Katastrophale zweite Halbzeit Nordhorn-Lingen kopflos beim Heim-Debakel

Von Uli Mentrup | 13.12.2015, 21:34 Uhr

Kopflos ist die HSG Nordhorn-Lingen ins Heim-Debakel gerannt: Der Handball-Zweitligist verlor vor 1382 Zuschauern verdient mit 22:34 (11:11) gegen den Aufsteiger Wilhelmshavener HV. „Das war ein richtiges Scheiß-Spiel“, nahm Trainer Heiner Bültmann kein Blatt vor dem Mund.

Grund für den spielerischen Offenbarungseid war eine katastrophale zweite Halbzeit, in der dem Gastgeber kaum etwas gelang, dem Gegner aber sehr viel. „Was da passiert ist, kann man schwer erklären“, stellte Bültmann ratlos fest. Das Zwei-Städte-Team ließ sich von vielen Fehlwürfen und technischen Fehlern im Angriff demoralisieren. „Das habe ich in den ganzen Jahren nicht erlebt“, sagte der Coach, der sich bei den Zuschauern für diese Vorstellung entschuldigte – und für die offenen Worte Beifall erhielt. Allerdings wollte Bültmann nicht verbal auf seine Mannschaft einschlagen. Der gute Charakter der Spieler, die immer kämpften, sei bekannt.

Am Sonntagabend klappte in den letzten 27 Minuten fast nichts mehr. Die logische Folge war die erste Saisonniederlage im Nordhorner Euregium . Etliche Zuschauer hatten die Halle schon vor Spielende verlassen. Die Spieler blickten konsterniert in die Runde, während der Gast mit seinen Fans ausgelassen feierte. Über elf Jahre musste die Truppe vom Jadebusen auf einen Sieg gegen die HSG warten. Dieses Mal war sie in allen Belangen überlegen: Beide Torwarte glänzten mit Paraden, die Abwehr packte energisch zu, der Angriff suchte entschlossen die Lücke. Es passte beim Aufsteiger, der in der Tabelle sogar am Gegner vorbeigezogen ist.

 Nordhorn-Lingen dagegen hat vier Spiele in Folge nicht mehr gewonnen. „Wir müssen jetzt aus dem Tief herauskommen“, sagte Bültmann. Sein Team fand nur schwer ins Spiel, warf in den ersten 14 Minuten gerade drei Tore und lag zwischenzeitlich 2:6 zurück. Dann fing sich die Mannschaft, die Abwehr stand stabiler, die Abschlüsse wurden besser. Unmittelbar vor der Pause gelang dreimal der Ausgleich.

Nach dem Wechsel ging die HSG durch den agilen Lutz Heiny sogar in Führung. Aber Sicherheit gab es trotzdem nicht. Fahrig, kopf- und ideenlos stolperte das Team in die Niederlage. Dabei verletzte sich Jens Wiese erneut. Auf Team und Trainer wartet jetzt viel Arbeit.