SVM verliert Derby gegen VfL Köln über Lingen zum Finale nach Berlin

Von Uli Mentrup | 05.01.2014, 17:49 Uhr

Der 1. FC Köln hat sich über Lingen den Weg zum Traditionsmasters am 11. Januar in Berlin geebnet. Beim Budenzauber der Fußball-Legenden setzte sich das von Bernd Cullmann trainierte Team vor 3220 Zuschauern in der nahezu ausverkauften neuen Emslandarena vor Werder Bremen, Twente Enschede und dem VfL Osnabrück durch. Lokalmatador SV Meppen und Hannover 96 schieden bereits nach der Vorrunde aus.

Für die Topveranstaltung gab es reichlich Lob von den Teilnehmern. „Das war ein Super-Turnier“, sagte Werder-Trainer Dieter Burdenski. „Tolle Stimmung, viele Zuschauer, es hat Spaß gemacht“, stellte Twentes Coach Eddy Achterberg fest. Turnierdirektor Bernd Kühn verwies auch auf sportliche interessante Partien und knappe Ergebnisse.

Der 1. FC Köln behauptete sich nicht unverdient. Die Mannschaft, die mit Pierre Esser den besten Torwart und mit Holger Gaißmayer auch den besten Torschützen (7) stellte, gewann alle vier Spiele. Sie setzte sich schon in Gruppe A 3:1 gegen den Finalgegner Bremen durch. Im Halbfinale hatte sie Mühe mit dem VfL Osnabrück, der beim 4:5 einen Neunmeter verschoss.

Im Endspiel führte die Kölner Traditionsmannschaft durch Armin Görtz, Matthias Scherz und Gaißmayer nach einer Viertelstunde bereits mit 3:0. Doch danach blies Werder zur Attacke. Erhan Albayrak verkürzte auf 1:3, dann traf Ivan Klasnic, der als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde, zweimal per Neunmeter. Die Partie schien wieder offen. Doch Scherz machte nur kurze Zeit später den Kölner Sieg perfekt.

Dabei hatten die Bremer, unterstützt von einer stattlichen Fankolonie, reichlich Chancen. Allein Ailton traf dreimal Aluminium. Der brasilianische „Kugelblitz“ war der Mann des Turniers – auch wenn andere mehr sportliche Glanzlichter setzten. Ihn feuerten die Fans mit Gesängen an, die er dankbar registrierte. „Die Mannschaft hat Moral bewiesen“, hätte sich Burdenski nach dem unglücklichen K.o. gegen Leverkusen nach Neunmeterschießen am Vorabend in Oldenburg einen Sieg gewünscht. „Aber zum Fußball gehört auch Glück“, wusste Burdenski. Das fehlte den Bremern, die das Team im Vergleich zu Oldenburg nur auf zwei Positionen veränderten. „Das könnte eng werden“, schwante dem gebürtigen Meppener Holger Wehlage, der wie Lars Unger vorzeitig verletzt ausschied.

Schon nach der Vorrunde blieb der SV Meppen auf der Strecke. Beim 1:3 gegen Twente Enschede suchte das Team von Trainer Rainer Persike zu selten den Abschluss. Marko Willen hämmerte den Ball frustriert zum 1:3 ins Netz. „Da hat er den Stürmern gezeigt, wie es geht“, stellte Robert Thoben fest. Es halfen keine guten Pässe von Arne Helmer, keine Kombination von Stefan Lammers mit der Bande und kein Hammer von Hüseyin Dogan.

Ausgerechnet im Derby gegen den VfL Osnabrück ging es für die Blau-Weißen um alles oder nichts. Sie mussten gewinnen. „Keine gute Ausgangsposition“, wusste Reinhold Tattermusch.

Josef Schröer brachte Meppen in Führung. Daniel Thioune und der Ex-SVMer Christian Claaßen drehten das Spiel innerhalb einer Minute. Ein Eigentor von Ronald Maul bedeutete den Ausgleich. Die erneute VfL-Führung durch Lars Schiersand, der ebenfalls schon für Meppen spielte, egalisierte Damir Bujan. Meppen machte mit Unterstützung der Zuschauer Druck, nutzte aber das Überzahlspiel nicht nach einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Martin Przondziono. Als Robert Thoben nach einem Foul ebenfalls vom Feld musste, gelang Thioune der Osnabrücker Siegtreffer. SVM-Teammanager Frank Faltin beklagte die Chancenverwertung, Trainer Rainer Persike sprach dennoch von einem schönen Fußballnachmittag. „Wir würden nächstes Mal gern wiederkommen.“