Ohne Wiese in Saarlouis Nordhorn-Lingen sucht Weg zurück in die Erfolgsspur

Von Uli Mentrup | 18.12.2015, 18:30 Uhr

Handball-Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen sucht den Weg zurück in die Erfolgsspur. Nach vier sieglosen Spielen müssen die Niedersachsen am Samstag um 19.30 Uhr beim Tabellennachbarn HG Saarlouis antreten.

Nach der unerklärlich schwachen Vorstellung bei der 22:34-Heimschlappe gegen den Wilhelmshavener HV gab es Gesprächsbedarf. „Fakt ist, dass wir zu viele Zweikämpfe verloren haben“, erklärte Trainer Heiner Bültmann, der zudem reichlich technische Fehler sah. Sein Team habe die Angriffe nicht konsequent zu Ende gespielt. „Aber niemand macht so etwas mit Absicht“, nimmt der Coach seine Spieler in Schutz.

„Wir können es viel besser“, weiß Bültmann und erinnert an starke Vorstellungen gegen Erlangen und in Coburg . „Wir haben diese Woche hart trainiert, um uns wieder freizuschwimmen.“ Denn bei den Übungseinheiten könnten die Spieler wieder das notwendige Selbstbewusstsein tanken. Das sei „künstlich“ nicht möglich. Dabei legte der Coach viel Wert auf ein diszipliniertes Angriffsspiel.

Im Angriff fordert Bültmann darüber hinaus Geduld. „Wir brauchen gute Entscheidungen und müssen auf die Top-Möglichkeiten warten.“ Dass das Zwei-Städte-Team in Saarlouis nicht als Favorit antritt, kommt ihm nicht ungelegen.

Dabei muss Nordhorn-Lingen auf Jens Wiese verzichten . Der Rückraum-Shooter, der zuvor einige Partien pausiert hatte, fällt mit einem Muskelbündelteilabriss in der Wade vorerst aus. Der Trainer hofft, dass der 28-Jährige in der Vorbereitung auf das Restprogramm wieder einsteigen kann. Aber eine Prognose wagt er nicht. Zudem fehlt Matthias Poll weiterhin.

Die Bilanz der HSG gegen Saarlouis ist positiv. Das Zwei-Städte-Team verlor nur zwei der acht Vergleiche. In der vergangenen Saison siegte das Bültmann-Team daheim mit 29:27 gegen die HG, auswärts gab es einen 23:17-Erfolg . Der Gastgeber gewann letztmals im März 2013 gegen Nordhorn-Lingen.

Saarlouis zählt mit erst zwei Niederlagen zu den heimstärksten Teams. Die Saarländer, die in den letzten beiden Serien den Klassenerhalt jeweils erst am grünen Tisch perfekt machten, haben sich gut verstärkt. Der Baske Ibau Meoki Etxebeste führt Regie. Der französische Rückraumrechte Yann Polydore kam vom Erstligisten Balingen, Linksaußen Martin Murawski aus Erlangen. In Top-Verfassung präsentierte sich zuletzt Jerome Müller, einer von drei Junioren-Nationalspielern im Aufgebot des neuen Trainers Heine Jensen. Der Däne war von 2011 bis 2014 Coach der deutschen Frauen-Nationalmannschaft.