Lähdener fährt um DM-Titel Sandmanns Erwartungen in Riesenbeck nicht so hoch

Von Helmut Diers | 30.07.2014, 16:35 Uhr

Wenn von Donnerstag bis zum Sonntag das Internationale Deutsche Fahrderby und die Deutsche Meisterschaft der Vierspänner ins westfälische Riesenbeck locken, dürfen sich die Fahrsportfans auf hochkarätige Wettkämpfe freuen. Im Lager der deutschen Top-Fahrer greift der achtmalige Derbysieger und sechsfache Deutsche Meister Christoph Sandmann von der PSG Lähden an.

Im Fahrderby trifft der Emsländer nicht nur auf deutsche Spitzenfahrer wie Michael Brauchle oder Georg von Stein, sondern auch auf die mehrfachen Weltmeister Ijsbrand Chardon (Niederlande), Felix Brasseur (Belgien) und Thomas Eriksson (Schweden) sowie den hoch gehandelten US-Amerikaner Chester Weber, der 2004, 2008 und 2011 das Fahrderby in Riesenbeck gewann.

„Noch bin ich nicht in DM- und Derbystimmung“, sagte der Lähdener Spediteur kurz vor der Abfahrt nach Riesenbeck. „Ich hoffe, die kommt noch!“ Eigentlich hätte Sandmann rund fünf Wochen vor der Weltmeisterschaft in der Normandie (Frankreich) die vierte WM-Sichtung in Riesenbeck nach Absprache mit den verantwortlichen Stellen im Verband nicht zwingend fahren müssen. „Ich sollte die Kräfte meines Gespanns schonen“, so der erfolgreichste deutsche Medaillensammler aller Zeiten im Vierspännersport, dem nur noch ein WM-Einzeltitel fehlt. „Da Riesenbeck direkt vor der Haustür liegt und es die Deutschen Meisterschaften sind, fahre ich gern hin.“

Sandmann hat keine allzu großen Erfolgserwartungen. Aber: „Ich fahre aber auch nicht hin, um Letzter zu werden!“ Um sein WM-Gespann etwas zu schonen, nimmt Sandmann ein noch unerfahrenes Pferd mit und baut im Marathon am Samstag ab 8 Uhr sein Gespann so um, dass eigentlich zwei neue Pferde im Viererzug laufen.

Beim Internationalen Deutschen Fahrderby, das neben der Deutschen Meisterschaft und der entscheidenden WM-Qualifikation das Highlight für die Vierspänner-Elite ist, starten Gespanne aus 13 Nationen. Wie im vergangenen Jahr wollen Deutschlands Cracks auch dieses Mal den Derby-Sieg und die internationale Konkurrenz hinter sich lassen. 2013 gelang dies Derby-Titelverteidiger Michael Brauchle eindrucksvoll.

Gelockt haben die Könner auf den Kutschen nicht nur die einzigartige und nach diesem Modus nur auf der Surenburg veranstaltete Prüfungsform, bei der die Vierspännerfahrer in verschiedenen Teilprüfungen ihre Klasse an den Leinen demonstrieren müssen, sondern auch der Nationenpreis für die Zweispänner. Dieser weltweit nur in Riesenbeck ausgetragene Mannschafts-wettbewerb ist „besonders auch für die ausländischen Aktives sehr attraktiv“, erklärt Bundestrainer Karl-Heinz Geiger.

So starten Fahrer aus elf Nationen (Zweispänner) im CAIO-2 in Riesenbeck. CAIO steht für die französische Bezeichnung (Concours d’Attelage Internationale Officiel), ist also ein eine vom Weltverband als offizielles Turnier anerkannter Fahrwettbewerb. Ein CAIO ist eine ganz besondere Veranstaltung. Die Gründe: Es ist neben den Championaten/Weltmeisterschaften das einzige Turnier, bei dem ein Nationenpreis, also eine Mannschaftswertung, ausgetragen wird. Je Nation sind drei Fahrer erlaubt, die besten zwei kommen in die Mannschaftswertung. Außerdem darf jede Nation pro Jahr nur ein Offizielles Turnier je Disziplin austragen. Die deutsche Mannschaft in Riesenbeck bilden die 18-jährige Tochter Anna des Lähdener Vierspännerfahrers Christoph Sandmann, Arndt Lörcher (Wolfenbüttel) und Stefan Schottmüller (Kraichtal). Als Einzelfahrerin wird die Weltmeisterin von 2011 Carola Slater-Diener von der PSG Lähden in Riesenbeck starten. Entschieden wird der Nationenpreis von Riesenbeck in drei Teilprüfungen: Dressur (Donnerstag und Freitag), Marathonfahrt (Samstag) und Hindernisfahren (Sonntag).

Informationen über Startzeiten und Ergebnisse: www.reiterverein-riesenbeck.de