Informationsabend in Sögel Kreissportbund will Boule im Emsland etablieren

Von Helmut Diers | 25.07.2014, 20:21 Uhr

„Es gibt zwei Sorten von Männern. Die einen hetzen auf dem Rasen wie die Verrückten dem Ball hinterher, die anderen schieben lieber eine ruhige Kugel.“ So hat der französische Philosoph Papazian vor rund 100 Jahren Boule beschrieben. Der Kreissportbund Emsland, ganz besonders sein Vizepräsident Sportentwicklung Hermann Wilkens, hatten Sportvereinsvertreter nach Sögel eingeladen, um ihnen das Boule-Spiel im KSB-Einzugsgebiet schmackhaft zu machen.

„Wir vom KSB möchten die Sportart Boule für Jung und Alt, für Frauen und Männer im Emsland einführen“, betonte KSB-Vizepräsident Hermann Wilkens vor Vereinsvertretern des TV Rot-Gold Sögel, Eintracht Schepsdorf, Mehringer TV, SG Spelle, SC Osterbrock, SC Spelle-Venhaus und Seniorenverein Werlte. In diesen Vereinen gibt es bereits Boulebahnen oder wird das Boule-Spiel in lockerer Form angeboten. „Die Leute werden immer älter. Speziell für die, die im hohen Alter noch sportlich und gesellschaftlich sich betätigen möchten, ist das Boule-Spiel eine großartige Möglichkeit“, warben Wilkens und KSB-Geschäftsführer Günter Klene um Gleichgesinnte. „Wir möchten versuchen, das Boule-Spiel auf der Vereinsebene zu etablieren, vielleicht später eine Art Emslandliga installieren“, schaute Wilkens in die Zukunft und merkte an, dass man durch das Boule-Angebot vor allem Ältere von einem Vereinsaustritt abhalte bzw. sie vielleicht erst zu einem Vereinseintritt animiere.

Als kompetenten Fachmann hatte der KSB zu dem Treffen Manfred Sundag vom FC Schüttorf, einer Boule-Hochburg in der Grafschaft , eingeladen, um über „dieses Spiel für die Seele“ zu informieren. Sundag zog mit viel Enthusiasmus die Zuhörer in seinen Bann, berichtete darüber, wie er zu dem Spiel gekommen ist, und schwärmte: „Boule ist ein faszinierendes Spiel. Boule spielen können Dicke und Dünne, Behinderte und Nichtbehinderte, Junge und Alte“, schloss er niemanden vom Spiel aus. Durch Boule habe man in Schüttorf viele Menschen neu an den Verein gebunden. Inzwischen zähle die Boule-Abteilung über 100 Mitglieder. 33 Vereine würden inzwischen in einem freien Zusammenschluss in der Grafschaft das Boule-Spiel auch wettkampfmäßig ausüben. Weltweit führend im Boule-Spiel seien die Franzosen. „Boule ist ein mentaler, ein Konzentrationssport“, so Sundag. Auf der Tennisanlage des TV Rot-Gold Sögel erhielten die Teilnehmer auf zwei Boule-Bahnen gleich eine umfassende theoretische und praktische Einführung in das Boule-Spiel.

In Deutschland wird „Boule“ umgangssprachlich mehr als Sammelbezeichnung für alle Kugelsportarten verwendet. Mit „Boule“ verbinden viele Deutsche das von den Franzosen ausgetragene Freizeit-Kugelspiel auf öffentlichen Plätzen. Der korrekte Name dafür sei allerdings Pètanque. Mit rund 600000 Lizenz-Spielern in 76 nationalen Pètanque-Verbänden sei es die am weitesten verbreitete Kugelsportart, wusste Sundag. „Man braucht nur drei Eisenkugeln und Regelkenntnis“, steht Sundag (Tel. 05923-4313, Email boule@fc09.info ) zu Beratungen bereit.