Thomas Mauer aus Aschendorf Emsländer regelt die Finanzen der Sportfreunde Lotte

Von Dieter Kremer | 15.09.2017, 21:00 Uhr

Er stammt aus Aschendorf. Besuchte früher als Kind mit seinem Vater die Heimspiele des SV Seit dem 1. August ist Thomas Mauer bei den Sportfreunden Lotte, dem Konkurrenten des SVM in der 3. Liga, als hauptamtlicher Geschäftsführer tätig.

Weil der DFB in der 3. Liga einen Finanzverantwortlichen vorschreibt, bekam Mauer den Job. Auch für den Bereich Infrastruktur und Sicherheit ist er zuständig. Nach dem Aufstieg im letzten Jahr hatte Lotte nicht sofort einen hauptamtlichen Geschäftsführer eingestellt, sondern die Stelle zunächst mit einem ehrenamtlichen Mitarbeiter besetzt: dem Bürgermeister der Gemeinde, Dieter-Joachim Srock. Er hatte dieses Amt bereits jahrelang in der Regionalliga West inne. Nachdem der Klassenerhalt unter Dach und Fach war, kündigte Srock an, nicht mehr weitermachen zu wollen. Der Verein entschied sich, einen hauptamtlichen Geschäftsführer einstellen zu wollen: Thomas Mauer. Bis zur nächsten Hauptversammlung im März 2018 soll er soweit sein, dass er den Part von Bernd Teepe als Schatzmeister komplett übernehmen kann.

Vollzeitjob

Der Zufall half mit, die Stelle war ausgeschrieben. Mauer stellte sich vor und wurde genommen. Man habe sich kennengelernt und sei ziemlich schnell auf einen Nenner gekommen, berichtet der 38-Jährige. Wie viele Mitbewerber es gab, weiß Mauer nicht. Bis Ende September wird Srock Mauer auch noch weiter begleiten, weil der Aufgabenbereich sehr umfangreich ist. „Es ist schon ein Vollzeitjob. Mein Aufgabenbereich erstreckt sich quasi von A bis Z. Es fängt bei der Buchführung an, geht über das Controlling bis zu den Dingen, die den Sicherheitsaspekt anbetreffen“, so Mauer.

Angenehmes Arbeitsfeld

Mittendrin befindet sich Mauer bereits bei den Heimspielen der Lotter. Er übernimmt Aufgaben im Kassenbereich, zumal der Verein ehrenamtlich aufgestellt ist, packt man mit an. Beispielsweise rechnen Mauer und Co. während der Lotte-Partien zusammen, wie viele Tickets verkauft wurden, damit die offizielle Zuschauerzahl bekannt gegeben werden kann. „Mit dem sportlichen Bereich habe ich nichts zu tun“, sagt er. Aber häufiger begegnet Mauer dem Coach Marc Fascher und dessen Co-Trainer André Trulsen auf der Geschäftsstelle. „Es herrscht ein super Klima, ein angenehmes Arbeitsfeld.“ Die Atmosphäre sei anders als in einem klassischen Prüfungsunternehmen. Vor einigen Heimspielen wie gegen Rostock oder Magdeburg nimmt Mauer als Vereinsverantwortlicher an den Vorbesprechungen teil. Stimmt sich mit Kreis, Feuerwehr und Polizei ab. „Da bin ich erster Ansprechpartner.“

Operativer Bereich

Bei Spielverpflichtungen entscheiden jedoch andere: „Es ist nicht meine Aufgabe, bei Transfers den Daumen hoch und/oder runter zu machen.“ Das sei Aufgabe des Vorstands. „Ich bereite die Zahlen vor, aber entscheiden werde ich da nicht.“ Auch mit der Umsetzung des VIP-Towers hat Mauer nichts zu tun: „Das sind strategische Entscheidungen. Meine Aufgaben betreffen im Wesentlichen den operativen Bereich.“

Mit Vater beim SV Meppen

Mauer lebt in Osnabrück, wo er BWL mit den Schwerpunkten Controlling und Bilanzen studierte. Zuletzt war er in Oldenburg bei einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft tätig und zeichnete verantwortlich für die Erstellung und Prüfung von Jahresabschlüssen diverser Firmen. „Somit habe ich im Finanzbereich schon eine ganze Menge gesehen.“ Als Kind begleitete er seinen Vater zu den Heimspielen des SV Meppen. „Das waren meine ersten Fußballerlebnisse im Stadion“, berichtet er.

Keine Angst

Angst, seinen Job zu verlieren, wenn Lotte absteigt, hat Mauer nicht. „Zum einen ist es so, dass der sportliche Erfolg natürlich immer eine Rolle spielt. Klar, dass zum Beispiel in der 5. Liga dieser Arbeitsaufwand gar nicht entsteht. Da würde eine solche Auflage auch gar keinen Sinn machen.“ Natürlich hofft Mauer, längerfristig in Lotte tätig sein zu können. „Wenn wir zweimal absteigen, muss man meine Position natürlich nicht besetzen. Aber davon wollen wir jetzt mal nicht ausgehen.“ Aber zu vertraglichen Dingen könne er natürlich nichts sagen.