Nahaufnahme Meppener Leichtathlet Ortwig will es noch einmal wissen

Von Carsten Nitze, Carsten Nitze | 23.05.2017, 11:08 Uhr

Der Vorwurf: „Je Oller - je doller“ entlockt Leichtathlet Klaus Ortwig vom TV Meppen nur ein breites Grinsen, denn in diesem Jahr gelang dem Meppener mit 69 Jahren ein eindrucksvolles Comeback in der emsländischen Läuferszene.

Mit einem Sieg bei den Crosslauf Bezirksmeisterschaften der Altersklasse M70 zu Jahresbeginn beendete er seine fast fünfjährige „läuferischer Zwangspause.“ Nur kurze Zeit später überraschte der Emsländer die landesweite Konkurrenz und wurde auch M-70-Niedersachsenmeister im Crosslauf. Mit dem vierten Platz bei den Deutschen Crosslauf-Meisterschaften krönte der ehemalige Förderschulrektor die erfolgreiche Wintersaison. Nicht weniger spektakulär stieg er vor wenigen Wochen in die Sommersaison ein und wurde jeweils Vize-Niedersachsenmeister im Zehn-Kilometer-Straßenlauf und auf der 5000-Meter-Stadion-Langstrecke.

Später Karrierestart

„Zielstrebigkeit und Ehrgeiz ziehen sich durch meinen gesamten Lebenslauf“, begründet Ortwig seine Motivation, trotz Arthrose in beiden Knien die Laufschuhe nicht einfach an den Nagel zu hängen. „Mit 16 Jahren habe ich angefangen zu rudern, mit 25 wieder aufgehört“, erinnert er sich an die Anfänge seiner sportlichen Laufbahn. Erst im Alter von 35 Jahren fing der heutige Pensionär mit dem Laufen an: „Als ich nach zehn Jahren Pause wieder Sport treiben wollte, ließ sich Laufen am einfachsten umsetzen.“ Schnell intensivierte er die Trainingsumfänge seines neuen Hobbys und fand sich nur kurze Zeit später auf Volksläufen in vorderen Positionen wieder. So kann er heute auf zahlreiche Meistertitel im Laufbereich zurückblicken und absolvierte bisher insgesamt 27 Marathonläufe unter anderem in Berlin, Hamburg und New York. Mitte der 90er Jahre wagte er einen Abstecher zum Triathlon und wurde Vize-Niedersachsenmeister seiner Altersklasse.

Ortwig auch am Mikrofon

Doch nicht nur den Aktiven ist der Name Ortwig ein Begriff. Viele Zuschauer am Streckenrand kennen zumindest seine Stimme, denn seit über 30 Jahren moderiert er auch verschiedenste Laufveranstaltungen, wie zum Beispiel die drei größten emsländischen Cityläufe in Papenburg, Meppen und Lingen. „Das fing alles beim Frerener Waldlauf an, den ich einst ins Leben rief“, erzählt Ortwig: „Als Organisator moderierte ich den Lauf selbst, das kam wohl gut an, denn kurze Zeit später fragten andere Veranstalter an, ob ich auch bei ihnen moderieren könne.“

Mit dem Laufen aufhören? Fehlanzeige

Seit 2010 leitet der 69-jährige als 1. Vorsitzende des Kreisverbandes Emsland zusätzlich auch die Geschicke der heimischen Leichtathleten: „Es macht Spaß, Leichtathletik im Emsland zu erleben, weil in vielen Vereinen hervorragend gearbeitet wird.“ Sportlich will Ortwig zukünftig weiterhin aktiv und vor allem erfolgreich sein. „Wenn die Knie halten, will ich auf jeden Fall bei noch einigen Meisterschaften starten“, zeigt sich Ortwig kämpferisch und fügt schmunzelnd an: „Und natürlich will ich beim Kampf um vordere Platzierungen wieder mitmischen.“