännerklasse. „Die Pferde lagen am ersten Tag völlig daneben, hatten alles vergessen. Die Leistungen waren grottenschlecht“, ärgerte sich die Bürokauffrau über den ungewohnten Zwischenrang 15. „Die Pferdewaren wohl beeindruckt vom ganzen Spektakel mit 270 Gespannen in Horst“, erklärte Papa Christoph. Einen Tag später im Geländemarathon machten sie alles wieder gut – Rang vier. „Ein Topergebnis“, sagte Anna Sandmann. Platz sechs erreichte das Lähdener Gespann im Kegelfahren. Im Endklassement war es ebenfalls Rang sechs. „Wir werden jetzt viele Turniere fahren, um die Pferde besser auf das Umfeld vorzubereiten“, startet Anna Sandmann von Freitag bis Sonntag gleich mit zwei Gespannen beim großen Fahrturnier in Friesoythe auf dem Hof Peters im Ortsteil Ellerbrock. Dort wird auch Christoph Sandmann an den Start rollen. „Ich werde in Ellerbrock aber drei junge, unerfahrene Pferde einbauen“, steht für den Mannschaftsvizeweltmeister das Training im Vordergrund. Die Geländeprüfungen finden am Sonntag statt.